1. Liga
«Das schüttelt uns ziemlich durch»: Situation für Aargauer Erstligisten spitzt sich zu

Beim FC Baden und dem FC Wohlen verzögert sich der Rückrundenstart, das sorgt bei den Vereinen für einen grossen Umsatzverlust.

Nik Dömer
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Der Spielbetrieb in der 1. Liga kann frühstens im April wieder aufgenommen werden.

Der Spielbetrieb in der 1. Liga kann frühstens im April wieder aufgenommen werden.

Dani Mercier / Aargauer Zeitung

Die Situation in der 1. Liga ist weiterhin kompliziert: Während U21-Mannschaften im Februar den Spielbetrieb in einer inoffiziellen Meisterschaft wieder aufnehmen konnten, darf beim FC Baden und der FC Wohlen weiterhin kein Ball rollen.

Der eigentliche Rückrundenstart im März wurde schon längst abgeschrieben. Es bleibt den beiden Aargauer Erstligisten einzig den nächsten Entscheid des Bundesrats abzuwarten.

Beide Aargauer Erstligisten träumen noch vom Aufstieg.

Beide Aargauer Erstligisten träumen noch vom Aufstieg.

Dani Mercier / Aargauer Zeitung

Das Wunschszenario der beiden Vereinen ist dabei klar: Ab März das Training aufnehmen zu dürfen, damit nach vierwöchiger Vorbereitung im April der Ligabetrieb wieder fortgesetzt werden kann.

Die Hoffnung auf einen schnellen Restart hat zwei Gründe. Einerseits träumen die Mannschaften noch von einem Aufstieg in die Promotion League, andererseits spitzt sich auch die finanzielle Situation für beide Vereine zu.

Umsatzverlust von mehreren 10'000 Franken

Beim FC Baden herrscht aktuell zwar noch keine Panik, doch die Situation ist dennoch angespannt: «Für die nächsten zwei Monate sind wir noch gerüstet. Allerdings rechne ich dabei auch damit, dass wir ab März wieder trainieren können. Bisher konnten wir alle Löhne noch bezahlen. Und dies, obwohl wir seit November keine Einnahmen hatten», erklärt Präsident Heinz Gassmann.

Möglich ist dies, weil der FC Baden Kurzarbeit beantragt hat: «Rechnet man die Trainer dazu, erhalten bei uns derzeit rund 50 Prozent der Mannschaft Kurzarbeitsgeld. Die andere Hälfte hat in den letzten Monaten freiwillig auf Lohnbezahlungen verzichtet. Darum konnten wir bis anhin unsere Verpflichtungen überhaupt erfüllen.»

Rund 50 Prozent des FC Baden verzichtete zuletzt auf Lohnbezahlungen.

Rund 50 Prozent des FC Baden verzichtete zuletzt auf Lohnbezahlungen.

Dani Mercier / Aargauer Zeitung

Und dennoch, die Lage ist keineswegs rosig: «Fehlende Matcheinnahmen und der Ausfall von insgesamt vier Hallenturnieren sorgen für einen Umsatzverlust von mehreren 10'000 Franken. Das schüttelt uns schon ziemlich durch, aber zum Glück haben wir treue Sponsoren, die uns bis anhin die Stange gehalten haben. So können wir die schwierige Situation besser verkraften.»

Keine Kurzarbeit beim FC Wohlen

Beim FC Wohlen wurde im Gegensatz zur Konkurrenz aus Baden in diesem Jahr noch keine Kurzarbeit beantragt. «Wenn wir im März wieder trainieren können, lohnt es sich für uns wahrscheinlich nicht. Unsere Lohnkosten sind bei diesem einen Monat Verzögerung noch überschaubar», sagt Präsident André Richner.

Für den FC Wohlen sind Zuschauer eine wichtige finanzielle Stütze.

Für den FC Wohlen sind Zuschauer eine wichtige finanzielle Stütze.

Dani Mercier / Aargauer Zeitung

Die meisten Spieler beim FC Wohlen erhalten lediglich eine Spesenentschädigung. Für diese könne man ohnehin kein Kurzarbeitsgeld beantragen: «Ich gehe davon aus, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen. Wenn wir jedoch ab April nicht mit Fans spielen können, dann wird es eng für uns.»

Doch den Kopf in den Sand stecken werde man in diesem Fall garantiert nicht: «Es ist kein Geheimnis, wir leben seit dem Abstieg von der Hand in den Mund. Wenn wir keine Zuschauer haben, tun uns die Ausfälle der Gastronomie besonders weh. Sie ist neben den Donatoren und den Sponsoren unsere wichtigste finanzielle Stütze. Aber wenn es so weit kommt, dass wir ohne Fans spielen müssen, werden wir nach neuen Lösungen suchen.»

Beim FC Wohlen geht man derzeit von Umsatz-Einbussen im Bereich von 30'000 Franken aus. Dass es nicht schlimmer kommt, ist auch der Mannschaft zu verdanken: «Die Spieler sind im Februar proaktiv auf mich zugekommen und haben vorgeschlagen, dass sie auf die Hälfte der Lohnentschädigungen und Spesen verzichten. Es hat mich wirklich gefreut, dass sie sich um das Wohl des Vereins kümmern», betont der Präsident.