Frauen NLA

Wieder keine Punkte: Die FC Aarau Frauen verlieren in letzter Minute gegen Lugano

Fünf Spiele, fünf Niederlagen: Die FC Aarau Frauen warten weiter auf Punkte.

Fünf Spiele, fünf Niederlagen: Die FC Aarau Frauen warten weiter auf Punkte.

Lange sah es so gut aus für die FCA-Frauen. Erst in der 92. Minute müssen die Aarauerinnen das 0:1 gegen Lugano hinnehmen. Damit kassieren sie die fünfte Niederlage im fünften NLA-Spiel.

«Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.» Das Zitat stammt vom deutschen Dichter Matthias Claudius. Nun, die FC Aarau Frauen unternahmen eine Reise. Für das fünfte Spiel in der NLA-Saison fuhr das Team von Trainer Andreas Zürcher ins Tessin. Und zu erzählen haben sie nun auch etwas: Es ist eine Geschichte von der Hoffnung auf die lang ersehnten ersten Punkte in dieser Saison und es ist eine Geschichte von in der Nachspielzeit geplatzten Träumen. Und auch ein Schiedsrichter und seine Entscheidungen kommen darin vor.

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Vor dem Spiel war die Stossrichtung klar: «So eine lange Reise mache ich nicht, nur um punktelos wieder heimzukehren», sagte Andreas Zürcher vor dem Spiel. Erst am Mittwoch verloren die FCA-Frauen diskussionslos mit 0:7 gegen die Frauen des FC Basel. Neben den Punkten ging es also auch um Wiedergutmachung im Spiel gegen Lugano.

FCA-Frauen zeigen Willenskraft

Die FCA-Frauen begannen dann auch nervös. Verständlich für ein Team, das drei Tage zuvor mit 0:7 unterging. Fehlpässe reihten sich an fehlerhafte Ballannahmen. Die Technik – eigentlich eine Tugend der FCA-Frauen – liess zu wünschen übrig. Die Tessinerinnen übernahmen gleich zu Beginn das Spieldiktat und zwangen die FC Aarau Frauen in die eigene Platzhälfte zurück.

Julia Höltschi nach dem Spiel gegen Lugano: «Ich wurde ganz klar im Strafraum gefoult.»

Julia Höltschi nach dem Spiel gegen Lugano: «Ich wurde ganz klar im Strafraum gefoult.»

Nach fünf Niederlagen am Stück in der Liga war bei den FCA-Frauen aber auch ein Wille da, endlich für die ersten Punkte zu sorgen. Und so warfen sich die Spielerinnen in die Schüsse, grätschten nach dem Ball und zeigten sich lauffreudig. Das 0:0 zur Pause war ein Gemeinschaftswerk des ganzen Teams. Chancen in der Offensive der Aarauerinnen aber waren in der ersten Halbzeit rar. Lediglich Delia Lahmicis Kopfball nach einem Eckball sorgte in der 36. Minute für ernste Gefahr.

Der Glaube wächst

Aber je länger das Spiel dauerte, desto mehr wuchs der Glaube an die eigenen Fähigkeiten bei den Aarauerinnen und an das Unterfangen, Punkte aus dem Stadio di Cornaredo zu entführen. Antje Notters Schuss in der 70. Minute verpasste sein Ziel nur knapp und Julia Höltschis Tor in der 80. Minute wurde aberkannt. «Offside», sagte der Schiedsrichter. Eine Entscheidung, mit der nicht alle einverstanden waren.

Es war aber die 86. Minute, die nach dem Spiel für Gesprächsstoff sorgte. Aaraus Stürmerin Julia Höltschi kam knapp innerhalb des Strafraums zu Fall. Ein klares Foul. Das sah auch der Schiedsrichter so, entschied aber auf Freistoss zum grossen Erstaunen der Aarauerinnen. Der Schiedsrichter liess sich aber – trotz heftiger Proteste – nicht umstimmen. «Da gibt es gar nichts zu diskutieren», sagte Höltschi nach dem Spiel. «Ich war klar im Strafraum.»

Spätes Gegentor

Es war ein Ärgernis, dem sogleich ein zweites folgte. Nachspielzeit. 92. Minute. Vielleicht schon mit den Gedanken beim ersten Punkt in dieser Saison liessen die Aarauerinnen Cara Curtin gewähren. Ihr Lauf, der im Mittelfeld begann, schloss die Tessinerin mit einem flachen Schuss in die weite Ecke zum 1:0 für Lugano ab.

Und so mussten die FC Aarau Frauen die weite Heimreise ohne Punkte im Gepäck antreten, dafür mit einer «ärgerlichen» Niederlage, wie ein aufgewühlter Andreas Zürcher sagte. Bereits im Spiel gegen GC, als die FCA-Frauen 2:3 verloren, wäre eigentlich mehr drin gelegen. «Irgendwann kann man sich nicht mehr rausreden. Irgendwann müssen wir einfach punkten», sagte Zürcher. Trotz allem konnte der 56-Jährige dem Spiel auch Positives abgewinnen: «Nach der hohen Niederlage gegen Basel war das Spiel gegen Lugano ein Schritt nach vorne. Auf dem können und müssen wir aufbauen.»

Nächste Woche treffen die FC Aarau Frauen zu Hause auf YB. Vielleicht klappt es dann endlich mit den lang ersehnten Punkten. Noch ist die Geschichte also nicht zu Ende erzählt.

Lesen sie hier das Spiel im Liveticker nach:

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