Im ersten Heimspiel der Saison rang der HSC Suhr Aarau dem Topteam aus Winterthur einen Punkt ab. Beim zweiten Auftritt in der Schachenhalle schlugen die Aargauer gestern Bern Muri.
Dabei verlief der Beginn der Partie alles andere als optimal. Nach wenigen Sekunden bekam Patrick Strebel die erste Zeitstrafe aufgebrummt.

Und der BSV Bern Muri konnte leicht mit 3:0 in Führung gehen. Doch davon liessen sich die Suhrer keineswegs aus dem Konzept bringen. Mehr noch: Selbst als nach nur 18 Spielminuten mit Tim Aufdenblatten ein Schlüsselspieler ausfiel, machte der HSC weiter, als sei nichts gewesen.

Aufdenblatten verletzte sich an der Wade und konnte die ganze Partie nicht mehr eingesetzt werden. Weitere Abklärungen werden zeigen, ob es sich «nur» um eine schmerzhafte Prellung handelt oder ob er sogar längere Zeit ausfallen wird. Das wäre für das Team ein herber Verlust, fehlt doch mit dem von Wacker Thun verpflichteten Nikola Isailovic bereits ein Rückraumspieler. Der Neuzugang leidet an einer Handverletzung.

Das Duell der Goalies

Gestern zogen die Aargauer Handballer auch mit verändertem Rückraum das vorgegebene Konzept durch. So versuchten sie, konsequent auf der rechten Seite der Berner anzugreifen. Mit Simon Getzmann und Pedro Spinola standen dort nicht gerade zwei Hünen in der Abwehr. Bis zum Seitenwechsel ging das Konzept auf und die Teams gingen mit einem Gleichstand in die Kabinen.

Bern Muri erwischte dann aber den besseren Start nach dem Seitenwechsel und konnte mit zwei Treffern in Führung gehen. Doch auch davon liessen sich die Spieler von Suhr Aarau nicht aus dem Konzept bringen und holten wieder auf. Nach 50 Minuten konnte Timothy Reichmuth einen Gegenstoss erfolgreich abschliessen und die Suhrer erstmals mit 20:19 in Führung bringen.

Kurz darauf konnte Goalie Dario Ferrante einen Penalty von Getzmann entschärfen und zeigte gleich darauf nochmals eine starke Parade. Am Ende des Spiels hatte der vom TV Endingen gekommene Keeper 15 Paraden in der Statistik stehen und wurde verdientermassen zum besten Spieler seines Teams gewählt.

Pikanterweise stand auf der anderen Seite mit Dominic Rosenberg auch ein ehemaliger Endinger im Tor. Die beiden haben sogar lange zusammen gespielt. Und beide sind nicht unbedingt als klare Nummer eins bei ihren neuen Vereinen gesetzt, zeigten in der Schachenhalle aber beide starke Partien.

«Das war ein echter Kampfsieg», sagte Ferrante glücklich, aber ausgelaugt nach der Partie. Er hatte sich auf das Duell mit seinem ehemaligen Kollegen gefreut. «Er ist schliesslich nicht mein direkter Gegner. Er schiesst nicht auf mein Tor», sagte Ferrante mit einem Augenzwinkern.

Ausländische Verstärkung

Neben Ferrante konnte sich der HSC auf seine zwei neuen ausländischen Verstärkungen verlassen: Milan Skvaril erzielte sieben Treffer und holte immer wieder Freiwürfe und Penaltys heraus. Martin Slaninka am Kreis wurde teilweise von zwei oder gar drei Bernern gleichzeitig bearbeitet – und dies nicht immer mit fairen Mitteln.

Trotzdem erzielte er ebenfalls sieben Treffer – und dies bei nur acht Abschlussversuchen. Beeindruckend, besonders so früh in der Saison, war zudem das Zusammenspiel der beiden. Auf diese Achse können sich die Suhrer verlassen.

«Der Schlüssel zum Erfolg war sicherlich die Abwehr. Wir sind kompakt gestanden und aggressiv zu Werke gegangen», betonte Trainer Misha Kaufmann. Das stimmt und wird von der Statistik deutlich untermauert: Denn die Aargauer kassierten mehr Strafen als der Gegner.
Lange Zeit, um sich über den Sieg zu freuen – und vor allem, um sich auf den nächsten Gegner einzustimmen – bleibt dem HSC nicht.

Bereits am Mittwoch gastiert mit Cupsieger Wacker Thun der nächste Gast aus Bern in der Schachenhalle. Dann dürfen sich die Suhrer erneut nicht aus dem Konzept bringen lassen. Doch das wird ihnen ihr ehrgeiziger Trainer auch in nur zwei Tagen eintrichtern.

Highlights : HSC Suhr Aarau gegen BSV Bern Muri 08.10.2017