YuBeljahr
#35 Diese Tage, Ende April, in Bern

Manchmal ist der Weg das Ziel. Die vier Berner Autoren Pedro Lenz, Bänz Friedli, Bernhard Giger und Klaus Zaugg begleiten YB auf dem Weg zum Meistertitel. Zumindest bis der Rückstand auf Basel 13 Punkte oder mehr beträgt.

Bernhard Giger
Bernhard Giger
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Am Samstag können die Young Boys vorzeitig Meister werden

Am Samstag können die Young Boys vorzeitig Meister werden

KEYSTONE

Die Krähen werden eine Plage. Sie vermehren sich schnell, machen einen Riesenlärm und viel Dreck und hopsen frech auf dem Terrassengeländer herum, als würde sie nichts etwas angehen. Aber die haben alles unter Kontrolle, die schwarzen Federviecher. Nicht einmal Falken und Uhu-Attrappen helfen.

Hast Du irgendwo gelbe Fahnen gesehen?

In der Reitschule wird die Grosse Halle besetzt. Die Besetzer nennen sich «Die Wohlstandsverwahrlosten». Ihnen ist der Betrieb dort, aber eigentlich überhaupt in der Reitschule, zu kommerziell geworden. Vielleicht sind sie die neue Generation der Bewegten. Gar nicht neu, wenn es um die Reitschule geht, sondern nur noch lahme Leier sind die ewigen rechtspopulistischen Querschüsse. Bringen überhaupt nichts. Nun hat sogar das Bundesgericht die neuste SVP-Initiative für ungültig erklärt. Fortsetzung, steht zu befürchten, folgt trotzdem.

Noch immer nichts?

Die Kirchenfeldbrücke wird jetzt dann saniert. Damit wird eine Hauptzufahrt zur Stadt blockiert. Die Kunsthalle, die auf der anderen Seite der Brückenbaustelle am Helvetiaplatz steht, Berns berühmteste Kulturinstitution, feiert in diesem Jahr das 100-Jahre-Jubiläum. Man wird sie, wird versichert, dennoch erreichen können.

Dort! Dort hinten, siehst Du?

Berner Gartenrestaurants, so schreibt es die Bewilligung der Gewerbepolizei vor, müssen beim Public Viewing während der Fussball-WM in der Pause den Ton abschalten. Andere Städte handhaben das liberaler. Die Jungfreisinnigen, recht tun sie, haben die Berner Lösung kritisiert. Die Gewerbepolizei antwortete, die Wirte hätten sich nicht beschwert.

Oh, da sind noch mehr!

Für die Viererfeld-Überbauung, 1200 Wohnungen, ein neuer Stadtteil, wurden zum städtebaulichen Wettbewerb 26 Teams eingeladen, nur acht davon mit Berner Beteiligung, der Rest aus der Schweiz und Europa. Man wünsche sich nur die besten Teams, heisst es. Offenbar ist es ein Qualitätszeichen, wenn man möglichst viele von auswärts einlädt.

Läck, dieses Fahnenmeer, ich glaubs nicht!

Nach dem diskussionslosen 4:1 gegen Lausanne am Sonntag, dem ein bewegender Abschied von Klubbesitzer Andy Rihs vorausgegangen war – selten war es so still 20 Sekunden lang –, kann der BSC Young Boys am nächsten Samstag vorzeitig Schweizer Meister werden. In Bern sucht man noch einen Balkon, von dem aus die Spieler der Menge zuwinken können.

Mittendrin. Endlich!