YuBeljahr
#27: Wir lassen es gern die andern sagen – so können wir uns in aller Ruhe auf den grossen Tag vorbereiten

Wird diese Saison endlich ein YuBeljahr? Die vier Berner Autoren Pedro Lenz, Bänz Friedli, Bernhard Giger und Klaus Zaugg glauben fest daran, dass YB den FC Basel entthront. Sie begleiten ihren Verein auf dem Weg zum Titel mit einer wöchentlichen Meisterkolumne. Zumindest bis der Rückstand auf Basel 13 Punkte oder mehr beträgt.

Bernhard Giger
Bernhard Giger
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Tore und Siege, hier gefeiert von den Young Boys.

Tore und Siege, hier gefeiert von den Young Boys.

KEYSTONE/URS FLUEELER

Nein, keine Anspielung auf das Lichterlöschen. Dass der FC Basel im Moment gar nicht richtig zum Fussballspielen kommt und die Niederlage im Cup-Halbfinal deshalb wohl doppelt schwer aufliegt, ist nicht unser Problem.

Sowieso nicht das von YB. Die Mannschaft muss, wie man in solchen Situationen gern zu sagen pflegt, nun einfach Spiel für Spiel nehmen. Was sonst noch ist, soll sie nicht kümmern.

Uns Fans wiederum, oder überhaupt uns Berner und Bernerinnen, beschäftigt gegenwärtig ein anderes Problem als Basels Schicksal: Wir müssen, ganz real, wieder lernen, wie das ist, wenn YB Meister wird. Wenn wir uns nicht trösten, sondern alle umarmen. Wenn Bern stolz sein darf und niemand in der Restschweiz darüber lächelt.

Ein Luxusproblem im Vergleich zu den vergangenen Jahren, als wir nach der Winterpause jeweils mit dem Prinzip Hoffnung durch den Frühling schlitterten, aber durchaus ein Problem.

Der Stadtpräsident zum Beispiel, der am letzten Samstag im Rathaus die Neuzugezogenen in Bern begrüsste, setzt noch ganz auf Ausgewogenheit: «Wir sind die Stadt, in der es in diesem Jahr vielleicht gleich zwei Meistertitel von grossen Vereinen zu feiern gibt», sagte er.

Das hat in der Runde der Neustädter natürlich für Erheiterung gesorgt. Wurde dem wahren Sachverhalt aber nicht wirklich gerecht: Der eine Titel ist sozusagen programmiert, weil
der SCB im Eishockey der FC Basel ist.

Schon fast ein Jahrhundertereignis wäre jedoch der andere Titel. Der von YB. Und dann käme im Cup vielleicht gleich noch ein weiterer mit dazu. Historisch wäre das. Die Geschichtsbücher würden es noch lange vermerken. So etwas muss zuerst verinnerlicht werden, das geschieht nicht von heute auf morgen. Aber noch bleibt uns Zeit. Die brauchen wir auch. Wir sind Berner, die nehmens bekanntlich gemächlich.

AZ

Es tut darum gut zu sehen, wie der Rest der Fussballschweiz sich die Augen reibt und mit wachsendem Respekt zu uns ins Wankdorf blickt.

Es ist Balsam auf viele Wunden, wenn sie Runde für Runde in den Spielanalysen davon reden, dass YB dieser Titel nur noch schwer zu entreissen sei.

Wir lassen es gern die andern sagen. So können wir uns in aller Ruhe auf den grossen Tag vorbereiten.