YuBeljahr
#21 (Winterpause - Spezial): Gelb, Schwarz, Uschi und ich

Sie leiden Woche für Woche mit ihrer grossen Liebe. Die vier Berner Autoren Pedro Lenz, Bänz Friedli, Bernhard Giger und Klaus Zaugg schreiben YB per Kolumne zum längst ersehnten Titel. Die Hälfte ist geschafft. Weiter so!

Bänz Friedli
Bänz Friedli
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Tore und Siege, hier gefeiert von den Young Boys, sind attraktiver als Unentschieden

Tore und Siege, hier gefeiert von den Young Boys, sind attraktiver als Unentschieden

KEYSTONE/URS FLUEELER

Es ist höchste Zeit, dass ich von Uschi erzähle. Sie leitete damals die YB-Geschäftsstelle und war eine Pionierin im Schweizer Spitzenfussball. Sie holte mich – ich war gerade 17-jährig – zur «YB Zytig», und kurz nach der WM, am 25. August 1982, durfte ich meinen ersten Text veröffentlichen: «Vorbei sind die heissen Fussballtage Spaniens, nun hat also der helvetische Fussballalltag wieder begonnen, statt Estadio Bernabéu, Falcão, Rossi und Littbarski heisst es wieder Wankdorf, Maissen, Feuz», schrieb ich floskelhaft.

«Sekretärin» wurde sie von den Herren im Vorstand gönnerhaft genannt, in Wahrheit schmiss Uschi den Laden. Und war gewissen Schnauzträgern und Wichtigtuern dann eines Tages zu mächtig. Sie musste gehen. Und hat die Kränkung, von ihrem geliebten YB vertrieben worden zu sein, nie ganz verwunden. Ihr Herz schenkte sie dem BVB Dortmund, schwarz-gelb statt gelb-schwarz.

Jahrzehnte später erst gelang es mir, sie wieder ein bisschen mit dem YB-Fieber anzustecken. Per SMS freute sie sich nun mit mir über gelb-schwarze Punktgewinne und ich mich mit ihr über schwarz-gelbe. Und irgendwann begleitete sie mich sogar wieder ins Wankdorf. Das inzwischen «Stade de Suisse» hiess.

Worauf jedoch ich mich zu entfremden begann. Vom Fussballbusiness, von den tätowierten Bubis, die stets die gleichen Sprüche absondern, und, ja, auch von YB: Da sprach doch ein Verwaltungsrat der Young Boys ausgerechnet vor der Kulisse der Muttenzer Kurve in ein TV-Mikrofon, es habe für YB absolut keinen Sinn, dem FC Basel Paroli bieten zu wollen. Da wollten die Klubbesitzer unser Stadion allen Ernstes in «Ifolor Arena» umtaufen. Allmählich verleidete es mir.

Lieber spielte ich selber, ging zum Frauenfussball und fieberte mit unseren Spielerinnen an der EM in Holland. Und was geschah? Sie hat mich zurück-angesteckt: Uschi. Sonst hätte ich womöglich die wichtigste Saison verpasst, seit wir uns kennen.

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