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150'000 Franken für neues Zentrum des Aargauer Turnverbands bewilligt

Das derzeitige Turnzentrum in Niederlenz wird bald einen Platz in den Geschichtsbüchern finden.

Das derzeitige Turnzentrum in Niederlenz wird bald einen Platz in den Geschichtsbüchern finden.

Der Aargauer Turnverband (ATV) hat bei der Delegiertenversammlung vom 11. November einen Projektierungskredit von 150‘000 Franken für ein neues Turnzentrum bewilligt.

Der ATV ist auf einer Suche nach einem neuen Standort. Seit 1998 gibt es das Leistungszentrum des Verbandes in Niederlenz - doch der Vermieter kündete den Vertrag Ende 2020. Der nun bewilligte Projektierungskredit von 150‘000 Franken soll zur vertieften Planung genutzt werden, damit der ATV "die beste Lösung ermittelt und umsetzt", teilt der Verband mit.

Peter Fischer, Präsident der Genossenschaft Aargauer Turnzentrum, ist mit dem positiven Ausgang der Abstimmung zufrieden: "Das war ein klares Bekenntnis für ein neues Turnzentrum." Auch ATV_Präsident Jörg Sennrich zeigt sich erleichert: "Unsere Turnerinnen und Turner dürfen jetzt Träume haben. Wir sagten Ja zu unserer Zukunft."

"Das Turnzentrum ist von zentraler Bedeutung"

Die Aargauer Turnfamilie steht mit der Planung eines neuen Standorts vor einer wegweisenden Entscheidung. Es geht um die Zukunft des regionalen Leistungszentrums und damit letztlich um die Perspektiven des Spitzensports im Kanton. 

Da das regionale Leistungszentrum in Niederlenz, welches den Aargau 1998 in die oberste Hubraumklasse des Schweizer Turnsports katapultierte, muss den bisherigen Standort im Hetex-Areal verlassen. Ursprünglich kündigte der Besitzer das Mietverhältnis auf Ende 2018, zwischenzeitlich konnte der Trainingsbetrieb bis Ende März 2020 sichergestellt werden.

Aus der Not geboren, hat die Suche nach einem neuen Standort inzwischen eine grössere Dimension erreicht. «Das Turnzentrum ist von zentraler Bedeutung für den Turnsport im Aargau», sagt ATV-Präsident Jörg Sennrich. Es geht auch um die Führungsrolle, welche der Aargau im Turnen verkörpert.

Seit dem Einzug in Niederlenz hat man zwei Generationen von Topathleten hervorgebracht, welche für die Schweiz Medaillen an EM und WM eroberten. Zuerst jubelten Turner wie Niki Böschenstein, Roland Häuptli und Mark Ramseier, in jüngster Vergangenheit galt der Applaus Oliver Hegi und Christian Baumann.

Rund 40 Aargauer Namen findet man aktuell in den nationalen Kadern. Damit belegt der Aargau einen Drittel aller Plätze. 650 Stellenprozente stellt der ATV für die Trainerarbeit in Niederlenz zur Verfügung, um die Talente möglichst optimal zu fördern.

Eine geeignete Infrastruktur muss gefunden werden

Doch die Aargauer Vorreiterrolle hat die anderen Regionen längst angestachelt, ebenfalls stark in die Professionalisierung zu investieren. Mit modernen Infrastrukturen und renommierten Trainern haben regionale Zentren wie die Ostschweiz, Zürich oder Genf den Rückstand wettgemacht oder bereits auf die Überholspur ausgeschert.

«Anstatt wie bisher 1500 m2, brauchen wir künftig 2500 m2», rechnet Peter Fischer, der Präsident Genossenschaft Aargauer Turnzentrum, vor. Immerhin gilt es, für rund 120 regelmässig innerhalb der Aargauer Kaderstrukturen trainierende Kinder und Jugendliche eine geeignete Infrastruktur zu stellen. Der Standort Niederlenz ist längst an seine Grenzen gestossen.

Doch den Verantwortlichen der Projektgruppe schwebt noch mehr vor. Neben Räumen für Regenerationsmassnahmen, für die Sportschule und auch für die Geschäftsstelle des Verbandes, strebt man auch eine intensive «Mantelnutzung» an. Mit dem Ziel, das Turnen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. «Es soll ein Turnzentrum für alle Turner sein», sagt Sennrich.

Man will das Know-how des Spitzensports gezielt auf die Vereine übertragen. Das Leistungszentrum soll auch Ausbildungszentrum sein und für Private oder Firmen ein attraktiver Veranstaltungsort. Sennrichs Vision lautet: «Wir wollen nicht nur 42'000 Turner bewegen, sondern einen möglichst grossen Teil der Aargauer Bevölkerung.»

Drei Varianten zur Auswahl

Knapp 20 mögliche Objekte hat die Projektgruppe geprüft. Nun stehen drei mögliche Standorte zu Auswahl, zwei in der Region Lenzburg, einer im Grossraum Aarau-Lenzburg. Neben einem Gebäude zur Miete, eine mögliche Halle in Partnerschaft mit einem anderen Nutzer und ein eigenes Bauprojekt.

Im Frühling 2018 braucht es den definitiven Standortentscheid, damit der Betrieb idealerweise im Jahr 2021 aufgenommen werden kann. Peter Fischer schätzt die Investitionskosten auf 6 bis 9 Millionen Franken.

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