Champions League
0:3 Hypothek – wen kümmert's? Die Atlético-Fans glauben an das Wunder gegen Real

Real Madrid geht am Mittwochabend mit einem 3:0-Vorsprung in das Halbfinal-Rückspiel der Champions League beim Stadtrivalen Atletico. Noch nie haben die «Königlichen» einen solchen Vorteil verspielt. Die Atletico-Fans glauben aber immer noch an ein Wunder.

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Die Fans machen ihr «Atleti» heiss auf das Rückspiel gegen Real Madrid.

Die Fans machen ihr «Atleti» heiss auf das Rückspiel gegen Real Madrid.

Keystone

Alle Warnungen helfen nichts. Zinédine Zidane und seine Spieler mahnten zur Vorsicht, noch sei nichts entschieden, Atletico sei ein gefährlicher Gegner mit grossen Spielern. Doch nicht nur für die Fans scheint undenkbar, dass der Rekordsieger den letzten Dienstag souverän erspielten Vorsprung noch aus der Hand gibt und seinen 15. Finaleinzug verpasst. Nicht wenige Anhänger haben schon Flüge für den 3. Juni nach Cardiff gebucht.

Vor dem Rückspiel setzen tausende Atletico-Fans nochmals ein starkes Zeichen: Sie empfangen die Spieler nach dem morgendlichen Training vor dem Hotel mit Transparenten und Gesang. Mit viel Leidenschaft wollen die Fans das fast Unmögliche möglich machen.

So empfangen die Fans ihr «Atleti»:

Noch nie ist Real Madrid nach einem 3:0-Sieg im Hinspiel ausgeschieden. Darauf, dass es am Mittwochabend passieren könnte, deutet so gut wie nichts hin. Am letzten Dienstag war Real dem Stadtrivalen in allen Belangen überlegen, selbst in puncto Aggressivität und Zweikampfverhalten, den beiden Kernkompetenzen von Atletico unter Trainer Diego Simeone. Und vorne kann Real Madrid auf Cristiano Ronaldo zählen, der in den letzten drei Champions-League-Partien acht Treffer erzielt hat.

Exploit benötigt

Seit 60 Spielen hat Real Madrid immer mindestens ein Tor erzielt. Geht die Serie weiter, dann müsste Atletico mindestens fünfmal treffen, um das Handicap aus dem Hinspiel wettzumachen.

Es braucht also viel Überzeugungsarbeit von Simeone, um seiner Truppe die Zuversicht zu vermitteln, die es für den Exploit braucht. "Bei Atletico ist alles möglich", meinte er schon unmittelbar nach dem Hinspiel.

Auch die Fans glauben, dass noch alles möglich ist:

Letztes Spiel im alten Stadion

Der Rahmen stimmt auf jeden Fall, um das Unmögliche möglich zu machen: Champions-League-Halbfinal, Derby und die Europacup-Dernière im Estadio Vicente Calderon. Gut 50 Jahre nach ihrer Einweihung wird die Arena abgerissen, und Atletico zieht ins 68'000 Plätze grosse Estadio Olimpico. Vor allem in den letzten Jahren war das Vicente Calderon im Europacup eine Festung. In den letzten acht K.o.-Spielen der Champions League blieb Atletico ohne Gegentreffer, unter anderem gegen Real, Bayern München, Chelsea und Barcelona.

Um eine Chance zu haben, dürfe man kein Tor zulassen, sagte Saul Niguez. Und am besten schon in der ersten Halbzeit treffen. Eine Referenzpartie hat Atletico, die gar nicht so weit in der Vergangenheit liegt. Im Februar 2015 setzte sich Simeones Mannschaft in der Meisterschaft daheim gegen Real mit 4:0 durch. Niguez schoss damals schon in der 18. Minute das 2:0.

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