Eishockey

Nach überstandener Tumorerkrankung: Romano Lemm kehrt in die Nati zurück

Romano Lemm: WM-Teilnahme nicht in Gefahr

Romano Lemm: WM-Teilnahme nicht in Gefahr

Mit dem Deutschland-Cup in München beginnt die Ära des neuen Schweizer Eishockey-Nationaltrainers Glen Hanlon. Zum Aufgebot gehört auch Romano Lemm. Nach überstandener Tumor-Erkrankung, kehrt de Kloten Flyer-Spieler ins Team zurück.

Gegen Gastgeber Deutschland, Kanada sowie die Slowakei steht die Auswahl des 57-jährigen Kanadiers auf dem Prüfstein. Den Auftakt macht die Partie gegen den Gastgeber Deutschland am Freitag um 20 Uhr.

11 Neulinge im Aufgebot

Insgesamt elf Neulinge stehen im 25-köpfigen Aufgebot von Hanlon. Chris Baltisberger, Mike Künzle (beide ZSC Lions), Larri Leeger (Lausanne), Dario Simion (Davos), Cédric Hächler (Rapperswil-Jona Lakers), Jannik Fischer (Lausanne), Lorenz Kienzle (Lugano), Gaëtan Haas, Ramon Untersander (beide Biel) und Christoph Bertschy (Bern) sowie Goalie Sandro Zurkirchen (Ambri-Piotta) gehören erstmals zum Kader des A-Nationalteams.

Auf Top-Niveau zurückgekämpft

Für einen steht der Deutschland-Cup unter einem besonderen Stern: Klotens Romano Lemm (30) gibt nach gut drei Jahren sein Comeback im Nationalteam. Lemm hatte 13 Monate nach der Entfernung eines gutartigen Hirnnerven-Tumors zunächst im Spätherbst 2012 sein NLA-Comeback gegeben.

Er muss(te) mit einem Pfeifen im Ohr und Gleichgewichtsstörungen umgehen lernen. Dennoch kämpfte sich der Zürcher Schritt für Schritt auf das Top-Niveau zurück. "Die Rückkehr ins Nationalteam war immer mein Ziel", sagt Lemm.

"Was ist das überhaupt?"

Rückblick: Im Oktober 2011 erhielt Lemm die Hiobsbotschaft: Diagnose Hirntumor. Ein Schock für den Kloten-Flyer, die guten Leistungen auf dem Eis gerieten in den Hintergrund. "In diesem Moment ging mir vor allem durch den Kopf, wann ich überhaupt wieder spielen kann. Natürlich liest man auch nach, an was man leidet. Hirnnervtumor – was ist das überhaupt? Man wird nervös, besonders vor der Operation. So etwas ist nie ungefährlich“, schildert Lemm seine schwierige Zeit.

Doch sein Umfeld habe ihm viel geholfen. Die medizinische Betreuung war einwandfrei, von Familie, Freunden und der Mannschaft kam viel Unterstützung. Rückblickend kann die Nummer 67 der Kloten Flyers sagen, dass es "eine schwierige Zeit war, doch es ist alles gut gegangen. Trotz allem war es ein langer, beschwerlicher Weg“.

1 Jahr statt 3 Monate

Aus den prognostizierten drei Monaten Genesungszeit wurden schnell mehrere Monate, dann gar ein ganzes Jahr. "Ich ging bereits eineinhalb Wochen nach der Operation wieder aufs Eis, musste aber schnell feststellen, dass es zu früh war.“ Zu viele Schmerzen plagten den Ex-Nationalspieler.

12 Wochen waren zu kurz angesetzt, wohl auch, weil es bisher keine Referenzfälle von Spitzensportlern im Eishockey gab. "Für einen Vollkontaktsport hatte ich schlicht zu viele Symptome und musste zurück schrauben“, erkannte Lemm nüchtern. Doch Lemm kämpfte sich beharrlich zurück.

Mit Suri und Martschini im Sturm

Für Hanlon ist klar, dass Lemm nicht von ungefähr ein Aufgebot erhalten hat. "Er zählt zu den besten Centern des Landes", sagt Hanlon. Mit 134 Länderspielen ist Lemm auch der klar erfahrenste Spieler im Aufgebot des Kanadiers. In München soll Lemm mit den beiden Zugern Lino Martschini und Reto Suri eine dominante Sturmformation bilden.

München. Deutschland Cup.

Aufgebot Schweiz. - Torhüter (2): Daniel Manzato (Lugano), Sandro Zurkirchen (Ambri-Piotta). - Verteidiger (8): Larri Leeger (Lausanne), Cédric Hächler (Rapperswil-Jona Lakers), Jannik Fischer (Lausanne), Tim Ramholt (Zug), Lorenz Kienzle, Dominik Schlumpf, Clarence Kparghai (alle Lugano), Ramon Untersander (Biel). - Stürmer (15): Gaëtan Haas (Biel), Chris Baltisberger, Mike Künzle, Reto Schäppi (alle ZSC Lions), Christoph Bertschy, Tristan Scherwey (beide Bern), Simon Bodenmann, Romano Lemm (beide Kloten Flyers), Dario Simion, Samuel Walser, Dino Wieser (alle Davos), Etienne Froidevaux (Lausanne), Lino Martschini, Reto Suri (beide Zug), Eric Walsky (Lugano).

Programm Deutschland Cup. Freitag, 7. November, 16.30 Uhr: Kanada - Slowakei. 20.00 Uhr: Deutschland - Schweiz. - Samstag, 8. November, 16.15 Uhr: Deutschland - Slowakei. 19.45 Uhr: Schweiz - Kanada. - Sonntag, 9. November, 13.15 Uhr: Slowakei - Schweiz. 16.45 Uhr: Kanada - Deutschland.

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