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Wenn die Füsse streiken

Man beachtet sie erst, wenn sie Probleme machen: die Füsse. Die häufigsten Fuss­beschwerden und deren Behandlung.

Stefan Müller
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Dieser Artikel wurde von der Verlagsredaktion der CH Regionalmedien AG im Auftrag von Gesundheit Aargau erstellt. Hier geht es zu den Richtlinien für Paid Content.

Fussgymnastik stärkt die Fussmuskulatur und beugt zahlreichen Fussproblemen vor.

Fussgymnastik stärkt die Fussmuskulatur und beugt zahlreichen Fussproblemen vor.

Bild: Getty

Tagein, tagaus bestehen unsere Füsse klaglos ihren Dienst. Wenn es ihnen gut geht, zumindest. Dann benützen wir sie selbstverständlich und beachten sie kaum. Doch wenn sie einmal nicht mehr wollen und schmerzen, meist mit dem Älterwerden, rücken sie schlagartig in unser Blickfeld. Weil die Probleme in der Regel über Jahre hinweg entstanden sind, können sie auch nicht über Nacht weggezaubert werden. Sie zu behandeln, braucht Geduld und Beharrlichkeit.

«Hallux valgus», die geknickte Grosszehe

Zu einem häufigen Problem des Fusses zählt der «Hallux valgus»: eine Fehlstellung des Grosszehs. Wenn dieser in Richtung Kleinzehen abknickt, entwickelt sich auf der Innenseite des Grosszehengelenks oft eine Schwellung, die in normalen Schuhen störend sein kann und sich manchmal auch entzündet. Mehr als jeder Zehnte über 50 leidet darunter, mehrheitlich Frauen. Die Ur­sachen sind verschieden. «Früher vermutete man, dass das Tragen von engen, hochhackigen Schuhen der alleinige Grund sei», sagt Dr. med. Manuel Peterhans, Leiter Fuss- und Sprunggelenkschirurgie am Kantonsspital Aarau (KSA). Aus neueren Studien wisse man jedoch, dass der Einfluss der Schuhe geringer sei als angenommen.

Um die Schmerzen zu reduzieren, helfen angepasste Schuhe, Polster oder Schienen sowie Physiotherapie. Doch wenn die Schmerzen zu stark werden, drängt sich eine Operation auf, um die Fehlstellung zu korrigieren. «Die Erfolgsaussichten sind in der Regel sehr gut», sagt Orthopäde Peterhans. Verbunden allerdings mit den Risiken jeder Operation wie zum Beispiel einer Wundinfektion.

Von Krallen- und Hammerzehen

Verbreitet sind auch die Hammer- und Krallenzehen, die im Laufe des Lebens entstehen können. Während bei einer Krallenzehe das Zehenendgelenk ständig gebeugt ist, ist bei der Hammerzehe das Endgelenk gestreckt. Es handelt sich meist um ein mechanisches Problem: ein Ungleichgewicht zwischen Strecker- und Beugemuskulatur. Häufig tritt dies zusammen mit anderen Fussdeformationen insbesondere einem Hallux valgus auf. Manchmal liegt auch eine rheumatische oder Nervenerkrankung zugrunde. Unpassendes Schuhwerk trägt zur weiteren Schädigung des Fusses bei.

Bei den beiden Zehenfehlstellungen kommen konservative Massnahmen zum Einsatz wie Polster oder Schienen. Schmerzen die Fussballen, helfen aus­serdem orthopädische Schuheinlagen. Wenn dies nichts bringt, ist laut Peterhans eine Operation angezeigt.

Fersensporn – die Verknöcherung der Sehne

Ein Fersensporn ist eine kleine, dorn­artige Kalkablagerung oder Verknöcherung der Sehne. Das Problem tritt bei Erwachsenen häufig auf. Verursacht wird es durch eine Verkürzung der Wadenmuskulatur oder aufgrund mangelnder Elastizität derselben. Beim Gehen führt dies zu einer Überlastung des Achillessehnen-Ansatzes, was die typischen Schmerzen an der Ferse im Sohlenbereich zur Folge hat.

Beim Fersensporn hilft im Gegensatz zu Hammer- und Krallenzehe selten eine Operation. Stattdessen setzt man vor ­allem konservative Therapien ein. «Mit Dehnungs- und Kräftigungsübungen werden die allermeisten Patienten beschwerdefrei», sagt Peterhans. Diese Übungen müssten aber konsequent über mehrere Wochen durchgeführt werden, unterstützt durch Physiotherapie mit ­lokal entzündungshemmenden (meist medikamentösen) Massnahmen. Auch die Stosswellentherapie hilft gut. Die Beschwerden lassen sich weiter lindern, indem man entzündungshemmende Medikamente gezielt spritzt. Bei hartnäckigen Fällen kann auch eine Bestrahlung ins Auge gefasst werden. Und schliesslich bringen auch hier orthopädische Schuheinlagen manchmal Linderung.

Das «Hühnerauge» und der Dorn darin

Mit einem «Hühnerauge» (Clavus) hat sich wohl jeder schon einmal herumschlagen müssen. Es handelt sich um eine verdickte und verhornte Stelle am Fuss, die infolge ständiger Druckbelastung oder Reibung entsteht. Im Kern des Hühnerauges hat sich ein aus Haut bestehender Dorn gebildet. Die Ursachen können verschieden sein wie drückende Schuhe oder Fussfehlstellungen. «Die Therapie besteht in der Druckreduktion», erklärt Peterhans: «Ist diese erreicht, verschwinden die Hühneraugen meist von selbst.» Häufig könne dies mit einer Schuhanpassung oder mit Einlagen erreicht werden. Die Behandlung lässt sich beschleunigen mit Hühneraugen-Pflaster oder einer mechanischen Entfernung. Es ist ratsam, hierfür einen Podologen aufzusuchen.

Wer trotz guten Schuhen häufig unter Hühneraugen leidet, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen. Liege nämlich dem Hühnerauge eine Fehlstellung des Fusses oder eine gekrümmte Zehe zugrunde, sollten diese laut Orthopäden allenfalls operativ korrigiert werden.

Wie halte ich die Füsse fit?

Gut passende Schuhe sind wichtig, weder zu klein noch zu gross. Hat man nur leichte Druckstellen, lassen sich die Schuhe individuell anpassen. Zum Beispiel, indem die Schuhkappen erweitert werden, sodass die Zehen wieder mehr Platz haben. Linderung bringen auch Filzringe, die man in die Schuhe klebt. Sie verteilen den Druck und vermindern Druckstellen.

Weiter ist es wichtig, seine Fussmuskulatur zu trainieren. Barfusslaufen ist eine Möglichkeit, idealerweise auf feuchten Wiesen, Sandstränden oder Waldboden. Diabetiker und allgemein Menschen mit Wundheilstörungen sollten davon eher absehen. Sie finden Übungen für die Füsse z. B. auf Youtube. Wer jedoch regelmässige Schmerzen an den Füssen hat, sollte einen Arzt aufsuchen. (smu)

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