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Kohl fürs Knie, Brokkoli gegen Krebs

Die Apotheke vom Märit und Hofladen

Lajos Schöne
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Kohl, der «Arzt der Armen», wird als Volksheilmittel geschätzt zur Behandlung von Verletzungen sowie bei Magen-Darm-Beschwerden und Infektionen.

Kohl, der «Arzt der Armen», wird als Volksheilmittel geschätzt zur Behandlung von Verletzungen sowie bei Magen-Darm-Beschwerden und Infektionen.

Bild: unsplash

Typische Wintergemüse wie Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl und Co. bewähren sich vielseitig als Beilage oder Hauptgericht, zum Salat oder als Eintopf. Kohl bietet jedoch weit mehr als nur ­kulinarischen Genuss. Sein Nutzen für die Gesundheit konnte in zahlreichen grossen Studien nachgewiesen werden: Ein Wickel aus Kohlblättern etwa lindert Gelenkschmerzen, Brokkoli und Blumenkohl bremsen das Krebswachstum.

Die heilsamen Wirkungen von Kreuz­blütengewächsen (Brassicaceae) sind seit der Antike bekannt. Zu ihnen zählen sämtliche Kohlsorten, Sauerkraut und Kohlrabi, Kapuzinerkresse, Pak Choi, Rucola, Rettich, Meerrettich, Radieschen, Raps und Senf. Kohl galt bei den Römern als «Arzt der Armen» und wurde als Volksheilmittel geschätzt zur Behandlung von Verletzungen, Magen-Darm-Beschwerden und Infektionen. Als besonders nützliche Inhaltsstoffe der Pflanzenfamilie gelten die sogenannten Isothiocyanate; sie besitzen offenbar ein krebshemmendes Potenzial.

Studien bestätigen Wirkung der Volksmedizin

Kohl bietet allerdings nicht nur beim Verzehr gesundheitliche Vorteile. «Analgetisch wirksame pflanzliche Medikamente können die Dosis der antirheumatischen Schmerzmittel reduzieren oder ersetzen», berichtet Prof. Dr. Gustav J. Dobos in der «Münchener Medizinischen Wochenschrift». «Kohlwickel wirken entzündungshemmend und genauso gut wie Diclofenac-Gel». Der Saft von äusserlich aufgelegten Kohlblättern hemmt Entzündungen, wirkt desinfizierend und leitet toxische Stoffe über die Haut ab. Kohlwickel mit frischen Wirsing- oder Weisskohlblättern lindern Gelenkschmerzen an Schulter, Ellenbogen und Knie und werden in der Volksmedizin auch bei Gicht, Rheuma und Insektenstichen eingesetzt. Die schmerzlindernde Wirkung des Kohlwickels konnte jüngst durch eine von der Carstens-Stiftung geförderte Studie bestätigt werden. Auch die Beweglichkeit des Kniegelenks sowie die von den Patienten empfundene Lebensqualität haben sich verbessert. Die mit den Kohlwickeln erzielte Verminderung des Gelenkschmerzes führten die Forscher auf die entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Inhaltsstoffe des Kohls zurück.

Zur Zubereitung eines Kohlwickels werden frische Kohlblätter verwendet, bevorzugt Wirsing. Sie werden mit einem Nudelholz oder einer Flasche plattgewalzt, bis der Saft austritt. Man legt am besten mehrere Blätter dachziegelartig auf die schmerzende Stelle und umwickelt sie mit einem Tuch. Der Kohlwickel kann bis zu zwölf Stunden, also auch über Nacht auf der Haut verbleiben.

Martin Konradi, Dozent für Phytotherapie in Zürich, hebt in einem Kommentar zur deutschen Studie hervor: «Kohlwickel ist billig, gut verträglich, wirkt offenbar lindernd auf die Beschwerden der Kniegelenksarthrose, ermöglicht Eigenaktivität bei der Krankheitsbewältigung, wenn von einer Pflegeperson angewendet. Was will man mehr?»

Kohlgemüse als Anti-Krebs-Diät

Aus gesundheitlicher Sicht stehen die bioaktiven Komponenten Glucosinolate und Isothiocyanate im Fokus des wissenschaftlichen Interesses. Pflanzen produzieren sie, um Insekten abzuwehren. In Krebszellen sorgen die Stoffe wahrscheinlich dafür, dass diese sterben bzw. kein bösartiges Gewebe ausbilden können. Eine im März 2018 im «British Journal of Nutrition» veröffentlichte Studie chinesischer Forscher ergab einen eindeutigen Zusammenhang: Ein hoher Konsum von Kohlgerichten war mit einem deutlich erniedrigten Krebsrisiko verbunden.

Bereits 2012 haben australische Wissenschafter der Sydney Medical School für eine Meta-Analyse die Ergebnisse von 33 Studien herangezogen. Die systematische Übersicht ergab einen statistisch eindeutig positiven Zusammenhang zwischen dem Konsum von Kohlgemüse und einem erniedrigten Risiko für Darmkrebs. Als besonders wirkungsvoll erwies sich der häufige Verzehr von Brokkoli. Diese Kohlart trägt dank ihres hohen Vitamin-C-Gehaltes (eine Portion als Gemüsebeilage liefert 230 mg Vitamin C) zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Darüber hinaus enthält Brokkoli ein spezielles Isothiocyanat, das Sulphoraphan.

Eine Krebsforschergruppe um Prof. Dr. Ingrid Herr vom Universitätsklinikum Heidelberg und Deutschen Krebsforschungszentrum konnte in mehreren experimentellen Studien den Nachweis erbringen, dass Sulphoraphan einen ­bestimmten Signalweg in besonders ­aggressiven Zellen des Bauchspeicheldrüsenkrebs blockiert und damit die Krebszellen verwundbar macht. Kombiniert mit Chemotherapien verstärkt der Naturstoff deren Wirkung.

Kochwasser für Sauce oder Suppe verwenden

Sulforaphan gibt es noch nicht als Medikament zu kaufen. «Man kann jedoch Sulforaphan über die Ernährung in therapeutisch wirksamen Dosen aufnehmen», sagt Ingrid Herr. «Eine prospektive epidemiologische Ernährungsstudie bei Patienten mit Prostatakrebs belege, dass der häufige Verzehr von Brokkoli oder Blumenkohl, das heisst drei bis fünf Portionen in der Woche, das Risiko der Streuung eines Tumors deutlich verringert.» Am besten erhalten bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe, wenn man Brokkoli und andere Kohlsorten ent­weder roh verspeist und gut kaut, kurz dämpft oder kurz in Fett anbrät. Wenn man Brokkoli kocht, sollte das Kochwasser laut Herren nicht weggeschüttet, sondern zur Zubereitung einer Sauce oder Suppe verwendet werden, da darin das aus den Pflanzenzellen gelöste Sulforaphan enthalten ist.

Auch zahlreiche andere Studien deuten auf eine krebshemmende Wirkung von Kohl und Co. hin: Menschen, die häufig Kreuzblütler-Gemüse verzehren, erkranken seltener an Darm- (–15%), Blasen- (–20%), Prostata- (–10%) und Brustkrebs (–15 %) im Vergleich zu denjenigen, die wenig oder keines essen. Als hoher Konsum gelten dabei beispielsweise 50 Gramm täglich oder vier Kohlgerichte pro Woche.

Die Isothiocyanate der Kreuzblütler sind übrigens auch bei Erkältungen nützlich: Sie entfalten eine mit Antibiotika vergleichbare Wirksamkeit gegenüber Bakterien, die für viele Infektionen der Atemwege und für schmerzhafte Blasenentzündungen verantwortlich sind.

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