SPONSORED CONTENT
Die Harnsäure muss weg

Was Gichtpatienten guttut, erklärt «natürlich»-Beraterin Sabine Hurni

Sabine Hurni
Merken
Drucken
Teilen

Dieser Artikel wurde von CH Media im Auftrag von Gesundheit Aargau erstellt. Hier geht es zu den CH Media-Richtlinien für Paid Content.

Gichtpatienten können Harnsäure nur schlecht über die Nieren ausscheiden. Die Brennnessel kann sie dabei unterstützen, indem sie die Nieren- und Blasentätigkeit anregt.

Gichtpatienten können Harnsäure nur schlecht über die Nieren ausscheiden. Die Brennnessel kann sie dabei unterstützen, indem sie die Nieren- und Blasentätigkeit anregt.

Bild: unsplash

Ich möchte an dieser Stelle der Brennnessel ein Kränzchen winden. Im Moment wächst sie so kräftig in ihren sattgrünen Farben am Wegrand, dass man am liebsten reingreifen und ein paar Pflanzen pflücken möchte. Das wäre jedoch eine schmerzhafte Angelegenheit. Wobei gerade Leute, die an Gicht oder Arthrose in den Händen leiden, von ­dieser «Mutprobe» profitieren könnten. Wieso? Weil die durch die Brennhaare der Brennnessel erzeugte Mehrdurchblutung die Entgiftung in den Gelenken anregt. Und tatsächlich hat man sich ­früher mit Brennnesselbüscheln die Gicht aus den Gelenken geklopft. Heute greifen Betroffene lieber zu Brennnesseltee, -tinktur oder Frischpflanzensaft. Ich kann es verstehen.

Ausscheiden statt einlagern – wie die Brennnessel hilft

Ein bis zwei Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden an Gicht. Weit mehr ­haben eine Hyperurikämie, eine Überproduktion an Harnsäure. Die verläuft meist lange beschwerdefrei. Grund für die Hyperurikämie ist eine Stoffwechselstörung beim Abbau von Purin. Problematisch sind die Purine aus der Ernährung. Kommen sie bei einem Menschen mit Veranlagung zu Gicht allzu häufig auf den Teller, kann dies schnell zu viel werden: Die überschüssige Harnsäure kristallisiert aus und lagert sich in den Gelenken, in Knorpelsubstanzen und im Gewebe ab. Diese Hyperurikämie verläuft oft über Jahre hinweg symptomfrei – bis plötzlich ein heftiger Schmerz in eines der betroffenen, stark entzündeten Gelenke schiesst.

Die Schmerzen treten häufig dann auf, wenn die Betroffenen am Abend zu viel Alkohol getrunken und dazu ein üppiges Abendessen genossen haben. Das muss gar nicht im herkömmlichen Sinn ungesund sein. Eine Wurst vom Grill, eine frische Forelle, die zarte Spargel, der Thunfischsalat oder das saftige Rindsfilet haben eines gemein: Sie enthalten Purine, die den Harnsäuregehalt im Blut markant ansteigen lassen. Trinkt man zu diesem Essen Alkohol, schwächt dies den Harnsäureabbau in den Nieren, was den Purinwert erst recht in die Höhe schnellen lässt. Die Folge davon kann ein schmerzhafter und äusserst unangenehmer Gichtanfall sein, der die Betroffenen teilweise vollkommen unvorbereitet im Schlaf überrascht. Gut zu wissen: Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten leiden nicht zwangsläufig unter Gicht. Sie können durchaus auf Medikamente verzichten und stattdessen die Krankheit mit einer purinarmen Kost und der Durchspülung der Harnwege in Schach halten.

Ein Klassiker unter den harntreibenden Heilpflanzen ist die Brennnessel. Die hierzulande weit verbreitete Urtica ­dioica enthält eine derart breite Fülle an Wirkstoffen, unter anderem Kieselsäure, Kalium und Eisen, dass sie für viele Beschwerdebilder verwendet werden kann. So wirkt die Brennnessel u. a. blutbildend, hilft gegen Haarausfall, bei Hautunreinheiten, trägem Darm und Menstruationsbeschwerden; besonders wirksam ist sie in Bezug auf die Harnwege: Sie regt die Nieren- und Blasentätigkeit an und hilft auf diese Weise, die Harnwege durchzuspülen. So lösen sich grosse Mengen an Harnstoff und Harnsäure, die später über die Niere ausgeschwemmt werden – sehr zum Vorteil von Menschen mit einer Veranlagung zu Gicht. Denn was ausgeschieden ist, kann sich nicht mehr in den Gelenken einlagern.

Das Schlemmen macht die Gicht

Wer morgens mit steifen Gelenken aufwacht oder gar starke Schmerzen in den Gelenken verspürt, sollte ein paar Dinge in Sachen Ernährung beachten. Grosse Fleischportionen führen dem Körper Unmengen von Purinen zu, die den Harnsäurespiegel in die Höhe treiben. Senken Sie deshalb den Konsum von Muskelfleisch, Wurstwaren, Fleischbouillon, Sülze sowie von Fisch und Meeresfrüchten. Auch Fruchtzucker erhöht den Harnsäurespiegel. Von Gicht Betroffene sollten deshalb Softdrinks und Limo­naden, die mit Fructose oder Saccharose gesüsst sind, meiden; auch bei Süssmost, Orangensaft, Smoothies und Multivitaminsäften sollten sie zurückhaltend sein. Frische Früchte enthalten zwar ebenfalls Fruchtzucker, aber gleichzeitig wertvolle Pflanzennährstoffe. Täglich zwei Portionen Obst (ca. 300 g) liegen deshalb durchaus drin; vor allem Beeren dürfen genascht werden. Meiden Sie hingegen Dörrobst wie Rosinen und Feigen. Ein weiteres Problem ist der Alkohol: Übermässiger Konsum erhöht die Produktion von Harnsäure und hemmt deren Ausscheidung. Am schlimmsten ist das Bier, da in der für den Gärprozess benötigten Hefe Purin enthalten ist. Bereits zwei Gläser Bier erhöhen das Risiko für einen Gichtanfall erheblich. Männer dürfen sich täglich maximal zwei bis drei Deziliter und Frauen maximal ein bis zwei Deziliter Wein gönnen. Diese Menge erhöht das Gichtrisiko in der Regel nicht merklich.

Milchprodukte wie Joghurt, Hüttenkäse, Butter und Quark sowie Gemüse, Salate und generell pflanzliche Nahrung sind gut verträglich für Gichtpatienten. Jüngste Studien zeigen sogar, dass auch bei den Hülsenfrüchten, von denen einst bei Harnsäureproblemen abgeraten wurde, die Vorzüge überwiegen. Sie können also gut und gerne in die gesunde Ernährung eingebaut werden. Machen Sie hingegen keine Extremdiäten und Hungerkuren. Regen Sie stattdessen täglich die Aktivität der Nieren und der Blase mit genügend Trinken von Kräutertee und Wasser an. Zwei bis drei Liter sind für die meisten Menschen ideal, bei ersten Anzeichen eines Gichtanfalls darf es auch mehr sein.

Die Zeitschrift für das Natürliche

Sabine Hurni, dipl. Drogistin und Naturheilpraktikerin, schreibt regelmässig für das «natürlich ».
Profitieren Sie von 4 Ausgaben zum Kennenlernpreis von Fr. 20.– statt Fr. 39.20*. Bestellung unter: Tel. 058 200 55 62 oder www.natuerlich-online.ch/kennenlernen.
*Angebot gültig bis 31. 12. 2021.