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Acne inversa knockt Boxer Baldassarre Cannizzaro (46) aus.

Markus Kocher
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Dieser Artikel wurde von der Verlagsredaktion der CH Regionalmedien AG im Auftrag von Gesundheit Aargau erstellt. Hier geht es zu den Richtlinien für Paid Content.

Baldassarre Cannizzaro hat trotz vielen gesundheitlichen Rückschlägen seinen Lebens­mut nicht verloren.

Baldassarre Cannizzaro hat trotz vielen gesundheitlichen Rückschlägen seinen Lebens­mut nicht verloren.

Es begann mit einer golfballgrossen Eiterbeule in der linken Achselhöhle, gefolgt von einer schweren Blutvergiftung und einem guten Dutzend Operationen. Heute ist Baldassarre Cannizzaro IV-Bezüger und froh, wenn er mal ein paar Monate lang nicht auf den Operationstisch muss.

Ein prächtiger Spätsommertag in Siggenthal. Baldassarre Cannizzaro sitzt am Wohnzimmertisch in seiner kleinen Dachwohnung und erzählt seine Lebens- und Leidensgeschichte. In einer Ecke des Wohnzimmers stehen zwei Gehhilfen, im Gang vor der Wohnung ein leicht angejahrtes Elektromobil, mit dem der gehbehinderte 46-jährige Mann Einkäufe und Arztbesuche organisieren und kleine Ausfahrten unternehmen kann.

Vor genau vier Jahren habe sich sein Leben um 180 Grad gedreht, erzählt der ehemalige Hobbyboxer, der viele Jahre als Gerüstbauer und später als Möbelhändler gearbeitet hat. Im Juli 2017 sei er eines Morgens mit einer golfballgrossen Eiterbeule in der linken Achselhöhle erwacht. Doch im Vergleich zu dem, was in den folgenden Stunden und Tagen folgen sollte, sei das eine Kleinigkeit ge­wesen, so Cannizzaro weiter. Da sein ­Gesicht bereits blau-violett verfärbt gewesen sei, habe seine damalige Freundin sofort einen Krankenwagen organisiert und er sei mit Blaulicht ins Kantonsspital Aarau gefahren worden.

Die nächsten Wochen erlebte der Vater eines heute 20-jährigen Sohnes in einem permanenten Dämmerzustand. Aufgrund einer schweren Blutvergiftung, ausgehend von mehreren eitrigen Abszessen unter den Achseln sowie im Gesäss- und Genitalbereich, hätten ihm die Ärzte in einer mehrstündigen Notoperation unter anderem 80 Zentimeter Darm entfernen müssen, erfuhr Can­nizzaro nach der Narkose von den ­Chirurgen. Es folgten ein dreiwöchiger ­Spitalaufenthalt und eine lange Rehabilitationszeit zu Hause. Alles in allem habe es über ein Jahr gedauert, bis die Wunden wieder einigermassen verheilt gewesen seien, so Cannizzaro.

Kein Happy End in Sicht

Für die Ärzte sei es aufgrund der Symptome schnell klar gewesen, dass er unter Acne inversa leide, erzählt der gelernte Gipser. Was das konkret bedeute, sei ihm allerdings erst in den folgenden Monaten und Jahren klar geworden. Bereits wenige Monate nach der Notoperation habe er die nächsten Eiterbeulen bekommen, und seither habe er praktisch jedes Jahr drei, vier grosse Abszesse operativ entfernen lassen müssen. Operationen, die nicht nur zu grossen Wunden und Narben, sondern auch zu einer inkompletten Harninkontinenz geführt haben. Erschwerend komme hinzu, dass er gegen die Entzündungen und Schmerzen starke Medikamente nehmen müsse, entsprechende Nebenwirkungen habe und vom langen Liegen einen Grossteil seiner Motorik und Muskulatur verloren habe.

Aufgrund der vielfältigen gesundheitlichen Probleme bezieht er seit gut einem Jahr eine IV-Rente. Cannizzaro: «Gemeinsam mit dem Entlastungsdienst und der Spitex, die regelmässig vorbeikommen und mich unterstützen, versuche ich, meine Muskulatur und das Gleich­gewicht wieder so weit aufzubauen, dass ich mobiler und unabhängiger werde.»

Die genauen Ursachen von Acne inversa sind bis heute nicht abschliessend geklärt. Wissenschafter gehen davon aus, dass die Abszesse Folge einer Verstopfung des Haarwurzelkanals und einer Fehlleitung des Immunsystems sind. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht oder Lebensstil, die zur Entstehung von Acne inversa beitragen können. Sicher ist, dass die Erkrankung nicht mit mangelnder Hygiene zu tun hat.

Familie wendet sich ab

Zu schaffen machen Cannizzaro nicht nur die körperlichen Beschwerden. Auch die soziale Ausgrenzung setzt ihm stark zu. Cannizzaro: «In meinem Umfeld können viele Leute nicht mit meiner ­Erkrankung umgehen.» Selbst seine Familie habe sich von ihm zurückgezogen. Manchmal habe er das Gefühl, dass sie Angst hätten, dass sie sich anstecken könnten – obwohl bewiesen ist, dass dies nicht der Fall ist. Am meisten Halt geben ihm seine zweijährige Katze Tigerli ­sowie seine Nachbarn, die ab und zu ­vorbeikommen.

«Falls sich mein Zustand stabilisiert, würde ich gerne wieder einmal ein paar Tage Ferien machen», erzählt er. Andere grosse Wünsche habe er nicht. Höchstens eine Selbsthilfegruppe würde er gerne gründen: «Ich denke, auch andere Betroffene wären froh, wenn man Erfahrungen untereinander austauschen und gemeinsam etwas unternehmen könnte.» Interessierte Betroffene, die sich gerne in einer Selbsthilfegruppe austauschen würden, können sich bei der allgemeinen Selbsthilfe Aargau melden.

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