Beinwil
Zweite Bauphase der Passwangstrasse: Landwirte äussern ihre Bedenken

Im Schulhaus Beinwil fand eine Mitwirkungsveranstaltung zur weiteren Ausbauetappe der Passwangstrasse statt. Diese sorgt seit geraumer Zeit vor allem bei den betroffenen Landwirten für Diskussionen. Sie stören sich an der Vorgehensweise des Kantons.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die Sanierung der zum Teil maroden Passwangstrasse geht weiter bis zum Neuhüsli im Beinwil.

Die Sanierung der zum Teil maroden Passwangstrasse geht weiter bis zum Neuhüsli im Beinwil.

Patrick Luethy

Die zweite Etappe der Sanierung der Passwangstrasse Nord hat bekanntlich einige politische Diskussionen ausgelöst. Auch wenn der Sturm, verursacht durch den Versuch eines Referendums durch den Breitenbacher FDP- Kantonsrat Christian Thalmann inzwischen zusammengebrochen ist, haben die Bauvorhaben des Kantons am Passwang viel Diskussionsstoff ergeben. Nicht zuletzt bei den Landbesitzern, vorwiegend den Landwirten im Passwanggebiet. Es ist die Vorgehensweise des Kantons mit den Bedürfnissen der Bauern, die so manchen die Faust im Sack machen liess, erklärt Christoph Saner, Besitzer des Dubhof in Ramiswil und in Beinwil aufgewachsen.

Er kennt die Leute, die am Passwang leben und arbeiten und die am Pass ihren Lebensunterhalt verdienen, gut. So gut, dass er als Fürsprecher von Ihnen beauftragt wurde, ihre Interessen an den Kantonalen Stellen zu vertreten. «Es ist die Erfahrung, die man mit den Bauten während der ersten Bauphase vom Zingelentunnel bis zum Bereich Schiltholz gemacht hat», so Saner. Da ist Groll entstanden. Groll über nicht eingehaltene Baumassnahmen, über plötzlich entstandene Wasserschäden, über mangelhafte Bauabnahmen.

Umso kritischer sind die Anstösser bei der zweiten Phase des Bauvorhabens, für welches der Kantonsrat 25 Mio. Franken Verpflichtungskredit genehmigt hat. Zwar sind in diesem Bereich lediglich zwei Landwirte direkt betroffen, die Land abtreten müssen. Dennoch wollten sie und einige andere Beinwiler am vergangenen Mittwoch ganz genau wissen, welche Bauten, wie realisiert werden sollen.

Landwirt befürchtet Einschnitt in Beweidungsmöglichkeiten

Unter der Leitung von Walter Kummer, Projektleiter Grossprojekte Kunstbauten beim AVT, war auch der Abteilungsleiter Kunstbauten Simon Amsler sowie weitere Fachpersonen anwesend. Es durften sich nur je fünf weitere Personen sich gleichzeitig im Raum aufhalten. Ebenfalls wurde coronabedingt eine Adressliste geführt.

Grundsätzlich wird die Passstrasse so geführt, wie sie heute schon besteht. In Frage gestellt werden im Bereich Stucheten Sicherungen des Schutzwaldes, die aufgrund der Steilheit des Geländes oberhalb der Strasse nötig sein sollen. Der Anstösser-Landwirt, der unterhalb des Schutzwaldes Kühe weiden lässt, befürchtet einen Einschnitt in seine Beweidungsmöglichkeiten. Die Planer meinen aber, dass es der Fels in diesem Bereich sehr zerrüttet sei. Um das Steinschlagrisiko zu minimieren, sollen ein Netz und ein Damm aus Trockenmauersteinen gebaut werden.

Eine Strasse, die allen Anforderungen gerecht wird

«Wir haben aus der ersten Bauphase sicher auch gelernt», sagt Simon Amsler mit Blick auf die verfeinerten Pläne, die nun zur Bewilligung vorliegen. Man habe während der ersten Bauphase vertiefte Erkenntnisse über den baulichen Zustand der Strasse und die anspruchsvolle Geologie gewonnen und entsprechend die Baumassnahmen angepasst.

«Wir haben grundsätzlich den Auftrag, eine Strasse mit Sicherheit für alle zu bauen», sagt er. Zum ersten Mal aufgelegt wurde das Einzelprojekt «Lüsselbrücke bei Neuhüsli». Hier muss die Fassung ganz saniert werden. «Ein Bau, der auch unabhängig vom Strassenbau erfolgen muss», sagt Walter Kummer.

Hinweis

Eingaben zu den Projekten, im Sinne der öffentlichen Mitwirkung können bis Mittwoch, 12. August 2020 (Poststempel A-Post) eingereicht werden.

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