2. Liga regional
Welschenrohr setzt sich im Zitterspiel gegen Bellach mit 3:0 durch

Welschenrohr ist nicht überlegen, gewinnt aber das kuriose Zitterspiel gegen Bellach letztlich 3:0. Am Schluss konnte Bellach gar glücklich sein gewann Welschenrohr «nur» mit drei Toren vorsprung.

Hans Peter Schläfli
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Der Bellacher Nicola Mühlhauser (rechts) kommt gegen Welschenrohrs Fabian Furrer einen Schritt zu spät

Der Bellacher Nicola Mühlhauser (rechts) kommt gegen Welschenrohrs Fabian Furrer einen Schritt zu spät

Hans Peter Schläfli

Den Münzwurf gewann Welschenrohr, was bei diesem Zitterspiel gegen den Abstieg wichtig wurde. Bellach musste so nämlich gegen den stürmischen Wind spielen und bekam bald auch den heftig einsetzenden Regen ins Gesicht geblasen. Und dann waren die Bellacher auch noch offensichtlich beim Anpfiff nicht bereit. Ein Beispiel gefällig? Kaan Akin hatte sogar vergessen, die heute obligatorischen Schienbeinschoner anzuziehen.

Auch Welschenrohr schien sich selber schlagen zu wollen

Dass eine solch lasche Einstellung Folgen haben musste, ist klar. In der 9. Minute produzierte Thomas Kurth einen unglaublichen Rundschlag, der sich mit dem Wind hinter Goalie Frédéric Auf der Maur ins eigene Tor senkte. Doch auch Welschenrohr schien sich selber schlagen zu wollen. Obwohl er schon nach einem Dutzendfoul verwarnt war, unterband Adrian Fankhauser im Mittelfeld einen Bellacher Angriff mit einem groben Foul und musste nach der gelb-roten Karte vom Platz.

Welschenrohr blieb überlegen, verpasste aber in der 41. Minute den zweiten Treffer: Als Goalie Auf der Maur danebengriff, schoss Fabian Furrer aus kürzester Distanz neben das leere Tor. Kurz nach dem Seitenwechsel war dann endlich die erste Chance für Bellach zu verzeichnen, doch Akin rutschte vor dem Tor nur um Zentimeter an einer flachen Hereingabe vorbei.

Doppelt genäht hält besser

Auf der anderen Seite folgte eine ganz ähnliche Situation, nur dass Michael Allemann beim Hineinrutschen den Ball ins Tor ablenkte - aber wieder ins falsche! Welschenrohr führte 2:0, und Bellach hatte tatsächlich beide Treffer erzielt. Die Bellacher Selbstkasteiung ging weiter. In der 54. Minute beging Allemann ein grobes Foul von hinten.

Auch er war schon verwarnt und wurde vom Platz verwiesen. In der 75. Minute stoppte der eingewechselte Berkin Sülüngöz - er war gerade zwei Minuten auf dem Platz - den durchgebrochenen Patrick Hert mit einem Notbremsefoul. Penalty und die rote Karte gegen den Bellacher waren die logische Folge. Tobias Fankhauser verwertete via Lattenunterkante zum 0:3.

Resultat hätte höher sein können

Der Match war gelaufen und das Resultat wäre noch viel höher ausgefallen, hätte sich Hert nicht arrogant zu Tode gedribbelt, sondern den Ball eingeschoben, oder wären sich nicht Sandro Schmid und Fabian Furrer gegenseitig im Weg gestanden, als der Bellacher Goalie schon geschlagen schien. «Ich denke, es liegt ganz einfach an der Einstellung», sagte Bellachs neuer Trainer Beat Martinetz am Ende ernüchtert.

«Das beginnt schon im Training, wo es alle viel zu locker nehmen. So sind sie auch im Match nicht bereit, an die Leistungsgrenzen zu gehen.» Erleichterung dagegen auf der Thaler Seite. «Wir haben auch nicht gut gespielt und zu viel Hektik aufkommen lassen», analysierte Welschenrohrs Trainer Martin Hert. «Wenn man bedenkt, dass Bellach nach vier Spielen neun und wir nur einen Punkt hatten, dann bin ich jetzt schon erleichtert, dass wir diese Situation herumreissen konnten.»

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