Lüterkofen-Ichertswil
Lüterkofen-Ichertswil steht Fusionsprojekt positiv gegenüber

Lüterkofen-Ichertswil ist kein Hort des Widerstandes gegen das Fusionsvorhaben von 12 Gemeinden im unteren Bucheggberg. Die Konsultativabstimmung im Anschluss an die Orientierungsversammlung zeigte gestern deutlich eine überwiegende Zustimmung.

Gundi Klemm
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Lüterkofen-Ichertswil

Lüterkofen-Ichertswil

Anne-Regula Keller

Gemeindepräsident Roger Siegenthaler taxierte das Verhältnis der durchgeführten Konsultativabstimmung auf näherungsweise 6:1 zugunsten des Fusionsvorhabens. Diese Aussage des Souveräns und der gesamte Verlauf der 100-köpfigen Orientierungsversammlung vermittelten dem Gemeinderat ein wichtiges Stimmungsbild, um sich an seiner Sitzung am kommenden Montag zu entscheiden, ob sich die Gemeinde weiter am «Zämerütsche» der 12 Gemeinden im unteren Bucheggberg beteiligt.

Ergebnis Fusionsabklärung

Jurist Bernhard Jöhr, Vizepräsident der neuen Grossgemeinde Messen, inzwischen erfahren Begleitung in der Begleitung anderwärtiger kommunaler Fusionsvorhaben, gab einen Überblick über alle bereits getroffenen Abklärungen für den unteren Bucheggberg. Die Ergebnisse liegen in einer 60 Seiten starken Dokumentation mit Bericht und Bestandesauffnahme vor, auf die sich alle Gemeindebehörden stützen können. Ueberall zeige sich das gleiche Problem, erläuterte Jöhr Gründe für einen Zusammenschluss: die Vielzahl der (Ehren-)Aemter, ohne die Kleingemeinden nicht mehr funktionieren können, sind nur noch mit Mühe zu besetzen. Ausserdem hätten alle Dörfer im Gebiet sehr vergleichbare Aufgaben zu bewältigen, was geradezu auffordere, diese Synergien gemeinsam zu nutzen.

Die Stellung der strukturell vergleichbaren Fusionsgemeinden werde indes durch ein gemeinsames Dach deutlich gestärkt und erhalte mit bald 3 500 Einwohnern mehr Gewicht im kantonalen Kontext. und ganz wichtig: im neuen Gebilde der künftigen Einheitsgemeinde entfalle der Wachstumszwang zur Selbsterhaltung der Dörfer. Zudem, so Jöhr, liessen sich auf diese Weise die schon vorhandenen kulturellen Bindungen weiter ausbauen. Dass es bei einem solchen Zusammenrücken vielleicht auch Verlierer geben könne, blendete er nicht aus aus.

Die Autonomie der Kleingemeinden gehe verloren und vielleicht damit emotionale Bürgernähe. Mit den unterschiedlichen finanziellen Verhältnissen und Steuerfüssen sprach der Referent einen Punkt an, der schon im Vorfeld oppositionelle Geister auf den Plan rief. Denn das rund 800-köpfige Lüterkofen-Ichertswil befindet sich mit einer Steueranlage von aktuell 95 Prozent verglichen mit vier von elf künftigen Partnern mit 130 Prozent in sehr guter Lage.

Laut Berechnungen steige der Steuerfuss, so Jöhr, - wenn bei der Vereinigung Lüterkofen mitmacht-, auf 105 Prozent.

Fusion auf 2014 vorgesehen

Das Abstimmungsverfahren wird zweistufig durchgeführt. Nach einem nochmaligen Infoanlass im Mai soll im Juni die Gemeindeversammlung grundsätzlich über «Eintreten» befinden. Die Urnenabstimmung soll im September stattfinden, und gemäss Fahrplan ist die erste gemeinsame Gemeindeversammlung im Januar 2013 vor dem Fusionsstart 2014 vorgesehen. Der Kanton unterstützt das Projekt unter Teilnahme von Lüterkofen mit 950 000 Franken und einer fünfjährigen Wahrung des Besitzstandes.

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