Rechnung 2013
Lüterkofen-Ichertswil hat halbe Million weniger Steuern eingenommen

Die Abwanderung potenter Steuerzahler, aber auch Optimierungen im Hinblick auf die Erbschaftssteuer haben der Gemeinde ein deutliches Finanzloch von 552'000 Franken, bei einem Gesamtaufwand von fast 4 Millionen Franken, beschert.

Gundi Klemm
Drucken
Teilen
Blick auf Lüterkofen-Ichertswil

Blick auf Lüterkofen-Ichertswil

Anne-Regula Keller

Die letztjährig beschlossene Steuererhöhung von 20 Prozent wird erst in der laufenden Rechnungsperiode gültig.

Die kräftige Anhebung von 95 auf 115 Prozent wurde gewiss nicht von allen Stimmberechtigten goutiert. Aber wie man jetzt sieht, ist sie dringend nötig, um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen. Statt der erwarteten 2,5 Mio. gingen 2013 nur 1,87 Mio. Franken an Gemeindesteuern ein.

Dass Sparen bei der Vielzahl gebundener Kosten kaum möglich ist, zeigte die 2. Lesung der Jahresrechnung, die mit einem Finanzierungsfehlbetrag von fast 600 000 Franken abschliesst. Bei 5,3 Mio. mittel- und langfristiger Kredite steigt die Pro-Kopf-Verschuldung auf 3618 Franken, wie Finanzressortleiter Urs Affolter errechnete. Investiert wurde für rund 450 000 Franken.

Zwang zur Leitgemeinde

Wie die anderen Bucheggberger Gemeinden kündigt nun auch Lüterkofen-Ichertswil den Vertrag mit der Sozialregion BBL (Biberist-Bucheggberg-Lohn-Ammannsegg) zum Jahresende und will ein neues Modell «aufgleisen». «Wir sind in das System Leitgemeinde hineingezwungen worden, obwohl wir eigentlich einen Zweckverband bevorzugt hätten», blickte Gemeindepräsident Roger Siegenthaler in die Gründungszeit zurück. «Wir zahlen bei allem Verständnis für Zentrumslasten inzwischen 100 Franken pro Einwohner an die Administrationskosten der in Biberist geführten Sozialregion.»

Deren seriöse Arbeit sei grundsätzlich aber nicht zu kritisieren, versicherte Siegenthaler. Die von Herbert Schluep (Gemeindepräsident Lüsslingen-Nennigkofen) geführte Arbeitsgruppe strebt einen neuen Vertrag an, in dem die Kostenaufteilung je hälftig gemäss Einwohnerzahlen und Dossiergewichtung stattfindet. «Vielleicht ergibt sich die neue Rechtsform weiterhin mit Biberist oder aber im Anschluss an eine angrenzende Sozialregion, so der Gemeindepräsident. Gemeinsam mit Lohn-Ammannsegg kann er sich auch eine eigenständige Sozialregion im Bezirk Bucheggberg vorstellen. Der Gemeinderat überwies den Kündigungsantrag einstimmig an die kommende Gemeindeversammlung.

Bald wird gebaut

Bürgergemeindepräsident Daniel Furrer und Bauverwalter Kuno Eberhard setzten den Rat über die Planungen betreffend drei Grossparzellen im Gebiet Bläumatt/Ribiacker ins Bild. Fast fertig sind Gestaltungs- und Erschliessungsplan. Der Kredit dafür über 55 000 Franken wird der Gemeindeversammlung vorgelegt. Bezahlt wird er indes von der Bürgergemeinde, die eines der Grundstücke erworben hat. Über diesen Kauf sei man sehr glücklich, denn tatsächlich meldeten sich hierfür bereits laut Siegenthaler «Grundstücksspekulanten aus Bern». «Es liegt im Interesse der Einwohnergemeinde, dass hier etwas Rechtes entsteht und das gesamte Areal an unsere Fernwärme angeschlossen wird.»

Nur viel Lärm?

Am Muttertag fand ein Motocross-Rennen statt. Weil sich das Wettkampfgelände ausserhalb der Bauzone befindet, erteilte der Kanton dazu die Bewilligung - und zwar auf 10 Jahre. Gemeinderat Urs Affolter stellte den Antrag, dass sich der Gemeinderat für einen Widerruf dieser Erlaubnis einsetzen solle, weil es sich um ein «stupides Rasenrennen mit gewaltig viel Lärmentwicklung» handele. Im Gemeinderat wurden Pro und Kontra erörtert, denn viele der Einwohner hätten diese Veranstaltung cool gefunden. «Ein Teil der Bevölkerung regt sich auf, wenn der slowUp, das Feldschiessen oder der Motocross stattfinden. Aber alle Anlässe haben ihre Berechtigung, wenn sie gemäss Rechtsgrundlage durchgeführt werden», meinte der Gemeindepräsident salomonisch. Affolter verzichtete auf seinen Antrag.
Genehmigt wurde der Vertrag Asylkreis Unterbucheggberg, in dem Buchegg als Leitgemeinde und Rechnungsführerin figuriert.

Aktuelle Nachrichten