Besitz verboten

Ehepaar aus Biberist hortete im Keller 900 Hanfpflanzen und 100 Waffen

Diese Hanfplantage hob die Polizei aus.

Diese Hanfplantage hob die Polizei aus.

Die Kantonspolizei Solothurn hat im Keller eines Hauses in Biberist eine Hanfplantage mit 900 Pflanzen ausgehoben. Zudem hortete das Ehepaar über 100 - teils illegale - Waffen.

Es war ein unerwarteter Fund, auf den die Polizei Anfang November in Biberist stiess. Auf der Suche nach einer Hanfplantage fand die Kantonspolizei im Keller eines Biberister Ehepaares über 100 - teils illegale - Waffen. Elektroschockgeräte, Messer, Schusswaffen und Munition bunkerte das Paar bei sich zuhause. Ein Grossteil der Waffen war nicht registriert, wie die Polizei am Mittwochmorgen mitteilte. Unter den sichergestellten Waffen befanden sich auch solche, deren Erwerb und Besitz in der Schweiz verboten ist. «Es war ein Zufallsfund», sagt Kapo-Medienchef Andreas Mock. «Anlass der Kontrolle waren Hinweise auf eine Hanfplantage.»

In der Liegenschaft waren auch Waffen, deren Kauf und Besitz in der Schweiz verboten ist. Dazu gehören etwa Elektroschockgeräte. Wie viele Schusswaffen unter den über 100 Waffen waren, konnte die Kantonspolizei auf Anfrage nicht sagen. Es seien aber alle drei Kategorien vertreten gewesen, die das Waffengesetz kennt. Zur Sammlung gehörte offenbar auch ein Schiessstock - eine Schusswaffe, die in einem normalen Gehstock verborgen ist. «Die Sammlung wurde über Jahre oder Jahrzehnte aufgebaut», sagt Mock. Trotz der Waffen im Haus habe für die Polizisten bei ihrem Einsatz aber nie eine Gefahr bestanden.

Pflanzen vernichtet

Eigentlich Grund für den Polizeieinsatz waren Hinweise auf eine Hanfplantage. Auch hier wurden die Polizisten fündig: Im Keller der Liegenschaft zog das Schweizer Ehepaar Anfang 60 900 Pflanzen. In einigen Wochen wären sie erntereif gewesen, teilt die Polizei mit. «Es waren mehrere Räume im Keller», sagt Andreas Mock, Medienchef der Kantonspolizei Solothurn. Damit handle es sich um eine mittelgrosse Anlage. Die Polizei hat die Pflanzen sichergestellt und vernichtet.

Indoor-Anlagen in Privathäusern, von denen die Nachbarn nichts mitbekommen: Laut Andreas Mock ist dies gut möglich. Das Ehepaar scheint gut auch ausgerüstet gewesen zu sein. Das Bild der Kantonspolizei zeigt Wärmelampen; Alufolie an den Wänden verstärkt deren Kraft. Allenfalls könnte man in solchen Fällen ausserhalb des Hauses einen Geruch wahrnehmen, sagt Mock. Bertreiber von Indoor-Anlagen würden jedoch mit Filtersystemen entsprechend aufwändige Vorkehrungen treffen.

Nun sind die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen. Gegen das Ehepaar wird Anzeige erhoben: Es muss sich wegen Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Waffengesetz strafrechtlich verantworten. Auf einen politischen Hintergrund sei man während der Ermittlungen nicht gestossen, sagt Mock. Eine der beiden sei polizeilich bereits bekannt gewesen, so Mock - aber weder in Zusammenhang mit Waffen noch Drogen.

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