Dornach
Progymnasium: Baselbieter helfen Solothurn aus der Zwickmühle

Niveau-P-Schüler aus Dornach können neu auch nach Laufen eingeteilt werden.

Alan Heckel
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Wie steht es um die eigene Sek-P-Stufe in Dornach? Und wieso könnten Dornacher Schüler neu auch im Laufental eingeteilt werden?

Wie steht es um die eigene Sek-P-Stufe in Dornach? Und wieso könnten Dornacher Schüler neu auch im Laufental eingeteilt werden?

Kenneth Nars

Weil Dornach kein Progymnasium hat, besuchen die Schülerinnen und Schüler mit Anforderungsniveau P im Schulkreis ­Birseck (Arlesheim, Reinach, Münchenstein, Aesch) die entsprechende Stufe. Der entsprechende Staatsvertrag zwischen den Kantonen Baselland und Solothurn ist laut Solothurner Regierungsbeschluss vom Montag verlängert worden. Dies grundsätzlich zu denselben Bedingungen, aber mit einem wichtigen Zusatz: Dem Kanton Baselland wird eine «leicht grössere Flexibilität» bei der Zuteilung eingeräumt, indem man ihm die Möglichkeit einer Zuteilung in den Schulkreis Laufental gewährt.

«Die Klassenbildung wird nach Schulkreisen vorgenommen. Es kommt immer wieder vor, dass wir Schüler innerhalb des Sekundarschulkreises ­Birs­eck verschieben müssen»,

erklärt Beat Lüthy und ergänzt: «Wir müssen die Option haben, nicht Baselbieter Schüler nach Laufen einzuteilen.» Der Leiter des Baselbieter Amts für Volksschulen sieht für die entsprechenden Kinder keinen Nachteil, «denn Laufen hat ein ausgezeichnetes Progymnasium».

«Für Solothurn wichtige Vertragsverlängerung»

Die Zuteilung ist abhängig von der Klassengrösse, auf Niveau P beträgt die Obergrenze 24. Diese wird in diesem Sommer nicht überschritten, sodass heuer kein Dornacher Kind nach Laufen eingeteilt werden muss. Das dürfte in den kommenden Jahren aber nicht immer der Fall sein. Ob die aktuelle Lösung die ideale ist oder ob Dornach in Zukunft ein eigenes Progymnasium haben sollte, mag Lüthy nicht beantworten. «Das ist eine Solothurner Angelegenheit. Wir sind einfach froh, dass wir in der Lage sind, unterstützend Hand zu bieten.» Genauso froh ist Remo Ankli. «Für uns war die Verlängerung des Vertrages sehr wichtig. Sonst wären wir in die Zwickmühle gekommen.» Der Solothurner Bildungsdirektor spricht von «guten Verhandlungen» und bezeichnet den Nachbarkanton als angenehmen Partner.

Dass Dornacher Progymnasiasten plötzlich in Laufen zur Schule gehen müssten, ist für Christian Schlatter keine grosse Sache. «Die Verkehrsverbindung ist hervorragend, ich wüsste nichts, was dagegen spricht», sagt der abtretende Dornacher Gemeindepräsident. Bereits seit zwei Jahren schickt die Gemeinde einen Schüler nach Laufen, der dort die bilinguale Abteilung des P-Zuges besuche. Zwar rechnet Schlatter damit, dass sich Eltern im Falle einer solchen Einteilung dagegen wehren würden. Das ist für ihn aber nicht neu: «Eltern wollen auch bei der Einteilung ihrer Kinder im Sekundarschulkreis Birseck mitreden und fordern den einen oder anderen Zuteilungsstandort.» Lediglich aus «kultureller» Optik kommt ihm ein Einwand in den Sinn: «In Dornach orientieren sich schon alle nach Basel ...»

Rund 20 Kinder aus Dornach werden jährlich auf die Sekundarschulstandorte im Schulkreis Birseck verteilt. Schon länger laufen Planungen, ein eigenes Progymnasium zu bauen. Allerdings lehnte das Dornacher Stimmvolk im Januar den Ausführungskredit für das Projekt Mehrzweckhalle am Standort Brühl, das unter anderem zusätzlichen Raum schaffen sollte, ab. Wie es in dieser Sache weitergeht, ist in der kommenden Legislatur (ab August) erneut ein Thema. Um fünf Jahre ist der Vertrag verlängert worden. Für Remo Ankli kein Grund, sich zurückzulehnen: «Es darf nicht sein, dass wir in fünf Jahren nicht weiter sind als heute. Wir müssen Nägel mit Köpfen machen, es braucht eine dauerhafte Lösung.» Der Bildungsdirektor hat vor, auf den Dornacher Gemeinderat zuzugehen. «Wir werden uns die Sache gemeinsam anschauen.»

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