Fasnacht
Der «Nasenball» ist für die Schnadehüdeler immer ein Highlight

Die Schnadehüdeler aus Niederwil machen seit 30 Jahren gemeinsam Fasnacht. Die Gugge ist fast von Anfang an am Umzug in Biberist mit dabei. Heute spielen immer noch fünf Gründungsmitglieder mit.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
So zeigten sich die Schnadehüdeler 1984 an ihrer ersten Fasnacht.

So zeigten sich die Schnadehüdeler 1984 an ihrer ersten Fasnacht.

zvg

«Schnade» und «Hude», das sind zwei Wörter in Schweizerdialekt. Nicht gerade die schmeichelhaftesten. Trotzdem haben sie 1976 einige Töfffahrer des Töffclubs inspiriert und sie haben genau diese beiden Wörter gewählt, um als «Schnadehüdeler» ein erstes Mal an die Fasnacht zu gehen.

Mit dem Chesslerhemd, auf einem bekränzten Wagen, gezogen von einem Traktor ging es los. Günsberg, Rüttenen, Solothurn, Zuchwil, Luterbach und Hubersdorf wurden angesteuert. «Die Leute hatten Freude an unserer Musik», erinnert sich Gründungsmitglied Alois von Flüe.

Allerdings dauerte es dann etwas länger, bis sich die Guggenmusik offiziell formierte. Erst 1984 wurde das nächste Mal geprobt und dann eine Gründungsversammlung abgehalten. Zu Beginn war das «Bellevue» in Günsberg das Stammlokal der Schnadehüdeler. Als das Restaurant geschlossen wurde, zog die Gugge nach Niederwil.

Fünf sind noch dabei

Fünf Gründungsmitglieder spielen auch heute noch mit. «Einer war allerdings an der ersten Fasnacht nicht mit dabei», lacht von Flüe. «Sein Instrument war noch nicht fertig. Er hatte sich eine Art Bassgitarrenschellenring gebaut.»

Das Instrument gebe es heute noch, aber das betreffende Mitglied spiele mittlerweile Posaune. 34 Aktive sind heuer mit dabei. Sie spielen Posaune, Trompete, Horn, Rhythmusinstrumente oder Lyra. Ein grosser Teil der Mitglieder sei zwischen 18 und 27 Jahre alt, dann seien etliche über 40. Tatsächlich spielen bereits Kinder von Ehemaligen in der Gugge. «Durchschnittlich ist jedes Mitglied 13 Jahre in der Gugge», meint Präsident Sascha Bucher.

Die Schnadehüdeler treffen sich in der Regel Mitte Oktober und beginnen dann mit den Proben für die Fasnacht. «Seit einigen Jahren machen wir auch unsere Kostüme selbst», so Bucher. «Weil wir keine Masken tragen, sind wir nicht Mitglied der Solothurner Guggen (Guso)», erklärt Bucher weiter.

Die Schnadehüdeler sind aber schon seit fast 30 Jahren am Umzug in Biberist dabei. «Und wir kommen jedes Jahr am Dienstagabend nach Solothurn. Auch wenn das nicht alle gleich gern sehen. Wir machen das seit der ersten Fasnacht und hatten noch nie Probleme. Wohl auch, weil wir nur draussen spielen», so von Flüe.

Nasenball am Freitag

Weitere Fixdaten sind für die Gugge der Samstag vor dem Schmutzigen Donnerstag mit dem Leberberger Guggentreffen. Am Fasnachtssamstag ist die Gugge mit einem Car im Thal unterwegs und am Fasnachtsmontag ging es letztes Jahr zum ersten Mal nach Lungern. «Das wiederholen wir heuer.»

Am Freitag nach dem Aschermittwoch wird noch im benachbarten Bernbiet gespielt.

Das grosse Highlight ist aber sicher jedes Jahr der Nasenball, der immer am Freitag stattfindet. Für viele Schnadehüdeler ist dies ein 24-Stunden-Tag. Sie spielen, räumen auf und stehen auch noch hinter der Bar. «Was es halt so zu tun gibt», meint Bucher. Der Ball sei immer gut besucht. Rund 75 Prozent seien maskiert. «Wir hatten auch noch nie Probleme. Die Stimmung war immer friedlich.»

Aktuelle Nachrichten