Sanierungsarbeiten
Der Damm in Luterbach ist nicht mehr ganz dicht

Die Arbeitsgemeinschaft für dezentrale Energieversorgung (ADEV) saniert weitere 40 Meter. Der Damm entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen. Die Arbeit wird durch mobile Bauten und Gestrüpp erschwert.

Urs Byland
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Im Vordergrund rechts der bereits sanierte Teil des Dammes auf Luterbacher Boden. Von der Hecke an werden weitere 40 Meter saniert. Im Hintergrund das Hochhaus von Derendingen.

Im Vordergrund rechts der bereits sanierte Teil des Dammes auf Luterbacher Boden. Von der Hecke an werden weitere 40 Meter saniert. Im Hintergrund das Hochhaus von Derendingen.

UBY

Am Emmenkanal, der von Biberist nach Luterbach führt, besitzt die ADEV ein Wasserkraftwerk. Die Arbeitsgemeinschaft für dezentrale Energieversorgung (ADEV) wurde 1985 gegründet (siehe Kasten).

Nun will der Energieversorger am Kanal einen Teil des Dammes sanieren, wie einem Baugesuch zu entnehmen ist. Kontinuierlich bauen sich die Dämme des Kanals von der Brücke beim Kreuzplatz in Derendingen auf. Auf Höhe des Kraftwerkes - nun auf Gemeindegebiet von Luterbach - beträgt die Wasser-Fallhöhe 7,2 Meter.

«Der zirka hundertjährige Damm ist hoch und schmal gebaut», berichtet Arno Günzl von der ADEV. Nach heutigen Sicherheitsanforderungen zu schmal. Deshalb soll der Damm um einen Meter verbreitert werden. «Wie bei anderen Dämmen auch können Wühlmäuse oder starke Regenfälle den Damm instabil werden lassen.» So hätten Anwohner die Betreiber des Kraftwerkes auf Lecks hingewiesen. «Auch wenn keine grosse Gefahr von diesem Damm ausgeht, haben wir uns entschieden, diesen zu sanieren.»

Vor Ort zeigt der nebenamtliche Kraftwerkwart das rund 40 Meter lange Stück Damm, welches saniert werden soll. Am Damm wächst heckenartiges Gestrüpp, die Wühlmäusen besten Unterschlupf bieten. Diese hätten Löcher in den Damm gegraben, worauf Wasser aus dem Damm durch die Löcher ausgetreten sei.

Wer ist die ADEV?

Die Arbeitsgemeinschaft für dezentrale Energieversorgung (ADEV) wurde vor 27 Jahren in Liestal gegründet. «Die Genossenschaft wurde im Nachgang zu Protesten gegen Kaiseraugst gegründet», berichtet Arno Günzl. Die Gründer wollten eine Alternative zu einem Atomkraftwerk anbieten und eine dezentrale Energieversorgung aufbauen helfen. Also viele kleine Produktionsanlagen, anstelle einer Grossanlage. Heute besitzt die ADEV über 80 Anlagen, die Hälfte davon Photovoltaikanlagen. «Wir setzen nach wie vor auf Bürgerbeteiligung.» Unter dem Dach der Energiegenossenschaft entstanden mehrere AGs (Wasserkraftwerke, Solarstrom, Windkraft, Ökowärme), die mit Aktienkapital Projekte finanzieren. Die Genossenschaft hält eine Sperrminorität und der Aktienbesitz ist für Einzelne beschränkt. «Wir sind kontinuierlich gewachsen und konnten gerade in den letzten Jahren einige Arbeitsplätze schaffen.» Mit Stolz weist Günzl darauf hin, dass die ADEV Wasserkraftwerke AG gerade drei stillgelegte Wasserkraftwerke im Elsass wieder in Betrieb genommen hat. (uby)
Infos: www.adev.ch

Bei der Sanierung des Dammes, kann die ADEV auf ein identisches Projekt vor drei Jahren zurückgreifen, als ebenfalls zirka 40 Meter des Damms gleich nordwestlich der aktuellen Sanierungsstrecke erneuert wurden. Damals wurde das Projekt ohne Baugesuch in Absprache mit der Bauverwaltung durchgezogen. «Jetzt haben wir mehr Zeit und haben die Sanierung ausschreiben können. Dank der damaligen Planung wissen wir, was auf uns zukommt.»

Und das ist nicht wenig. Diverse mobile Bauten stehen im Weg und das Gestrüpp muss entfernt werden, bevor der Damm verstärkt werden kann. Insgesamt will die ADEV 50 000 Franken in die Sanierung investieren.

Das Kleinwasserkraftwerk in Luterbach hat im letzten Jahr 5180 Megawattstunden produziert und damit mit Abstand am meisten der sieben Kraftwerke im Besitz der ADEV Wasserkraftwerke AG. Maximal fliessen 14 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Kanal. Die ADEV Energiegenossenschaft besitzt in der Region auch noch das Windkraftwerk auf dem Obergrenchenberg. Dieses produzierte 2012 insgesamt 127 Megawattstunden. Sowie auf dem Flughafen Grenchen zwei Solarpanelanlagen auf dem Shedhangar und dem Hangar Ost. Mit diesen beiden Anlagen wurden 2012 total 337 Megawattstunden produziert.