Nennigkofen
Das Maishotel hat sogar eine Honeymoon-Suite

Ab 21.Juni empfangen Erika Bader und Herbert Schluep wieder Gäste auf dem Nennigkofer Rütihof: Ihr Maishotel startet zur siebten Saison. Auch dieses Jahr haben Frisch-Vermählte wieder die Gelegenheit, in der herzförmigen Honeymoon-Suite zu nächtigen.

Bruno Utz
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Erika Bader und Herbert Schluep in einem der 20 Maishotel-Zimmer.

Erika Bader und Herbert Schluep in einem der 20 Maishotel-Zimmer.

Bruno Utz

«Wir sind parat.» Der Nennigkofer Bio-Bauer Herbert Schluep redet vom Maishotel. 20 Betten haben Schluep und seine Lebenspartnerin Erika Bader auch heuer wieder vorbereitet. Wer auf dem Rütihof übernachtet, der schläft nicht in einem sterilen Hotelzimmer, sondern mitten in einem Maisfeld. In einem Bett zwar, aber mit Matratzen aus Strohballen. Als Dach dient ein Zelt. Und vor Mücken schützen Hanfpflanzen (keine Drogen!) sowie Moskitonetze. «Unsere Gäste kommen weniger zum Schlafen hierher, als um die Natur zu erleben», weiss Schluep aus Erfahrung. «Das Panorama vom Bett in der Honeymoon-Suite reicht vom Chasseral bis zur Balsthaler Klus», schwärmen die in Ramiswil aufgewachsene Bader (Betriebsleiterin) und Schluep («Mädchen für alles»).

Im «Cornfield Openair-Hotel», so der offizielle Name, blieben die meisten Gäste eine Nacht. Ein Pärchen sei jedoch eine ganze Woche lang geblieben und habe das Maishotel als Stützpunkt für Ausflüge genutzt. Neben Familien – ein einfacher Spielplatz ist vorhanden – kämen auch viele Gruppen, Geschäftsherren und Vereine. «Für nächste Woche haben sich bereits mehrere Schulklassen mit insgesamt 115 Kindern und Jugendlichen angemeldet, darunter auch zwei Klassen aus Subingen», freut sich Bader. Zu den Stammgästen gehöre auch die Lehrerschaft aus Gerlafingen. «Sie geniessen jeweils in unserem Hotel-Beizli das Schulschlussessen», berichtet Bader.

«Das ökologischste Hotel»

Angefangen habe alles 2006 mit einer Anfrage von «Drei-Seen-Tourismus». Die Touristiker hätten Bauern für ein Übernachtungsangebot im Kornfeld gesucht. «Getreide kam für mich nicht infrage, das ist ein Lebensmittel», betont Schluep. Der Mais hingegen könne nach der Saison den Kühen verfüttert werden. «Wir haben das ökologischste Hotel überhaupt», bilanziert Schluep. Gästemässig möchte man bis zum Saisonschluss (1.September) erstmals die 1000er-Grenze knacken. Freude haben an den Gästen und der Arbeit sei Voraussetzung. «Während der nächsten zehn Wochen werden wir keinen Tag freihaben», sagt Schluep, der auch Gemeindepräsident ist.

Übrigens: Den 39 Hektaren Bio-Hof mit 30 Kühen und 18,2 Hektaren offener Ackerfläche (Getreide, Mais, Kartoffeln und Soja) verpachtet Schluep Ende Jahr an seinen Neffen Patrick und dessen Ehefrau Agnese. Das Maishotel werden Bader und Schluep jedoch auch 2013 wieder betreiben.

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