Derendingen
Belastete Elsässli-Gärten: Abfalldeponien oder Altlasten?

Wer muss für die Sanierung der Böden im Elsässli zahlen? Die Gemeinde nimmt jetzt einen Anwalt. Zudem ist die Gemeinderechnung mit über 2 Millionen im Plus.

Daniel Rohrbach
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Die Böden im Elsässli-Quartier sind stark belastet

Die Böden im Elsässli-Quartier sind stark belastet

Hanspeter Bärtschi

Die Gartenböden im Elsässli weisen hohe Belastungen mit organischen Schadstoffen und Schwermetallen aus. Die Ursache dafür sind Teerplatten aus den Gebäuden der ehemaligen Textilfabrik Schoeller, welche früher als Abdeckung auf den Gartenwegen verwendet wurden. Laut dem kantonalen Amt für Umwelt besteht keine akute Gefährdung von Menschen und Tieren. Ein jahrelanger direkter Bodenkontakt könnte jedoch ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Das Amt für Umwelt empfiehlt den Hausbesitzern, die belasteten Böden auszutauschen. Pro Garten werden dafür Kosten von 50000 Franken geschätzt. Ein Fonds besteht nicht, die Hauseigentümer müssten dafür selber aufkommen. Die Einwohnergemeinde, die selber Eigentümerin mehrerer Elsässli-Liegenschaften ist, hat nun einen Anwalt engagiert, der die Rechtslage abklärt. Ziel dieser Abklärungen ist, dass die Gärten rechtlich als Abfalldeponien gelten. In diesem Falle hätte der Verursacher, also die Schoeller Textil AG, aufzukommen. Falls auch diese nicht mehr zurückgegriffen werden könnte, käme der kantonale Altlastenfonds zum Tragen.

Steuereinnahmen schenken ein

Rund 1,8 Millionen Franken mehr an Steuereinnahmen als im Budget vorgesehen flossen im letzten Jahr in die Gemeindekasse. Dies ist der Hauptgrund, weshalb die laufende Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 2,294 Millionen abschliesst. Der Voranschlag rechnete mit einem Plus von 320000 Franken. Der Gemeinderat beschloss an seiner Sitzung vom Donnerstag, mit dem Ertragsüberschuss zusätzliche Abschreibungen in der Höhe von 1,334 Millionen Franken zu tätigen.

Die restlichen 960000 Franken fliessen in das Eigenkapital; dieses beträgt neu fast 2,7 Millionen Franken. Eine wichtige Einnahmequelle für Derendingen ist der kantonale Finanzausgleich. Letztes Jahr bezog die Gemeinde daraus 2,53 Millionen Franken. Auch für das laufende Jahr kann Derendingen mit einem erklecklichen Zustupf aus dem Finanzausgleich rechnen. Dieses Mal sind es 2,366 Millionen Franken. «Aber wir brauchen das Geld auch», sagte dazu Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP). Allein die Ausgaben für den sozialen Lastenausgleich betragen 1,8 Millionen Franken.

Derendingen soll das Label «Energiestadt» erlangen. Dies schwebt jedenfalls der SP vor. An der Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember hatte die Partei eine entsprechende Motion eingereicht. Das Label sei ein bekanntes und erfolgreiches Instrument der schweizerischen Energiepolitik, welches das Ziel verfolge, Energieeffizienz und die Anwendung erneuerbarer Energien zu fördern, schrieb die SP in ihrer Motion. Der Gemeinderat hat sich nun dem Begehren der Sozialdemokraten angeschlossen und empfiehlt der Gemeindeversammlung vom 5. Juni, die Motion als erheblich zu erklären.

Ein weiteres Traktandum wird dort die Erhöhung der Stellenprozente der Sozialregion Wasseramt Ost sein. Dabei handelt es sich aber eher um eine Bereinigung, das heisst, die Gemeindeversammlung hat nachträglich zu sanktionieren, was bereits praktiziert wird. Die Sozialregion weist zurzeit 1070 Stellenprozente aus. Vom Souverän bewilligt sind bis dato aber nur deren 810. Die Stellen, welche die Differenz von 260 Prozent ausmachen, waren in den letzten drei Jahren jeweils vom Gemeinderat oder von Gemeindepräsidenten bewilligt worden. Tschumi begründet den Stellenausbau, dass seit Betriebsaufnahme der Sozialregion Wasseramt Ost 2009 die Fälle im Vormundschaftswesen und in der Sozialhilfe stark zugenommen haben.

EWD im Minus

Kenntnis genommen hat der Rat von der Rechnung der Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen (EWD). Die Rechnung schliesst mit einem Minus von 54000 Franken. Während beim Strom ein Gewinn von 45000 Franken erwirtschaftet werden konnte, klafft beim Wasser ein Loch von 99000 Franken. Das Defizit sei in erster Linie auf die Sanierungskosten defekter Wasserleitungen zurückzuführen, so EWD-Geschäftsleiter Martin Reinhard.

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