Jubiläumsbuch
Als Solothurn im Leimental shoppen ging

1515 kam die Herrschaft Rotberg an Solothurn – seit 500 Jahren ist das Leimental deshalb solothurnisch. Dieses Jubiläum wird gefeiert. Am Samstag wird das Jubiläumsbuch vorgestellt.

Martin Staub
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Präsentieren das Buch: Richard Gschwind (l.) und Klaus Fischer vor der geschichtsträchtigen Burg Rotberg.

Präsentieren das Buch: Richard Gschwind (l.) und Klaus Fischer vor der geschichtsträchtigen Burg Rotberg.

Martin Staub

Vor 500 Jahren verkaufte Ritter Arnold von Rotberg seine Herrschaft der Stadt Solothurn. Damit wurde das hintere Leimental solothurnisch. Mit einer Reihe von Anlässen begehen die fünf solothurnischen Leimental-Gemeinden Bättwil, Hofstetten-Flüh, Metzerlen-Mariastein, Rodersdorf und Witterswil dieses Jahr ihr rundes Jubiläum. Zum Auftakt hat morgen Samstag das Jubiläumsbuch Vernissage.

Initiant des Projekts «500 Jahre Solothurnisches Leimental» war Johann Brunner, alt Gemeindepräsident von Hofstetten-Flüh. «Er wies uns darauf hin, dass dieser runde Geburtstag eine Gelegenheit sei, das Zugehörigkeitsgefühl zum Kanton zu stärken», erklärt Richard Gschwind, der als aktueller Gemeindepräsident von Hofstetten-Flüh ein OK zusammentrommelte und darin gleich das Zepter übernahm.

Die Heimat bewusster machen

Morgen Samstag wird mit der Vernissage des Buches «500 Jahre Solothurnisches Leimental» in Witterswil das Jubiläumsjahr mit einem Paukenschlag lanciert. Das 80-seitige Werk im A4-Querformat dürfte nebst der darin beschriebenen Region auch die Umgebung und vor allem das restliche Solothurn interessieren.

Letzteres sei ein Hauptanliegen des Initianten und aller Beteiligten, erklärt OK-Mitglied Klaus Fischer. «Wir möchten einerseits den Einwohnern von hier ihre solothurnische Heimat bewusster machen, andererseits aber auch dem Kanton Solothurn seine Geschichte in Erinnerung rufen», sagt der ehemalige Regierungsrat und alt Gemeindepräsident von Hofstetten-Flüh.

Das Leimental rückt ins Blickfeld

Im Jubiläumsjahr «500 Jahre Solothurnisches Leimental» finden Anlässe in allen fünf Gemeinden der Exklave des Bezirks Dorneck statt:

7. März in Witterswil: Vernissage des Buches «500 Jahre Solothurnisches Leimental»
27. April in Metzerlen: Tagung des Verbandes Solothurnischer Einwohnergemeinden (VSEG)
28. April in Bättwil: Sitzung des Solothurner Regierungsrates im Oberstufenzentrum
9. Mai in Mariastein: Ökumenische Abendfeier mit den Solothurner Singknaben
20. Juni in Hofstetten: Jubiläumsfeier
22. August auf Burg Rotberg: S’ Fescht am Ropperg
2. September: Ausflug des Solothurner Kantonsrates
19. bis 25. September: Projektwoche mit anschliessendem Schulfest
26. September in Rodersdorf: Rückblick in die Anfänge der solothurnischen Zugehörigkeit.

Wallfahrtsort und Leimentalerlied

Ein Blick in das reich illustrierte Buch weckt auf Anhieb Interesse. Einem Vorwort von Klaus Fischer folgt der geschichtliche Abriss von Johann Brunner, der für die Redaktion und das Konzept des Buches verantwortlich zeichnet. Pater Lukas Schenker – der aus Däniken stammende Historiker ist der Vorgänger des heutigen Abts des Klosters – beschreibt die Entwicklung vom Wallfahrtsort «im Stein» zum Benediktinerkloster «Mariastein». Dem Leimentaler Lied, «welches jeder Leimentaler auswendig singen kann», wie Richard Gschwind lachend einwirft, hat sich Susanne Erb-Stöckli gewidmet. Andreas Riss, ehemaliger Kantonsrat und Lehrer, beschreibt den Wandel von der Bezirksschule Mariastein zum Oberstufenzentrum Bättwil.

In einem zweiten Teil findet die Leserschaft Porträts der fünf Gemeinden Bättwil (Autor: Paul Stöcklin), Hofstetten-Flüh (Johann Brunner), Metzerlen-Mariastein (Susanne Erb-Stöckli), Rodersdorf (Johann Brunner) und Witterswil (Josef Stebler). Ein Anhang mit alten Plänen, Karten und Statistiken beschliesst das Werk, deren 3000 Exemplare ab nächstem Samstag einen wichtigen Platz in den Bücherregalen in und um das solothurnische Leimental einnehmen werden.

Die Witterswiler Schulkinder, der Männerchor Witterswil, verschiedene Redner, darunter die Autoren sowie Regierungsrat Remo Ankli, werden der Buchvernissage den würdigen Rahmen verleihen. Nur die wichtigste Person wird fehlen: Johann Brunner, Initiant des ganzen Projekts, ist am letzten Freitag, 81-jährig, verstorben.

Buchvernissage: Samstag, 7. März, ab 17 Uhr, Mehrzweckhalle Witterswil. Die Bevölkerung von «vor» und «hinter dem Berg» ist eingeladen.

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