Schützenhaus Mümliswil
Weder Geld noch Munition, aber gefrorenes Brot

Mit roher Gewalt hatten sich Einbrecher Zutritt ins Schützenhaus verschafft. Die Schützen hatten Glück im Unglück.

Monika Kammermann
Drucken
Teilen

Solothurner Zeitung

In der Nacht auf vergangenen Mittwoch sind Einbrecher in das Schützenhaus Mümliswil eingedrungen (wir berichteten). Robert Bögli, der für die Vermietung des Schützenhauses zuständig ist, hat den Einbruch sogleich am Mittwochmorgen entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht bekannt, was gestohlen worden war. «Ich gehe jeden Morgen auf einen Spaziergang und drehe dabei eine Runde ums Schützenhaus. Als ich dann hier vorbeischaute, habe ich es gesehen», erzählt Bögli am Ort des Geschehens. Er sei wie vom Schlag getroffen gewesen. Daraufhin habe er den Verwalter Rudolf Bitterli angerufen, und er verständigte dann die Polizei. Alle Türen wurden aufgewuchtet, ein Tresor sowie ein kleiner Schrank.

Die Polizei schätzt den Schaden auf über zehntausend Franken. «Doch allein der Preis für die neue Eingangstüre liegt in diesem Bereich», weiss Bitterli. Er und Bögli sind überzeugt, dass da mehrere Personen am Werk waren. Einer allein hätte sie nicht aufgebracht. «Wir waren sowieso der Meinung, dass niemand die Eingangstüre aufbrechen könnte», sagt Bitterli. Die Täter seien mit roher Gewalt vorgegangen. Die Spuren im Türrahmen sind deutlich zu sehen. «Vor drei Monaten haben wir vorschriftsgemäss bei allen Türen neue Panikschlösser eingesetzt.» (Diese Schlösser werden für Türen verwendet, die immer verriegelt sein sollen. Der Eintritt erfolgt über einen Schliesszylinder, der Austritt jedoch ist über den Drücker immer gewährleistet.)

Glück im Unglück

In einem Raum hinter dem Schiessstand befand sich der Panzerschrank. Dieser wurde ebenfalls aufgebrochen. Auch da weist die verbeulte Türe auf die Gewalteinwirkung hin. Die Schützen hatten hier Glück im Unglück. Denn am Dienstagabend nach dem Training habe einer der Schützen versehentlich den Tresor verschlossen. Obwohl ein anderer danach noch die Kassette mit dem Munitionsgeld dort verstauen wollte. Und so hätten die Einbrecher nur einen leeren Tresor vorgefunden.

Die dort vorhandenen Gewehre und Pistolen wurden nicht angefasst. «Aber mit denen hätten sie laut der Polizei sowieso nichts anfangen können, da diese registriert sind», erzählt der Verwalter. Etwas sei dann doch gestohlen worden.

Wurst und Bier geklaut

Als er den Kühlschrank öffnete, habe er festgestellt, dass zwölf Cervelats, Schweinswürstchen und ein gefrorenes Brot fehlen. Auch zwei Kisten Bier sind abhanden gekommen. «Die waren wohl am Verhungern», mutmassen Bögli und Bitterli mit einem Augenzwinkern.

Aktuelle Nachrichten