Balsthal
Weiher bietet mehr Lebensraum für Glögglifrosch & Co

Nördlich von St. Wolfgang entsteht ein neuer Weiher. Das ist ein Glücksfall für den Naturpark Thal, der den Lebensraum des «Glögglifroschs» erhalten und aufwerten will.

Peter Wetzel
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Am Fusse der Fluh, auf der die Ruine Neu-Falkenstein steht, ist ein Weiher am Entstehen.

Am Fusse der Fluh, auf der die Ruine Neu-Falkenstein steht, ist ein Weiher am Entstehen.

Peter Wetzel

«Der geplante Weiher nördlich der Ruine Neu-Falkenstein ist aus der Sicht des Naturparks Thal ein Glücksfall», heisst es in einem Schreiben von Michael Bur (Projektleiter Naturpark Thal) und Thomas Winistörfer (Eigentümer des benötigten Grundstückes) an die Planungsbehörde der Einwohnergemeinde Balsthal. Der Naturpark Thal habe sich zum Ziel gesetzt, den Lebensraum der Geburtshelferkröte, auch «Glögglifrosch» genannt, mit einfachen Massnahmen zu erhalten und aufzuwerten. Nebst dem Instandstellen von bestehenden Weihern und Tümpeln sei auch der Bau von neuen Nassstandorten geplant.

Von einem Glücksfall spricht man auch deshalb, weil der Biobauer Thomas Winistörfer den Weiher zuerst in eigener Regie ausführen wollte, um einen Beitrag für Natur und Landschaft in der Gemeinde zu leisten. Eine solche Privatinitiative für einen Weiher in diesem Ausmass sei eher selten. Der Naturpark Thal hat aber dann mit Winistörfer vereinbart, dass der Naturpark den Bau des neuen Weihers mit Mitteln aus dem Förderprogramm «Weiher» finanzieren will und auch als Bauherrschaft auftritt. «Das Projekt hinter dem Schloss passt optimal in unser Förderprogramm», so Michael Bur. Winistörfer, dem auch die angrenzende Weide gehört, bleibt Besitzer des für den Amphibienweiher ausgeschiedenen Waldstückes.

Rodungsbewilligung notwendig

Sämtliche Bewilligungen liegen nun vor und der Realisierung steht nichts mehr im Weg. Weil sich der geplante Weiher in einem Waldstück befindet, war vom Volkswirtschaftsdepartement auch eine Rodungsbewilligung notwendig. Das Projekt sieht vor, eine Senke von 20 mal 15 Metern auszubaggern. Gespeist werden soll der Weiher mit dem Wasser einer neuen sowie einer bestehenden Sickerleitung. Der Abfluss des Wassers wird über ein bestehendes Bächlein erfolgen.

Die Bauleitung für das Weiherprojekt obliegt Peter Geissbühler vom Naturpark Thal. Er erwähnt, dass das Wasser an der tiefsten Stelle etwa 60 bis 70 Zentimeter tief sein werde. Wichtig sei, dass der Weiher gut gebaut werde, denn die Geburtshelferkröten benötigen während langer Zeit genügend Wasser, weil sie sich bis dreimal pro Jahr fortpflanzen können.

Kommunales Schutzobjekt

Gleichzeitig mit dem Bau des Weihers erstellt die Stiftung Schloss Neu-Falkenstein eine neue Strom- und Abwasserleitung bis zum Eingangsbereich des Schlosses, weil die bestehenden Leitungen aus Sicherheitsgründen zurückgebaut werden müssen (wir berichteten). Diese Erschliessungsleitungen führen westlich des Weihers durch das Landwirtschaftsland, bevor sie im Wald in Richtung Schlossweg ansteigen. Um Synergien nutzen zu können, wurden beide Projekte an die gleiche Baufirma vergeben.

Der neue Amphibienweiher soll nach der Fertigstellung im Rahmen der Ortsplanungsrevision als kommunale Naturschutzzone festgesetzt werden. Wenn der Weiher als solche Zone geschützt wird, ist die Umwelt- und Energiekommission der Einwohnergemeinde Balsthal für den Unterhalt zuständig. Dazu bietet der Naturpark Thal fachliche Unterstützung an.

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