Ferienpass Niedergösgen
Von jungen Gourmetköchen, Pilzkennern und Windlichtern

79 Kinder nehmen am diesjährigen Niedergösger Ferienpass mit insgesamt 30 Kursen teil. 13 Neuerungen bereichern das Angebot. Besonders beliebt war der Kochkurs, bei dem die Kinder ein Vier-Gänge-Menü zubereiten konnten.

Beat Wyttenbach
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Ferienpass Niedergösgen
3 Bilder
Regula Kneubühler leitet das Einfilzen von Gläsern an.
Otto Bitterli zeigt einen Wurzelnden Schleimrübling.

Ferienpass Niedergösgen

Bruno Kissling

79 Niedergösger Kinder vom Kleinkindergarten bis zur 6. Klasse beteiligen sich dieses Jahr am Ferienpass; «weniger als in den Vorjahren, dies aufgrund geburtenschwächerer Jahrgänge»: Laut Co-Koordinatorin Beatrice Mackuth können sie aus derzeit 30 Angeboten auswählen.

33 waren es ursprünglich, aber das Synchronschwimmen und der Besuch auf dem Bauernhof mussten wegen zu wenig Anmeldungen abgesagt werden. Auch eine ursprünglich auf zwei Kurse ausgelegte Bewegungsaktivität wurde zusammengelegt.

Einer dieser 30 Kurse wurde am Dienstagmorgen vom örtlichen Pilzkontrolleur Otto Bitterli durchgeführt. Zwar erschienen nur fünf Kinder, diese waren dafür vollumfänglich bei der Sache und brachten teilweise schon Vorkenntnisse mit. Im vorausgehenden Theorieblock durften sie von Bitterli allerlei Wissenswertes über jene Lebensformen erfahren, die weder Tier noch Pflanze sind und dennoch immer wieder faszinieren. Sie lernten dabei die gängigsten und beliebtesten Speisepilze wie Steinpilze, Eierschwämme oder diverse Röhrlingsarten kennen.

Aber auch das Aussehen und die Merkmale des gefährlichsten Giftpilzes überhaupt, des Knollenblätterpilzes, wurden ihnen vermittelt. Sie lernten, dass manche Arten nur in Symbiose mit bestimmten Baumarten anzutreffen sind, dass es in Europa rund 30 000 Pilzarten gibt und eigentlich nur die wenigsten giftig sind. Bitterli unterliess es dabei nicht, darauf hinzuweisen, dass der Beruf des Pilzkontrolleurs vom Aussterben bedroht ist. «Wir sind nur noch zu zweit im Niederamt», erzählte er. Der anschliessende Streifzug durch den Wald war übrigens nicht sehr ergiebig, aber der Kontrolleur verlieh seiner Hoffnung Nachdruck, dass sich später im Jahr doch noch einige von ihnen finden lassen.

Beschaulich ging es im Werkraum des Schulhauskomplexes zu und her: Neun Kinder konnten sich begeistern, unter der Anleitung von Regula Kneubühler und ihres Sohnes Kevin Gläser einzufilzen, sie mit Borsten aus Bürsten oder aufgenähten Kunststoffperlen zu verzieren und so individuell zu gestalten. Die so dekorierten Konfitüre- oder Trinkgläser, die die Kids von zu Hause mitgebracht hatten, können nach ihrer Fertigstellung mit einem Rechaudkerzchen versehen werden und dienen als Windlichter.

Am Nachmittag fanden sich acht Kinder in der Küche des Restaurants «Brücke» ein; hier war die Teilnehmerzahl beschränkt. Auf sie wartete eine besondere Aufgabe: Sie durften unter der Anleitung von Chefkoch Thomas Messerli ein Vier-Gänge-Menu herstellen; zunächst im Freien, dann in der Küche. Am gleichen Abend durften sie es dann zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern geniessen: Bruscetta mit Tomatenwürfeln und Basilikum sowie Grissini mit San-Daniele-Rohschinken und Frischkäse zum Apéro, eine kalte Spanische Suppe mit Sommergemüse und Riesencrevetten, hausgemachte Hamburger mit Pommes und Zucchetti-Gratin sowie zum Dessert den Klassiker Coupe Dänemark.

Das Vier-Gänge-Menu war laut Beatrice Mackuth eines von 13 neuen Angeboten. Dazu gehören der Zumba-Tanz, der Pilzkurs, das EHCO-Training, der Besuch beim Wasserkraftwerk Niedergösgen sowie jener im Naturama Aarau, das Ausdrucksmalen, das Erforschen von Tieren und Pflanzen in der Kiesgrube, ein Fotokurs, die Visite bei Gemeindepräsident Kurt Henzmann, der Besuch in der Kehrichtverbrennungsanlage in Buchs AG sowie die Besichtigung der historischen Lokomotiven und Waggons in Olten und schliesslich der Instrumentenbaukurs.

Highlights sind unter anderem die Besuche des Rolling Rock in Aarau oder des Robi-Spielplatzes in Olten; Zumba; «alles, was mit Kochen und Backen zu tun hat», so Mackuth sowie der Fotokurs und – natürlich – der Besuch bei der Feuerwehr traditionell am Freitag.

Finanziert wird der Ferienpass dank Sponsoring-Beiträgen. «Zudem bezahlt jedes Kind, dessen Familie Mitglied im Elternverein ist, zehn Franken, die übrigen 20 Franken», so Mackuth. Somit können die Niedergösger Kids bis Ende Woche vom reichhaltigen Angebot profitieren – auch wenn aufgrund des schlechten Wetterberichtes morgen Donnerstag die Durchführung der Aussen-Aktivitäten gefährdet sein dürfte.

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