Erlinsbach SO
Solaranlage auf dem Kirchendach hat keine Chance bei Baukommission

Die Bau- und Werkkommission von Erlinsbach SO hat das Baugesuch der Römisch-katholischen Kirchgemeinde für eine Fotovoltaikanlage auf dem südlichen Kirchendach abgelehnt. Sie taxiert das Vorhaben als Störung des Ortsbilds von nationaler Bedeutung.

Christian von Arx
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Die Fotomontage zeigt das südliche Dach der katholischen Kirche in Niedererlinsbach mit einer Indach-Fotovoltaikanlage.

Die Fotomontage zeigt das südliche Dach der katholischen Kirche in Niedererlinsbach mit einer Indach-Fotovoltaikanlage.

Stadelmann

Ende Juli hatte die Römisch-katholische Kirchgemeinde ein Baugesuch für den Aufbau einer Fotovoltaikanlage auf dem südlichen Dach der Kirche St. Nikolaus im Dorfkern von Niedererlinsbach eingereicht (wir berichteten). Während der 14-tägigen Auflage Anfang Oktober war eine Einsprache vom Eigentümer einer benachbarten, denkmalgeschützten Liegenschaft am Dorfplatz eingegangen. Er machte geltend, durch die Solaranlage würde die Erscheinung des Ortsbilds massiv gestört. Dieses ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) enthalten.

In ihrem Entscheid, der am Freitag die Adressaten erreichte, heisst die Bau- und Werkkommission als zuständige kommunale Baubehörde diese Einsprache gut. Sie stützt sich dabei auf die Stellungnahme des kantonalen Amts für Raumplanung, das die Ablehnung des Baugesuchs empfahl. Die Fotovoltaikanlage würde auf dem höchsten Gebäude von Erlinsbach angeordnet und wäre entsprechend exponiert, schreibt die Baukommission. Als Vergleich zieht sie einen Entscheid des Verwaltungsgerichts heran, das vor einigen Jahren eine «relativ kleine Mobilfunkantenne» auf dem Geschäftshaus Aarauerstrasse 101 (Von-Däniken-Haus) als Störfaktor im Ortsbild eingestuft hatte. «Umso mehr gilt diese Einschätzung auch aus der Sicht der Bau- und Werkkommission für die geplante Fotovoltaikanlage.»

Zudem empfinde die Kommission die Fotovoltaikanlage auf dem Kirchendach als «Zweckentfremdung eines markanten Gebäudes, welche das tolerierbare Mass überschreiten würde». Dabei spiele die geplante Ausführungsart der Anlage (Indach, ganze südliche Dachfläche, blendreduzierte Solarzellen) keine Rolle.

Die Ablehnung war zu erwarten, weil die Bau- und Werkkommission der Kirchgemeinde schon vor der öffentlichen Auflage geschrieben hatte, das Gesuch könne ihrer Meinung nach nicht bewilligt werden.

Der Kirchgemeinde bleiben nun 10 Tage Zeit für eine Beschwerde ans Bau- und Justizdepartement in Solothurn – das sich in der erwähnten Stellungnahme des Amts für Raumplanung ebenfalls schon ablehnend geäussert hatte. Kirchgemeindepräsident Ernst Fiechter erklärte auf Anfrage, der Kirchgemeinderat werde eine Beschwerde sorgfältig prüfen.

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