Balsthal
Schlossscheune vor Zerfall gerettet

In Balsthal wurde die Südfassade der Schlossscheune in St. Wolfgang restauriert – weitere Etappen sind geplant.

Peter Wetzel
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Die Südfassade der Schlossscheune in St. Wolfgang erstrahlt nach der gelungenen Restaurierung wieder in neuem Glanz.

Die Südfassade der Schlossscheune in St. Wolfgang erstrahlt nach der gelungenen Restaurierung wieder in neuem Glanz.

Zur Verfügung gestellt

Thomas Winistörfer, Biobauer und Besitzer der imposanten Scheune, wohnt gerade unterhalb des historischen Bauwerks. Er machte sich echte Sorgen wegen des Zustands seiner Scheune, welche innen total ausgeräumt wurde und zurzeit als Lagerhalle dient.

Vor allem die mit Bruchsteinen aufgebauten Mauern sind in einem sehr schlechten Zustand. Der verwendete Mörtel ist zu einem grossen Teil verwittert und es lösen sich regelmässig Steine aus dem Mauerwerk. «Viele Vögel benutzen die entstandenen Spalten und Hohlräume als Brutplätze. Ich lebe in ständiger Angst, es könnte jemandem einen Stein auf den Kopf fallen», sagt Winistörfer und betont, dass dringender weiterer Handlungsbedarf bestehe.

Unter Denkmalschutz gestellt

Er wandte sich an den Balsthaler Architekten Martin Frei, welcher Erfahrung mit der Restauration alter Gebäude hat. Dieser nahm Kontakt auf mit dem kantonalen Amt für Denkmalpflege und Archäologie. Der Besitzer der Scheune hatte sich schon 2003 mit diesem Amt in Verbindung gesetzt und erhielt für die Sanierung des Krüppelwalmdaches finanzielle Unterstützung. In Anbetracht des kulturhistorischen und typologischen Werts der Scheune beschloss der Regierungsrat auf Antrag der Denkmalpflegekommission und des Chefs des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie, dass die Schlossscheune unter kantonalen Denkmalschutz gestellt wird.

Martin Frei beauftragte für die Restaurierung den Spezialisten Jean-Claude Märki aus Büren an der Aare sowie einen Italiener und einen Kubaner, welche grosse Sachkenntnisse aufweisen. Es galt vorerst, die Südfassade instand zu stellen. Die Fugen mussten ausgekratzt, die losen Steine herausgeholt, die fehlenden Steine wieder eingesetzt werden. Anschliessend erhielt die Mauer wieder einen Verputz.

So sah das Gemäuer der Schlossscheune in St. Wolfgang vorher aus.

So sah das Gemäuer der Schlossscheune in St. Wolfgang vorher aus.

Zur Verfügung gestellt

Frei hob hervor, dass die Spezialisten je nach Beschaffenheit des Mauerwerks verschiedene Mörtel gemischt hätten: «Sie verwendeten ausschliesslich Material aus der näheren Umgebung.» Die Aussenseite der Fassade wurde zuletzt mit Sumpfkalk sorgfältig «geweisselt». Auch die Innenseite der Fassade wurde fachmännisch saniert. Es gab auch einige Balkenteile und Tore zu restaurieren. Mit diesen Arbeiten wurde die Zimmerei von Rudolf Bloch betraut.

Westseite wird Herausforderung

Nachdem die Südfassade der Schlossscheune wieder in neuem Glanz erstrahlt, soll die Restaurierung an der Westfassade weitergehen. Armdicke Efeuausläufer haben sich in das Mauerwerk verkrallt. Eine grosse Herausforderung warte auf die Spezialisten, waren sich Frei und Winistörfer einig. Der Biobauer möchte später Teile des sanierten Gebäudes einer Nutzung zuführen, die finanziell etwas «zurückbringen» könnte. Ihm schwebe vieles vor, wolle sich aber im Moment nicht auf die Äste hinauswagen.

Die Gesamtkosten für die erwähnten Arbeiten betrugen rund 70 000 Franken. Dazu leisteten das Amt für Denkmalschutz und Archäologie sowie der Natur- und Heimatschutzfonds namhafte Beiträge. Dass sich diese Investition gelohnt hat, zeigt in St. Wolfgang bei einem Augenschein dieser gelungenen Restaurierung.

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