Welschenrohr
Neues Leben soll ins Pfarrhaus

Das Pfarrhaus steht schon seit über acht Monaten leer. Nun will der Kirchgemeinderat das Gebäude für 520'000 Franken umbauen.

Erwin von Arb
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Erwin von Arb

Seit über acht Monaten steht das Pfarrhaus in Welschenrohr leer. Darin wohnte bis im Juli 2015 Pfarrer Raimund Obrist, der während 14 Jahren die Pfarreien der Gemeinden im hinteren Thal betreute. Nach dessen Wechsel nach Zurzach AG, versuchte der Kirchgemeinderat, das nordöstlich der Kirche gelegene Pfarrhaus zu vermieten. Allerdings ohne Erfolg, wie Kirchgemeindepräsident Robert Vogt dazu ausführt. Der Kirchenrat habe danach lange darüber beraten, wie es mit dem Pfarrhaus weiter gehen soll. Auch ein Verkauf der Liegenschaft samt dem rund 1200 Quadratmeter grossen Areal sei in Erwägung gezogen worden.

Denkmalpflege gefällt Aufgang nicht

Doch davon nahm der Rat schliesslich wieder Abstand. Das Pfarrhaus sei ein wichtiger Teil des Ensembles mit Kirche, Pfarrheim und dem 2014 erstellten Begegnungsplatz. Deshalb habe der Kirchenrat den Ausbau des Pfarrhauses mit dem Ziel ins Auge gefasst, dieses wieder mit Leben erfüllen. Inzwischen liegt ein Projekt vor, das den Einbau von zwei Wohnungen vorsieht. Der Zugang in die im Erdgeschoss und im Obergeschoss befindlichen Wohnungen soll über ein an der Ostseite angebautes Treppenhaus erfolgen. Die kantonale Denkmalpflege hat an dieser Lösung keine Freude, weil damit der Charakter des Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Hauses beeinträchtigt wird. Das im spätklassizistischen Stil gebaute Haus steht aber nicht unter Denkmalschutz, weshalb diese Einwände nur den Charakter einer Empfehlung haben.

Gestützt darauf, hält der Kirchenrat die nun vorgeschlagene Lösung mit Projektkosten von 520 000 Franken für vertretbar. Andere Lösungen hätten aus seiner Sicht hohe Mehrkosten verursacht oder zuviel Wohnfläche beansprucht. Das Projekt sieht ferner auf der Südseite des Hauses den Anbau von zwei Balkonen vor. Keine Änderung erfährt die östlich des Pfarrhauses gelegene Garage. Sie wird weiterhin der Jubla zu Verfügung stehen. Neu geplant sind zwei Parkplätze mit je zwei Abstellplätzen. Vorbereitet werden die Anschlüsse an die im Dorf geplante Fernwärmeheizung. Über die Vermietung der Wohnungen zu einem Preis im Bereich von 1500 Franken macht sich der Kirchenrat keine Sorgen. «Neue Wohnungen sind in Welschenrohr Mangelware», so Vogt.

Für Fusion mit Gänsbrunnen

Am 21. April kann die Kirchgemeindeversammlung über das Projekt und den dafür beantragten Bruttokredit von 520 000 Franken befinden. Gleichzeitig wird darüber entschieden, ob die Kirchgemeinde mit jener in Gänsbrunnen fusionieren soll. «Der Kirchenrat empfiehlt den Zusammenschluss der beiden Kirchgemeinden», meint Vogt dazu. Bei der Abstimmung gehe es primär um den Eintretens-Beschluss, um die Fusion in die Wege zu leiten.

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