Aedermannsdorf
Musikgesellschaft vereinte Musik und Märchen

Die Musikgesellschaft Aedermannsdorf hatte am Jahreskonzerteine spezielle Idee.

Hans Blaser
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Der Posaunist Stefan Bläsi bei seinem Vortrag von «Let Me Try Again».

Der Posaunist Stefan Bläsi bei seinem Vortrag von «Let Me Try Again».

Hans Blaser

Rot dominierte die Bühne, als sich der Vorhang öffnete. Passend zum Rot ihrer T-Shirts pfefferte der Nachwuchs, die Junior Brass, selbstsicher Mark Taylors «Gospel Brass Machine» in die Halle. Während dazu noch die Dienste von Adrian Spescha als Arrangeur benötigt wurden, entfiel das für den Rest ihres Programmes. Sie setzte nämlich auf den Berner Mario Bürki. Der kann wirklich selber für alle Besetzungen schreiben. Das kann durchaus eher feierlich sein wie eben das 2014 entstandene «Gratitude Hymn». Das kann aber auch Programmmusik sein, wie das 2005 entstandene «Flight».

Das rückte die Nachwuchsband unter der Leitung von Monika Eggenschwiler ins Zentrum ihres Eröffnungsauftritts. Die Anweisungen des Komponisten wurden genau befolgt, die raffinierten Effekte damit voll zur Geltung gebracht. Das Anwerfen des Motors, sein Stottern, die Windgeräusche beim Segelflug und das aufziehende Gewitter – alles wurde erkennbar. Eine Zugabe, mit dem Marsch «Arosa» war die logische Folge.

Die Brass Band übernahm die Bühne für den ersten Konzertteil mit dem kaum bekannten englischen Brass-Band-Marsch «The Gladiator». Erwartungen weckte natürlich «El Camino Real» im Zentrum des ersten Teils schon aus dem Programm. Diese Fantasie mit lateinamerikanischen Elementen schrieb Alfred Reed für ein grosses, üppig instrumentiertes Windorchester. Wie der Norweger Frode Rydland daraus eine Fassung für Brass Band instrumentierte war spannend.

Das Resultat präsentierte sich wenig überraschend. Es wurde ein ganz anderes Stück, blieb aber beeindruckend. Und es verlangte bläserische Höchstleistungen, nicht nur vom Soprano auf dem Es-Cornet. An der eisernen Tradition, wonach in jedes Konzert ein Solo gehört, wurde festgehalten. Simon Kerwin hat aus «Let Me Try Again» von Romuald Caravelli ein Solo für B oder Es Cornet und Brass Band Begleitung kreiert. Es diesmal auf der Posaune zu hören war schon eine Überraschung. Souverän vorgetragen hat es Stefan Bläsi.

Für den zweiten Konzertteil hat sich die Band diesmal nicht für Spielszenen, sondern für eine Märchenlesung entschieden. Passende Stimme und gepflegte Sprache machten Heinz Hug zum idealen Märchenerzähler. Gewählt wurde «Dornröschen». Zu diesem liessen sich offensichtlich die Musiktitel gut verbinden. Sie wurden jeweils in Lücken der Lesung gespielt. Dabei waren mit «Wrath» und «Reflections» gleich zwei gefällige Kompositionen von Peter Graham. Ebenfalls doppelt vertreten war Hans Zimmer. Dessen «Spirit» hat Bertrand Moren für die Brass Band überarbeitet. Noch vor Moren etablierte sich Ray Farr als Brass-Band-Arrangeur. Mit seiner Bearbeitung von «Riverdance» schlossen die Aedermannsdörfer diesen Teil ab. Selbstverständlich wurden von der Band auch zwei Zugaben verlangt.

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