Renovation
Laupersdorf kann sich die Schulhaussanierungen leisten

Die Gemeindeversammlung bewilligte 1,8 Mio. Franken als erste Etappe für die Renovation des Schulhauses Linden.

Rudolf Schnyder
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Das 110-jährige Schulhaus Linden wird saniert.

Das 110-jährige Schulhaus Linden wird saniert.

bko

Wegen der Coronasituation wurde die Gemeindeversammlung in Laupersdorf in die Mehrzweckhalle «Kreuzacker» verlegt. Diese Massnahme erwies sich als notwendig, erschienen doch 57 Stimmberechtigte. «Der Gemeinderat beantragt einen Kredit von 1,8 Mio. Franken für die umfassende Innensanierung des Schulhauses Linden», begann Gemeindepräsident Edgar Kupper. Dem «Raumkonzept Schulgebäude Laupersdorf» liegt eine langfristige Planung für die künftige Entwicklung der drei Schulgebäude Linden, Sunnmatt und Kindergarten. Dabei wurde der Sanierungsbedarf aller drei Gebäude eruiert. Auf Grund der resultierenden Gesamtkosten von rund 2,7 Mio. Franken hat der Gemeinderat entschieden, die Sanierungen in Etappen zu realisieren.

Erste Etappe: Schulhaus Linden

Als Erstes soll das Schulhaus Linden einer umfassenden Innensanierung unterzogen werden, weil dort der Handlungsbedarf am grössten und die aktuelle Raumnutzung nicht optimal ist. Das Schulhaus Linden wurde im Jahr 1910 bezogen. Die Schulzimmer befinden sich teils noch im ursprünglichen 110-jährigen Zustand. In den letzten Jahrzehnten waren lediglich die Fenster (2001) und die alte Turnhalle (1988) saniert worden. Das Schulhaus Linden ist ein typischer Vertreter des Heimatstils und wird deshalb auch als erhaltenswertes Gebäude eingestuft. Viele Details und Bauteile sind in einem originalen Zustand erhalten.

Die Anpassungen an einen zeitgemässen Schulunterricht erfordern einen sorgfältigen Umgang mit der Bausubstanz. «Die Eingriffe werden auf ein Minimum beschränkt», bemerkte Martin Frei vom Architekturbüro wwb.architekten ag. Josef Walpert, Präsident der Finanzplanungskommission, wies auf den guten Rechnungsabschluss 2019 und das vorhandene Eigenkapital hin und erwähnte, dass die Gemeinde die Sanierung des Schulhauses Linden finanziell verkraften könne, ohne dass eine Steuererhöhung drohe. Mit den Umbaumassnahmen können die Anforderungen an die heutige moderne Schule abgedeckt werden.

Daniel Fluri, Präsident der Kommission Sanierung Schulhäuser und Kindergarten, und Architekt Frei stellten die Renovierungsarbeiten im Detail näher vor: Im Erdgeschoss verbleibt ein Klassenzimmer, aus einem kleineren Zimmer wird ein Gruppenraum und das bisherige westliche Klassenzimmer wird in einen Raum für die Schulleitung und einen Raum für Logopädie und Deutsch-Zusatz-Unterricht für Fremdsprachige unterteilt. Im breiten Gang entsteht zudem ein Raum für das Schulsekretariat. Im Obergeschoss verbleiben die beiden Klassenzimmer und die beiden kleineren Räume werden zu Gruppenräumen ausgebaut. Auch sind in den Klassenzimmern Akustikmassnahmen, neue elektrische Installationen und eine neue stromsparende Beleuchtung vorgesehen. Im Untergeschoss werden das bisherige Militärgefängnis und der Duschraum aufgehoben und zu einem Werkraum nass umgebaut. Der Raum daneben steht weiterhin als Materialraum zur Verfügung. Neu wird die Heizverteilung (Holzschnitzel-Feuerung) und die Stromverteilung in einem Technikraum angesiedelt. Zudem wird das Gebäude durch einen Lift über alle Stockwerke erschlossen. Unverändert bleibt das Dachgeschoss mit der Wohnung und dem Estrich. Auch die Aussenfassade bleibt vorerst unverändert.

Die Gemeindeversammlung genehmigte den Ausführungskredit von 1,8 Mio. Franken einstimmig. Mit den Bauarbeiten wird im August 2020 begonnen; diese werden rund ein Jahr dauern. Während des Schuljahrs 2020/21 werden die zwei Schulklassen, die bisher im Schulhaus Linden unterrichtet wurden, in ein Klassenzimmer im Schulhaus Sunnmatt sowie in den Disponibel-Raum im Gemeindezentrum verlegt.

Rechnung 2019 mit Überschuss

Rekordverdächtig Gemeindeverwalter Stefan Schaad präsentierte die Rechnung 2019, die bei einem Aufwand von 7,917 Mio. Franken und einem Ertrag von 8,576 Mio. Franken mit einem Ertragsüberschuss von 659517 Franken abschliesst. «Der Gesamtsteuerertrag beläuft sich auf rekordverdächtig hohe 4 600 685 Franken. Trotz Senkung des Steuerfusses bei natürlichen Personen um zwei Prozentpunkte erhöhte sich der Gesamtsteuerertrag um 4,41 Prozent. Auch die grosse Budget-Disziplin habe zum sehr erfreulichen Ergebnis beigetragen, so Schaad.

Die Investitionsrechnung 2019 weist bei Ausgaben von 401 368 Franken und Einnahmen von 299441 Franken eine Netto-Investitionssumme von 101926 Franken auf, budgetiert waren 415000 Franken. Der Ertragsüberschuss von 659517 Franken wird als Einlage ins Eigenkapital verwendet, welches 1613233 Franken beträgt. Die Nettoschuld pro Einwohner beträgt 1264 Franken. Die Spezialfinanzierung Wasserversorgung schliesst mit einem Aufwandüberschuss, hingegen das Abwasser und die Abfallbeseitigung mit einem Ertragsüberschuss. Die Rechnung 2019 wurde genehmigt. (rsl)