Mümliswil-Ramiswil
Längstes Strassennetz: Ohne Fördergelder könnten die 150 Km nicht unterhalten werden

Mümliswil-Ramiswil, die flächenmässig grösste Gemeinde im Kanton, ist für über 150 Kilometer Strasse verantwortlich. Ohne Fördergelder könnte das Wegnetz zu den 70 Berghöfen gar nicht unterhalten werden.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Mümliswil-Ramiswil hat das grösste Strassennetz
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 Eine Karte mit dem Strassennetz der Gemeinde.
 Ein 150 km langes Netz von Strassen führt als Flurwege auch zu den entlegensten der fast 70 Berghöfe.
 Kurt Bloch: «Jährlich wendet die Gemeinde zwischen 60'000 und 80'000 Franken für den Bergstrassenunterhalt auf, den Winterdienst nicht miteinberechnet.»
Der neue Belag auf der Strasse Richtung Bereten
In diesem Abschnitt der Limmern sorgte Steinschlag immer wieder für Probleme.
Strasse durch die Limmernschlucht

Mümliswil-Ramiswil hat das grösste Strassennetz

Hanspeter Bärtschi

In der Schule lernen wir es: Mümliswil-Ramiswil ist mit 35,5 km2 flächenmässig die grösste Gemeinde des Kantons Solothurn. Die 2452-köpfige Gemeinde (Zahl 2016) grenzt an das Gemeindegebiet von sechs Orten im Kanton Solothurn und vier im Kanton Baselland. Somit verfügt Mümliswil-Ramiswil über ein weitläufiges, rund 150 km langes Netz von Strassen, welche als Flurwege auch zu den entlegensten der fast 70 Berghöfe führen, erklärt Gemeindepräsident Kurt Bloch.

Bloch ist gleichzeitig Vizepräsident der Flurgenossenschaft Limmern-Hauberg. Diese wurde im Jahre 1969 gegründet und hat seither 37,7 km Flurwege gebaut. Sie ist auch für deren Unterhalt zuständig. Über 39 Jahre lang wurde sie vom kürzlich verstorbenen Martin Bader-Grolimund von der Vorderen Bereten präsidiert; neu hat Dieter Walser, Untere Wechten, das Amt übernommen.

Vor der Neuvermessung ausserhalb der Bauzone waren viele Wege innerhalb des Flurgenossenschaftsperimeters Privateigentum. Sie konnten in den vergangenen Monaten in das Eigentum der Genossenschaft überführt werden. «Gleichzeitig wurden Hunderte von Dienstbarkeiten überprüft, neu geregelt oder gelöscht», sagt Bloch. Dazu kommen noch 27,7 km Strassen oder Flurwege ausserhalb der Bauzone im Eigentum der Einwohnergemeinde Mümliswil-Ramiswil, die ebenfalls im Rahmen der Neuvermessung bereinigt werden konnten. Von diesen Bereinigungen waren Hunderte von Eigentümern und auch die Bürgergemeinde betroffen. «Der Aufwand hat sich aber gelohnt», ist Bloch überzeugt, auch wenn die Arbeit noch nicht ganz abgeschlossen ist. «Etliche Mutationen liegen noch zur Eintragung beim Grundbuchamt». Bloch verweist auf den grossen Übersichtsplan im Eingangsbereich der Gemeindekanzlei. Darauf ist für jedermann nachzusehen, welches Eigentum, an welcher Strasse besteht.

Viel Aufwand für Unterhalt

Die Flurgenossenschaft und die Einwohnergemeinde arbeiten beim Unterhalt der Flurwege eng und sehr gut zusammen. Bloch schildert: «Der Unterhalt und die Projekte laufen in der Regel über die Genossenschaft und die Gemeinde übernimmt die Restkosten. Jährlich wendet die Gemeinde zwischen 60'000 und 80'000 Franken für den Bergstrassenunterhalt auf, den Winterdienst nicht miteinberechnet.»

Und er weiss: «Die Kosten wären ohne Berggebietsförderung des Bundes und des Kantons für die Gemeinde nicht verkraftbar.» Bei den periodischen Instandstellungsarbeiten übernehmen diese Partner knapp 80 Prozent der Kosten. Sämtliche Arbeiten müssen aber vor der Ausführung vom Amt für Landwirtschaft abgesegnet sein.

Die Anstösser müssen mithelfen

Beim Augenschein vor Ort auf einigen der Flurstrassen zeigt sich dann die grosse Bandbreite der Aufgaben, welche die Flurgenossenschaft und die Gemeinde bewältigen müssen. So hat man beispielsweise vor kurzem den Belag der Strasse Richtung Bereten ersetzt. Auf der Limmern-strasse, im Bereich der Schlucht, gab und gibt es andere Probleme. «Steinschlag», erklärt Bloch. Deshalb habe man vor vier Jahren im Bereich der Bärenhöhle den Fels per Sprengung abgetragen, Felsreinigungen durchgeführt und die Strasse im Kurvenbereich hangseitig verbreitert.

Für den kleineren Strassenunterhalt sind die direkten Anstösser verantwortlich. «Ihnen ist jeweils ein Strassenabschnitt zugeteilt. Ihre Aufgaben sind in einem speziellen Reglement geregelt».

Eine besondere Herausforderung stellt der Winterdienst dar. Bloch sagt: «Hier sind 21 Vertragsfahrer für die Berggebietsstrassen im Einsatz». Die Kosten trägt voll die Gemeinde und diese variieren zwischen 30'000 bis über 100'000 Franken pro Jahr, je nach Winter.

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