Neuendorf
Kiesgrube Aegerten: Nun soll ein runder Tisch helfen

Der Neuendörfer Gemeinderat möchte die Verkehrsanbindung der Kiesgrube Aegerten gütlich regeln und mit allen Parteien zusammensitzen. Das Ziel: Den Abbaubetrieb möglichst bald wieder aufnehmen.

Philipp Felber
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Kiesgrube Aegerten Neuendorf

Kiesgrube Aegerten Neuendorf

Bruno Kissling

Die Bürgergemeinde möchte in der Grube Aegerten wieder Kies abbauen. Die Zufahrten sollen neu über die Fulenbacher- und Wolfwilerstrasse – mitten durchs Dorf – führen. Dagegen haben Anwohner der neu betroffenen Wolfwilerstrasse Einsprache erhoben.

Nachdem der Regierungsrat die Anwohner abblitzen liess, gelangten diese an das Verwaltungsgericht, um das Verfahren vorläufig auf Eis zu legen. Verbunden mit der abgewiesenen Beschwerde ist die Auflage an den Gemeinderat, dass in zwei Jahren eine neue Lösung zur Verkehrsanbindung der Kiesgrube aufliegen muss. Nun soll ein runder Tisch den Knopf lösen, wie der Neuendörfer Gemeinderat am Montag entschied.

Rasche Lösung bevorzugt

«Wir möchten die Kiesgrube möglichst schnell wiedereröffnen.» So formulierte Gemeindepräsident Rolf Kissling die Haltung des Gemeinderats am Montagabend. Eine Sistierung des Planungsverfahrens stand gar nicht erst gross zur Diskussion. Dies obwohl mit der Sistierung Druck von allen Parteien genommen hätte, weil dadurch mehr Zeit bleibt, um eine Lösung zu finden.

Nun will der Gemeinderat keine Sistierung, aber trotzdem möglichst bald ein Gespräch mit den beteiligten Parteien führen. So möchte der Gemeinderat als Planungsbehörde mit den Einsprechern, der Bürgergemeinde als Besitzerin der Grube, der Vigier AG als Betreiberin und der BSB+Partner AG als Planungsexperten zusammenkommen. Je drei Vertreter sollen am runden Tisch teilnehmen.

Dem Votum aus dem Rat, eine öffentliche Veranstaltung für die gesamte Bevölkerung abzuhalten, wurde vorerst nicht entsprochen. Es seien klar zwei verschiedene Aspekte, die getrennt werden müssten, erklärte Rolf Kissling. Einerseits das laufende Gerichtsverfahren, andererseits die Planung einer anderen Verkehrsführung.

Um das Gerichtsverfahren zu verkürzen soll nun eine aussergerichtliche Lösung mit den Einsprechern gefunden werden. Dies bereits mit der Idee, dass eine einvernehmliche Lösung für das ganze Dorf gefunden werden kann.

Die Planung der Alternativroute soll dann öffentlich aufgegleist werden. Dazu soll der Rat nun gegenüber der Öffentlichkeit offen kommunizieren. Die Hoffnung des Gemeinderates ist es, dass das Verfahren dadurch verkürzt werden kann.

Gemeindepräsident Rolf Kissling bekräftigte in der Diskussion, dass die vorliegende Ringlösung mit der Zufahrt über die Fulenbacherstrasse und der Wegfahrt über die Wolfwilerstrasse keineswegs eine optimale Lösung sei, und dass die Gemeinde Hand biete für bessere Lösungen.

Auch Heinz Flück als Vertreter der Einsprecher bekräftigte noch einmal, dass die Einsprecher an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind und an einem runden Tisch teilnehmen würden. Für Flück ist denn auch klar, dass die Kiesgrube möglichst bald wieder eröffnet werden soll.

Hintertürchen für Ringlösung

Ob eine einvernehmliche Lösung mit den Einsprechern gefunden werden kann, ist indes fraglich. Denn der Regierungsratsbeschluss lässt ein Hintertürchen für die Gemeinde offen. Der Gemeinderat muss zwar in den nächsten zwei Jahren eine Variante neu auflegen. Falls dies nicht geschieht, ist die provisorische Bewilligung des Regierungsrates dahin.

Kommt es aber zu einer neuerlichen Ausschreibung, kann es zu einem speziellen Szenario kommen. Denn: Wird gegen die neue Verkehrsführung erneut Beschwerde erhoben und diese vom Regierungsrat genehmigt, hat der Gemeinderat die Auflagen der Regierung trotzdem erfüllt. Es wurde nämlich ein neuer Gestaltungsplan ausgearbeitet und aufgelegt, was aber nicht heisst, dass dieser dann auch in dieser Form umgesetzt werden muss. So kann es durchaus sein, dass die Übergangslösung über die Wolfwilerstrasse quasi zur Dauerlösung wird.

Dem Gemeinderat wäre es zudem möglich, in den nächsten zwei Jahren denselben Gestaltungsplan noch einmal aufs Tapet zu bringen, wenn er davon ausgeht, dass dies halt doch die praktikabelste Lösung ist. Gegen die Verkehrsführung selbst hat denn auch der Regierungsrat nichts einzuwenden. Er hat nur den Neuendörfer Gemeinderat als Planungsbehörde gezwungen, noch einmal über die Bücher zu gehen.

Bürgergemeindepräsident Emil Lämmle sagte gestern auf Anfrage, dass die Bürgergemeinde keine Alternativlösung in der Hinterhand habe. So bleibt die Lösungssuche auf möglichen Varianten in Richtung Osten beschränkt, die laut Heinz Flück in den Studien als beste abgeschnitten hätten (wir berichteten).

Die Routen seien jedoch ebenso nicht das Gelbe vom Ei, wie aus dem Rat zu vernehmen war. Dies, weil zum Teil neue Strassen gebaut werden müssten. Hinzu kommt, dass sich am Montagabend am Rande der Gemeinderatssitzung gezeigt hat, dass gegen diese Verkehrsführung ebenfalls Einsprachen eingehen würden.

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