Trimbach
Jugendliche sollen durch Mitwirken in der Gesellschaft Verantwortung tragen

Die Regionalstelle Nordwestschweiz von Infoklick.ch lud zum Informationsabend ein. Im Trimbacher Mühlemattsaal stellten die Verantwortlichen das Projekt «Jugend mit Wirkung» vor, das der Gemeinderat unterstützt.

Beat Wyttenbach
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Janina Rüfenacht und David Bieli legten dem Gemeinderat einen umfassenden Bericht vor. bw

Janina Rüfenacht und David Bieli legten dem Gemeinderat einen umfassenden Bericht vor. bw

Beat Wyttenbach

Die Regionalstelle Nordwestschweiz von Infoklick.ch hatte am Dienstagabend in den Trimbacher Mühlemattsaal geladen, um das Projekt «Jugend mit Wirkung» vorzustellen. Dies deshalb, weil der Gemeinderat sich für diese Form der Jugendarbeit ausgesprochen hatte. Die Begrüssung der elf Interessierten erfolgte durch Gemeindepräsident Karl Tanner.

Er übergab sogleich das Wort an Fachstellenleiter Marcus Casutt. «Wichtig sind jene Leute, die hier sind, nicht diejenigen, welche fehlen», kommentierte dieser das mässige Interesse an der Veranstaltung. Nebst der Projektvorstellung diente der Informationsabend auch dazu, Jugendliche und Erwachsene, je drei bis fünf, für das OK zu finden, das einen Jugendmitwirkungstag auf die Beine stellen soll. Weitere Kandidaten für das OK werden in den kommenden Wochen angefragt.

«Jugend mit Wirkung» wurde 1998 im bernischen Moosseedorf geboren, wo man sich fragte, wie man Jugendliche besser ins Gemeinwesen integrieren könnte. Es geht dabei um einen Tag, an dem in Arbeitsgruppen aus Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsam konkrete Projekte ausgearbeitet werden können, die auf den Ideen und Wünschen von Jugendlichen basieren. Mittlerweile hat sich die lokale Initiative zu einem nationalen Netzwerk entwickelt; über 80 Gemeinden und mehrere Kantone wirken mit und entwickeln «Jugend mit Wirkung» ständig weiter.

Jugendliche – angesprochen sind explizit auch solche, die nicht in Vereinen und Jugendorganisationen integriert sind – und Erwachsene, so Casutt, arbeiten also Hand in Hand, wenn es darum geht, Räume zu organisieren, für die Finanzierung zu sorgen, mit Behörden zusammenzukommen oder andere Erwachsene und Jugendliche zu motivieren. Dann soll an drei bis vier Sitzungen der Jugendmitwirkungstag organisiert werden, an dem jede Arbeitsgruppe ein konkretes Projekt erarbeitet; dies zu einem von den Jugendlichen vorgegebenen Thema. Durch den Dialog mit den Erwachsenen sollen keine Luftschlösser gebaut, sondern realistische und finanzierbare Projekte auf die Beine gestellt werden.

«Da gibt es viele Möglichkeiten», so Casutt. Das Initiieren einer Schülerzeitung käme dabei ebenso in Frage wie das Organisieren eines Kino-Open-Airs, einer Töffli-Tankstelle, eines Schülerballs, eines Tanzraums oder einer Filmnacht. Aber auch die Reaktivierung des Jugendraumes könnte genauso ein Thema werden wie die Realisierung eines Beachvolleyball-Feldes. «Ziel ist es, die Themen in realistische Projekte umzusetzen», so Casutt, der auch gleich die beiden Ansprechpartner für die Trimbacher Jugendlichen vorstellte, Janina Rüfenacht, Sozialarbeiterin Infoklick.ch, und Daniel Bieli, Praktikant Infoklick.ch.

Ein am Info-Abend gezeigter Film illustrierte denn auch die gute Zusammenarbeit zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Es wurden interessante Aussagen gemacht. Von Erwachsenenseite hiess es etwa: «Die Jugendlichen sollen sich in die Gemeindepolitik einbringen, und ‹Jugend mit Wirkung› soll helfen, Hürden abzubauen. Sie sollen etwas auf die Beine stellen und sich am Resultat freuen können». Oder: «Es ist ein Mitwachsen mit dem Thema, und es ist wichtig, dass das Projekt in der Gemeinde verankert ist.»

Und vonseiten der Jugendlichen war zu erfahren: «Es ist wichtig, dass wir Hilfe von den Erwachsenen bekommen.» Die Kernbotschaft des Kurzfilms könnte man so zusammenfassen: «Die Jugendlichen können lernen, Projekte, aber auch Probleme anzupacken. Sie sollen Ideen entwickeln und sich engagieren, um Lösungen zu finden. Denn die Jugendlichen von heute sind die Erwachsenen von morgen.»

Wichtig sei, so Casutt in der anschliessenden Fragerunde, dass das Projekt weiterlaufe, die Skateranlage etwa nach der Verwirklichung als Verein weiterbestehe. Selbstverständlich könnten auch weitere Projekte in Angriff genommen werden. «Einige Gemeinden führen jährlich einen Mitwirkungstag durch, andere alle zwei bis drei Jahre», so der Fachstellenleiter.

Er forderte die Anwesenden auf, weitere mögliche Jugendliche und Erwachsene persönlich zu ermuntern, bei den konkreten Projekten, die das noch zu bildende OK auswählt, mitzumachen. «Die Erfahrung hat gezeigt, dass pro Projekt zwischen 30 und 50 Personen mitwirken. Einen Stadt-Land-Gegensatz gibt es nicht», so Casutt. Beim anschliessenden Apéro bestand die Möglichkeit, sich auszutauschen und vielleicht sogar bereits erste OK-Mitglieder zu finden. Fortsetzung folgt.

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