Ramiswil
Jodlerkonzert füllt die Ramiswiler Kirche

Das Jodlerkonzert für Solisten und Kleinformationen in der Kirche Ramiswil war sehr gut besucht. Für das Konzert wurden bewusst keine Chöre gewählt, da man die Bühne Gruppen geben wollte, welche sonst nur am Rande zum Tragen kommen.

Josef Tschan-Studer
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Jan Diethelm mit Mutter Monika bei seinem Auftritt.

Jan Diethelm mit Mutter Monika bei seinem Auftritt.

Josef Tschan-Studer

Von nah und fern waren die Leute gekommen und füllten die Kirche Ramiswil. Sie wollten sich den besonders gestalteten Anlass nicht entgehen lassen. Angesagt war ein Jodel-Konzert für Solisten und Kleinformationen, organisiert von Peter Bader aus Mümliswil. Bader, der im Jodlerklub Ramiswil aktiv mitmacht und auch selbst einen Chor leitet, ist längst kein Unbekannter mehr in der Szene. Als stiller Schaffer hat er schon unzählige Jodellieder getextet und komponiert.

Bewusst keine Chöre gewählt

«Wir wollen bewusst nur Solisten und Kleinformationen auftreten lassen, weil diese normalerweise an Jodlerkonzerten irgendwie nur am Rande zum Tragen kommen», meinte Peter Bader und erklärte, wie er diesen Anlass so zustande gebracht hatte. «Wir haben Vereine angeschrieben, ob ihre Solisten und Formationen in Ramiswil auftreten möchten.»

Das Echo sei überwältigend gewesen - obwohl alle ohne Entschädigung auftreten würden. Die Alphorngruppe «Enzian» aus Nuglar BL eröffnete das Konzert mit dem Stück «Im Bärgwald». Alphorn spielen in einer Kirche ist eine besondere Herausforderung. Die Töne schlagen an den Wänden zurück und in der Dynamik darf man nicht übertreiben. Die vier Bläserinnen und Bläser lösten diese Aufgabe hervorragend.

Alle auf sich selber angewiesen

Die Sängerinnen und Sänger meisterten ihre Aufgabe vortrefflich. Sie waren quasi auf sich selbst gestellt. Kein Chor, der einem Halt gab, kein Dirigent, der einem leitete. Das Terzett mit Sonja von Arx, Helene Wagner und Peter Aebi liess nach wenigen Takten erahnen, dass hier erfahrene Jodler stehen.

Sie liessen ihre kräftigen Stimmen immer sicher und mit einem Lächeln erklingen. Etwas verhaltener dann das Duett von Karin Meyer und Marcel Christen, es mutete wie ein Gespräch an.

Ein Quartett aus jungen Leuten vom Jodlerklub Ramiswil erntete langen Applaus. «Es geischteret», vom Duett von Arx/Wagner mit einem Augenzwinkern vorgetragen. Urs Ackermann aus Mümliswil begleitet sich als Solojodler selbst auf dem Schwyzerörgeli und das schwierige, über mehrere Oktaven gehende «Lueg zrugg» verlangte einiges von ihm ab.

Ein Musiker fiel an diesem Abend besonders auf: Thomas Stich. Er begleitete die unterschiedlichen Formationen mit seiner Handorgel und zeigte dabei viel Einfühlungsvermögen.

Ein Elfjähriger überrascht

Einer der Höhepunkte war dann der Auftritt vom erst 11-jährigen Jan Diethelm zusammen mit seiner Mutter. Das Duett gab «Blueme» von Polo Hofer zum Besten. Schon der Anblick der beiden war eine wahre Freude. Ihr Gesang perfekt. Der Applaus des Publikums wollte nicht mehr enden.

Und so gaben sie ein Jodellied als Zugabe. Auch hier bewies Jan sein aussergewöhnliches Talent. Seine Stimme war glasklar und seine Art so unbekümmert, als würde er beim Abtrocknen in der Küche zusammen mit seiner Mutter Monika singen.

Andreas Ackermann verzückte mit seinem «Chilche-Jutz» das Publikum. Bravorufe und ein heftiger Applaus waren der Dank. Und so liess er noch einmal seine warme, kräftige Stimme erklingen. «Ich darf euch jetzt die Nachtigallen vom Kirschenhof ansagen», kommentierte Bader den nächsten Programmpunkt.

«Mis Singe» interpretierten Stefanie, Larissa und Carol Bieli mit kräftigen Stimmen und viel Dynamik. Als Zugabe sangen die drei Schwestern dann noch ein französisches Chanson und bewiesen damit, dass ihr musikalisches Können sehr breit gefächert ist. Zum Schluss zeigte auch Peter Bader, dass er nicht nur gut organisieren kann, sondern auch den Jodelgesang beherrscht. Sein Auftritt in einem Quintett bildete den würdigen Schluss eines gelungenen Anlasses.

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