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Jan Lochbihlers Olympia-Traum wird Realität

Am 12. und 14. August steht der 24-jährige Holderbanker Jan Lochbihler an den Olympischen Spielen in Rio im Einsatz.

Am 12. und 14. August steht der 24-jährige Holderbanker Jan Lochbihler an den Olympischen Spielen in Rio im Einsatz.

Der Holderbanker Jan Lochbihler hat das Ticket für Rio 2016 in der Tasche! «Die Nomination ist eine Bestätigung für den Aufwand in den letzten Wochen, Monaten und Jahren», freut sich der Sportschütze. Am Schweizer Nationalfeiertag wird er Richtung Brasilien abheben. Seine Wettkämpfe stehen am 12. sowie 14. August an.

Jetzt ist es offiziell: Der 24-jährige Sportschütze Jan Lochbihler nimmt im August an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen», freute sich Lochbihler. «Die Nomination ist für mich eine Bestätigung für meinen Aufwand und die Leistungen in den letzten Wochen, Monaten und Jahren.» Zudem sei auch eine grosse Portion Druck, die er sich in erster Linie selbst auferlegt hatte, von ihm abgefallen, so Jan Lochbihler: «Ab jetzt kann ich mich voll auf den Wettkampf in Rio konzentrieren. Dort will ich Vollgas geben.»

Vollgas gegeben hat er indes bereits im vergangenen Monat im Endspurt um den Kampf um das Olympia-Ticket. Mitte Mai räumte Lochbihler am internationalen Wettkampf in Hannover mächtig ab: Er holte sich den ersten Platz im Liegendmatch sowie im Luftgewehr 10m. Im Dreistellungsmatch wurde er Vierter, nachdem er als Qualifikationsbester in den Final eingezogen war. Knapp zwei Wochen später wurde es dann richtig ernst. Am Weltcup-Schiessen in München wurde definitiv ermittelt, welcher Schweizer Schütze an die Olympischen Spiele nach Rio darf: Jan Lochbihler oder Simon Beyeler.

Rio ist nur das erste Etappenziel

Den Liegend-Wettkampf beendete Lochbihler in München auf dem 31. Platz. «Das war ok», blickte er nüchtern zurück. «Meine Leistung war durchzogen. Ich hatte ein paar gute Resultate, aber es reichte leider nicht bis ganz nach vorne in der Rangliste.» Auch im Dreistellungsmatch blieb der ganz grosse Exploit aus. Lochbihler wurde am Ende 27., was aber immer noch «sehr gut» sei. «Das Niveau in München war brutal hoch», begründete er. «Es brauchte schon sehr viele Punkte, um nur in den Final zu kommen. Beinahe wäre während dieses Wettkampfs sogar ein neuer Weltrekord aufgestellt worden.»

Diese zwei Resultate, ein 31. und ein 27. Platz, reichten zwar nicht für die automatische Olympia-Qualifikation. Dafür hätte Lochbihler mindestens eine Finalteilnahme aufweisen müssen. Trotzdem entschied der Schweizer Schiesssportverband, Jan Lochbihler bei Swiss Olympic für den Quotenplatz vorzuschlagen. Nicht nur, weil er in München um einen Punkt besser schoss als Konkurrent Simon Beyeler.

«Über die ganze Saison hinweg habe ich konstant auf sehr hohem Niveau geschossen», rechtfertigte Lochbihler den Entscheid des Schiesssportverbands. Sein zweiter Trumpf war, dass er sich in diesem Jahr klar für den Spitzensport entschieden hat.

Lochbihler wird ab Herbst als Profi im Leistungszentrum in Magglingen trainieren. «Ich habe ganz klar gesagt, dass Rio nur das erste Etappenziel ist. Mein Fokus liegt aber auch schon auf den kommenden Olympischen Spielen, Tokio 2020.» Simon Beyeler konnte dieses Versprechen nicht abgeben. Er wollte sich nicht dem Sport verschreiben.

Am Schweizer Nationalfeiertag wird Jan Lochbihler Richtung Brasilien abheben. Seine Wettkämpfe in Rio de Janeiro stehen am 12. sowie 14. August an. Wirklich wichtige Wettkämpfe hat er bis dahin nicht mehr zu bestreiten.

Im Juni und Juli stehen die Trainings im Vordergrund: «Alle Schweizer Schützen, die an den Olympischen Spielen starten werden, absolvieren gemeinsam noch vier Trainingsblöcke. In den letzten Tagen habe ich noch ein bisschen regeneriert und Energie getankt. Jetzt beginnt die Aufbauphase für Rio.»

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