Rechnung
In Mümliswil-Ramiswil ist noch keine Entwarnung in Sicht

Die Gemeindeversammlung genehmigt die Rechnung 2014, die dazu beiträgt, die Auflagen des Kantons zu erfüllen. Die Rechnung schliesst unvorhergesehen mit einem Ertragsüberschuss von 734 444 Franken.

Josef Tschan-Studer
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«Dank dem guten Ergebnis sind wir in der Lage, den Bilanzfehlbetrag massiv abzubauen», freute sich Gemeindepräsident Kurt Bloch. (Archiv)

«Dank dem guten Ergebnis sind wir in der Lage, den Bilanzfehlbetrag massiv abzubauen», freute sich Gemeindepräsident Kurt Bloch. (Archiv)

om/wak

Gerade mal 17 Stimmberechtigte fanden sich zur Rechnungsgemeindeversammlung im «Ochsen» ein. Für Gemeindepräsident Kurt Bloch ist die Jahresrechnung genauso wichtig wie andere Geschäfte. Zeige diese doch den aktuellen Stand der Gemeinde auf, gerade im Hinblick auf die Forderung des Kantons, den bestehenden Bilanzfehlbetrag bis 2017 abzubauen.

Mehrertrag ist erklärbar

Bei einem Aufwand von 12,7 Mio. und einem Ertrag von 13,44 Mio. zeigt die Verwaltungsrechnung von Mümliswil-Ramiswil einen unvorhergesehenen Ertragsüberschuss von 734 444 Franken. Budgetiert war ein Verlust von 82 271 Franken. Das erfreuliche Resultat ist jedoch erklärbar, wie die Erläuterungen von Finanzverwalter Stephan Fluri zeigten. Gute Budgetdisziplin, Mehreinnahmen dank Systemänderung beim Steuervorbezug (plus 435 000 Franken) sowie geringere Aufwendungen in extern beeinflussten Bereichen waren die Hauptgründe für den positiven Abschluss.

Durch die Systemänderung beim Steuervorbezug sowie die Anhebung des Dienstalters gingen bei der öffentlichen Sicherheit ebenfalls rund 45 000 Franken mehr Ersatzabgaben ein. Demgegenüber waren die Besoldungskosten der Feuerwehr rund 5800 Franken höher als veranschlagt. Wegen Mutationen bei der Lehrerschaft (jüngere Personen) fielen die Besoldungskosten mehrere 10 000 Franken geringer aus. Der Unterhalt der Schulhäuser konnte optimiert und so rund 10 000 Franken Personalkosten eingespart werden. Ebenfalls schlug die Rückerstattung von Betriebskosten der Kreisschule mit 45 000 positiv zu Buche.

Kosten für Hallenbad gesenkt

Das Kindergartengebäude konnte wie geplant mit 800 000 Franken veräussert werden. Im Hallenbad mussten für rund 7600 Franken Storen ersetzt und die Senkwände für 24 000 saniert werden. Dank der Gesamtsanierung ist der Wasser- und Heizölverbrauch massiv gesunken. «Momentan liegen wir bei rund 40 000 Liter Heizöl pro Jahr», erwähnte Bloch. Früher seien es immerhin stets um die 120 000 Liter gewesen. Bemängelt wurde von der Versammlung, dass trotz der von der Bevölkerung gewünschten Sanierung nicht mehr einheimische Besucher festzustellen sind.

Erfreulich auch die 88 000 Franken Rückerstattung der Spitex Thal, die enorme Anstrengungen unternommen hat, die Abläufe zu optimieren. Die Sozialkosten sind mit rund 42 Prozent der Steuereinnahmen immer noch die grösste Sorge der Gemeinde. Obwohl bei den Ergänzungsleistungen 67 220 Franken zurückflossen, mussten für den Lastenausgleich 83 500 Franken nachbezahlt werden.

Nachträgliche Investitionen

Das milde Wetter 13/14 sorgte für tiefere Kosten beim Winterdienst von 70 000 Franken. Hingegen mussten bei der Wasserversorgung erneut viele Leitungsbrüche hingenommen werden und durch die nicht budgetierte Verlegung der Abwasserleitung «Areal Limmernschlucht» resultierte eine Nettoinvestition beim Abwasser (Spezialfinanzierung) von 57 919 Franken, welche durch ordentliche Abschreibungen und zusätzliche Abschreibungen aufgelöst worden ist.

Ebenfalls nachträglich musste die Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED in die Investitionsrechnung aufgenommen werden. Die Gemeinde schloss mit der Elektra per 1. Januar 2015 einen neuen Unterhaltsvertrag ab, laut dem sowohl für den Ersatz der Beleuchtung, wie auch den Unterhalt, die Elektra zuständig ist. 2014 wurden deshalb von der Elektra bereits rund 221 000 Franken investiert. Laut Revisionsstelle sei dies nicht ganz korrekt, weil die Gemeinde Eigentümerin der Beleuchtung ist und somit musste der Betrag in der Investitionsrechnung der Gemeinde aktiviert werden. Der Versammlung lag ein entsprechender Kreditantrag über 300 000 Franken vor. Die Nettoinvestitionen sind mit 941 087 Franken rund 336 000 Franken höher ausgefallen als budgetiert.

«Dank dem guten Ergebnis sind wir in der Lage, den Bilanzfehlbetrag massiv abzubauen», freute sich Bloch. Dieser beträgt nun, nach Zuweisung des Ertragsüberschusses von 734 444 Franken, noch 232 920 Franken. Dies sei aber kein Grund zur Euphorie. Denn es gelte die Finanzen nach wie vor genau im Auge zu behalten. Zumal der Neue Finanzausgleich (NFA) erst 2016 eingeführt werde und die Auswirkungen der Schülerpauschale noch nicht absehbar seien. Es dürfe aber davon ausgegangen werden, dass sich der NFA für das Guldental positiv auswirke. Die Rechnung sowie der Kredit für die Strassenbeleuchtung wurden von der Versammlung einstimmig genehmigt.

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