Holderbank
Wegen höherer Steuererträgen: Ein Abschluss wie noch nie

Die Jahresrechnung 2020 von Holderbank schliesst wieder mit einem Ertragsüberschuss ab. Zeit, um über eine Steuersenkung nachzudenken. Für den zurücktretenden Gemeindepräsidenten Urs Hubler (FDP) war es zudem die letzte Gemeindeversammlung.

Fränzi Zwahlen
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Das Solothurnische Holderbank kann auf gesunde Gemeindefinanzen stolz sein.

Das Solothurnische Holderbank kann auf gesunde Gemeindefinanzen stolz sein.

Bruno Kissling

38 Stimmberechtigte Holderbankerinnen und Holderbanker folgten am vergangenen Donnerstag der Einladung zur Rechnungsgemeindeversammlung. Es galt in erster Linie, die Jahresrechnung 2020 zu verabschieden. Für Gemeindepräsident Urs Hubler (FDP) war dies die letzte Gemeindeversammlung, unter seinem Präsidium. «Es isch e Freud» meinte er in seinem Eröffnungsworten und meinte damit den schönen Ertragsüberschuss, der 2020 erzielt werden konnte.

«In den vergangenen drei Jahren konnten wir stets Erträge präsentieren, es ist also an der Zeit über eine Steuersenkung nachzudenken.»

Doch es würde erst an der Budgetgemeindeversammlung vom kommenden Dezember darüber beraten, so Hubler. Finanzverwalterin Monika Probst erläuterte die Rechnung. «Die Jahresrechnung 2020 weist bei einem Ertrag von 4,15 Mio. Franken und einem Aufwand von 3,52 Mio. Franken einen Ertragsüberschuss von exakt 622'300 Franken auf.» Budgetiert war ein kleinerer Ertragsüberschuss von 34'000 Franken. «Somit schliesst die Jahresrechnung 2020 um 588'317 Franken besser ab als budgetiert.»

Gründe für den besseren Abschluss sind vor allem in den höheren Steuererträgen zu suchen. 438'000 Franken gab es mehr als budgetiert von den natürlichen Personen, 16'300 Franken mehr bei den juristischen Personen. Auch die Grundstücksteuern (+15'600) und die Sondersteuern (+73'300) schlossen besser, als budgetiert.

Minderausgaben trugen auch zum guten Ergebnis bei. Sie sind in erster Linie im Bereich Öffentliche Sicherheit (Feuerwehr minus 47'100 Franken) und in der guten Budgetdisziplin in den anderen Bereichen zu suchen. Bei den Spezialfinanzierungen schliesst als einzige die Wasserversorgung mit einem Aufwandüberschuss von 18'400 Franken. Abwasser (+ 24'300 Franken) und Abfall (+ 7'300 Franken) schliessen mit Ertragsüberschüssen.

Das Pro-Kopf-Vermögen steigt

An Nettoinvestitionen wurden im Berichtsjahr 343'000 Franken realisiert. Budgetiert waren eigentlich Nettoinvestitionen von 1,095 Mio. Franken. In der Bilanz resultiert ein Finanzierungsüberschuss von 536'700 Franken. Damit wird ein Pro-Kopf-Vermögen pro Einwohner von 2'869 Franken ausgewiesen. Die Stimmbürger genehmigten diese Rechnung einstimmig und folgten dem Antrag des Gemeinderates, den Ertragsüberschuss dem Eigenkapital zuzuschreiben. Dieses beträgt nun von knapp 3 Mio. Franken.

Monika Probst erläuterte vor der Versammlung kurz den Finanzplan bis ins Jahr 2026. Sie listete die in den kommenden Jahren grössten Investitionen auf. Die Sanierungen des alten und neuen Schulhauses, Strassenbeläge, Wasserleitungen/Kanalisationen, ein neues Mehrzweckfahrzeug Feuerwehr und die Ortsplanrevision wurde genannt.

Sie berechnete die Verschuldung/Ertrag bei Steuersätzen von 140, 135 oder 130 Prozenten und liess erkennen, dass eine Steuersenkung trotz dieser Investitionen möglich wäre. Dies vor allem auch, weil Holderbank ab Mitte dieses Jahres keine Fremdschulden mehr hat. «Die Finanzen sind also gut, wir können etwas wagen», schloss sie.

Tempo 30 auf Gemeindegebiet?

Die Versammlung befand danach über einen von 60 Bürgern unterzeichneten Antrag, auf Gemeindegebiet Tempo 30 auf Quartierstrassen einzuführen. «Auch der Gemeinderat hat sich damit befasst», erklärte Gemeindepräsident Hubler. Man habe Abklärungen getroffen und erkannt, dass eine Analyse durch die BFU nötig würde.

Diese koste rund 7'700 Franken. Die Realisierung der Temporeduktion mit verschieden baulichen Massnahmen koste dann mehrere 10'000 Franken, so Hubler. Nach engagierter Diskussion wurde abgestimmt: 19 stimmten zu, 17 dagegen, bei einer Enthaltung. Die BFU erhält somit den Auftrag eine Studie auszuarbeiten. Je nach deren Resultat wird entschieden, ob Tempo 30 eingeführt werden soll oder nicht.

Verschiedene Arbeiten im Holderbanker Wald

Kilian Bader, Betriebsleiter Forst Thal, informierte die Anwesenden über die Arbeiten im Holderbanker Wald. Seit Beginn dieses Jahres ist Holderbank mit Mümliswil-Ramiswil und Balsthal Partner von Forst Thal. Bader machte Angaben über Jungwaldpflege, Holznutzung, Strassenunterhalt und dass ein Waldtag am 4. September durchgeführt werden soll – sofern kein Corona-Schutzkonzept nötig sei.

Urs Hubler (FDP), abtretender Gemeindepräsident von Holderbank.

Urs Hubler (FDP), abtretender Gemeindepräsident von Holderbank.

Bild: Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Gemeindepräsident Urs Hubler dankte Bader für die Informationen und meinte, er sei noch nie so gut über die Situation im Holderbanker Wald informiert worden, wie seit dem Beitritt zu Forst Thal. Erik Hahn, Gemeinderat und zuständig für die Immobilienstrategie gab Informationen zum Stand der Arbeiten Neues Schulhaus. «Mitte März wurde ein Architekturauftrag an Bader Architekten Solothurn vergeben. Ab Februar 2022 soll mit dem Bau begonnen werden.»

Zum Ende der Versammlung gab es Blumen. Die Verdienste des nicht wiedergewählten Gemeinderat und Vizepräsidenten Erik Hahn wurden verdankt. Ebenso die Arbeit des zurücktretenden Gemeindepräsidenten Urs Hubler. Sein Nachfolger Pascal Berger (Parteilos) sprach Dankesworte. Hubler selbst meinte, er sei froh, eine finanziell gesunde Gemeinde übergeben zu können. Es habe auch schwierige Zeiten in seinem Amt gegeben.

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