Sanierungen
Holderbank macht mit seinen Immobilien jetzt Nägel mit Köpfen

Die Gemeinde Holderbank will und muss ihre eigenen Liegenschaften sanieren. Ausserdem sollen ihnen teilweise neuen Aufgaben zugeführt werden.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Das Alte Schulhaus aus dem Jahr 1896 wird saniert und umgebaut. Künftig wird hier die Gemeindeverwaltung untergebracht.

Das Alte Schulhaus aus dem Jahr 1896 wird saniert und umgebaut. Künftig wird hier die Gemeindeverwaltung untergebracht.

Bruno Kissling

Holderbank besitzt sechs Liegenschaften, an denen der Zahn der Zeit nagt. Grund für den Investitionsstau ist, dass die Gemeinde in den vergangenen zwanzig Jahren aufgrund der angespannten Finanzlage, den Unterhalt ihrer Gebäulichkeiten auf ein absolutes Minimum reduzieren musste.

Deshalb wurde vor gut zwei Jahren eine Taskforce unter der Leitung von Vize-Gemeindepräsident und Ressortleiter Bau Erik Hahn ins Leben gerufen. Sie hat, unter Beizug von externen Fachleuten die Aufgabe angenommen, Konzepte für die Instandhaltungen, für energieverbessernde Massnahmen sowie eine generelle Nutzungsoptimierung der Gebäude zu erarbeiten.

In einer Volksabstimmung wurde am 10. Oktober 2019 beschlossen, den errechneten Rahmenkredit von 4,5 Mio. Franken für die Umsetzung von Lösungsvarianten zu genehmigen. Zudem beschloss der Souverän, das Alte Schulhaus in die Immobilienstrategie mit einzubeziehen und nicht – wie es auch diskutiert wurde - abzureissen.

Das alte Schulhaus für die Gemeinde und die Vereine

Seither hat die Taskforce weitergearbeitet und legt nun am kommenden 19. November der Öffentlichkeit das weitere Vorgehen vor. Es geht dabei besonders um die Sanierungen und Weiterverwendung des Alten und des Neuen Schulhauses.

Das Alte Schulhaus, gebaut im Jahr 1896, ist stark sanierungsbedürftig. Ziel ist aber, hier Räume für die Gemeindekanzlei und für Vereine unter zu bringen. Zum kommenden Raumprogramm ist dem Erläuterungsbericht des beauftragten Architekturbüros Folgendes zu entnehmen: Im Erdgeschoss soll die Gemeindeverwaltung mit Schalterhalle, zwei Büros, einem Sitzungszimmer, einem Materialzimmer, einem kleinen Archivraum, zwei WCs und einer Teeküche Platz finden.

Weiter soll ein Rapportraum für den Gemeindearbeiter und ein separater Zugang für die Vereinsräume im Obergeschoss realisiert werden. «Einhergehend mit den Umbauten steht aber die Sanierung der Liegenschaft im Vordergrund», heisst es zudem.

Vertikaler Lift oder Treppenlift einbauen?

Im Obergeschoss wird ein Vereinszimmer für den Musikverein und ein Multifunktionsraum für andere Vereine geschaffen. Auch hier würden WCs eingebaut respektive saniert. Das heute leerstehende Dachgeschoss wurde auf eine mögliche Nutzung hin ebenfalls überprüft. Da bisher kein Nutzungsbedarf besteht, soll vorerst auf einen Ausbau verzichtet werden, heisst es. Es ist aber vorgesehen, das Dach neu einzudecken und zu isolieren.

Anzumerken ist, dass das gesamte Gebäude aufgrund seines Alters nicht behindertengerecht ist. Das bedeutet den Einbau eines schwellenlosen Eingangs in die Gemeindeverwaltung und den Einbau eines Liftes ins Obergeschoss. Möglich wäre auch der Einbau eines Treppenplattformlifts anstelle eines vertikalen Lifts, stellen die Experten fest.

Drei Heizungsvarianten stehen zur Diskussion

Sämtliche Fenster werden ersetzt. Um aber das Erscheinungsbild zu wahren, werden die Fenster- und Sprosseneinteilungen nach Vorgaben des Denkmalschutzes übernommen. Auch ist vorgesehen, den nicht isolierten Boden im Erdgeschoss zu dämmen. Die Ölheizung, die auch den Kindergarten und das Feuerwehrgebäude heizt, muss ebenfalls ersetzt werden. Es werden drei Varianten aufgezählt: eine neue Ölheizung (Kosten 91'000 Franken), eine Pelletheizung (Kosten 162'000 Franken) oder eine Wärmepumpe (Kosten 289'000 Franken). Die zugezogene Heizungsfirma empfiehlt den Einbau der Pelletanlage.

Die mit diesen Vorhaben ausgerechneten Kosten für das Alte Schulhaus belaufen sich auf 1,5 Mio. Franken.

Das neue Schulhaus Wässermatten, im Jahr 1971 gebaut, soll ebenfalls saniert und den aktuellen Bedürfnissen der Schule sowie den heutigen Bauanforderungen wie Brandschutz, Behindertenzugang und Energievorschriften angepasst werden. Diese Sanierung soll bereits ab Herbst des kommenden Jahres an die Hand genommen werden. Es ist daher vorgesehen, ein Kostenvoranschlag von +/- 10 Prozent ins Budget 2021 aufzunehmen.

Bruno Kissling

Kindergarten kommt ins Schulhaus

Neu ist vorgesehen, den Kindergarten in diesem Schulhaus unterzubringen. Die jetzt noch bestehende Kindergarten-Baracke beim Alten Schulhaus wird abgebrochen. Der bestehende Werkraum und das heutige Lehrerzimmer sollen zu Kindergartenräumen werden. Der Werkraum und das Lehrerzimmer sollen künftig in Räumlichkeiten der Mehrzweckhalle untergebracht werden; dort sind die WCs zu sanieren.

Neben dem Kindergarten sollen im Erdgeschoss auch noch zwei Gruppenräume, ein Kopier- und Materialraum für die Lehrer, die Garderobe mit ca 50 Plätzen, 2 WCs und das Treppenhaus Platz finden. Im Obergeschoss finden vier Schulzimmer, ein Gruppenraum, zwei WCs und das Treppenhaus Platz.

Im Schulhaus müssen zudem die Brandschutzmassnahmen in Bezug auf die Tragkonstruktion und die Fluchtmöglichkeiten heutigen Anforderungen angepasst werden. Um das Gebäude behindertengerecht zu machen, werden ein Senkrechtlift und ein IV-WC eingebaut. Die Treppengeländer werden erhöht und vor den Fenstern werden aussenliegende Absturzsicherungen montiert. Aus energetischen Gründen werden die Fenster komplett ersetzt. Die Ölheizung, welche ebenfalls die Mehrzweckhalle heizt, wird vorerst beibehalten.

Kosten auf 1,85 Millionen Franken geschätzt

Aus denkmalpflegerischer Sicht wird der Architektur des Schulhauses Wässermatten das Prädikat «hervorragend» erteilt. Daher sei die gesamte Anlage zu erhalten und zu schützen. Die jetzt anstehenden Umbau- und Sanierungsmassnahmen werden von Seiten der Denkmalpflege befürwortet.

Die Kosten für diese baulichen Massnahmen im Neuen Schulhaus Wässermatten werden auf 1,85 Mio. Franken geschätzt. Somit wären von den 4,5 Mio. Franken, die er Souverän für die Immobilienstrategie als Kostendach gesprochen hatte, 3,35 Mio. Franken genutzt.

Hinweis: Infoanlass zur Immobilienstrategie am Donnerstag, 19. Nov., 20 Uhr in der Turnhalle.

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