Aedermannsdorf
Genug Geld gesammelt: Verein kann das Restaurant Schlüssel kaufen

Der Verein «Freunde Gasthaus Schlüssel» hat innerhalb von weniger als zwei Monaten rund 370'000 Franken aufgetrieben. Damit ist er nun in der Lage, das Gasthaus zum Schlüssel in Aedermannsdorf zu kaufen.

Isabel Hempen
Drucken
Teilen
Gemeindepräsident Bruno Born setzt sich ein für die Rettung des Gasthauses zum Schlüssel in Aedermannsdorf. Remo Fröhlicher

Gemeindepräsident Bruno Born setzt sich ein für die Rettung des Gasthauses zum Schlüssel in Aedermannsdorf. Remo Fröhlicher

Remo Fröhlicher

Das nötige Geld ist beisammen: Der Verein «Freunde Gasthaus Schlüssel» in
Aedermannsdorf hat 370 000 Franken aufgetrieben. «Wir können das Gasthaus zum Schlüssel kaufen», vermeldet Gemeindepräsident und Vereinspräsident Bruno Born erfreut. Dass das nötige Startkapital innert kürzester Zeit zusammengekommen ist, erstaunt Born nicht wirklich: «Ich war immer optimistisch. Und wir stiessen auf viele offene Ohren – bei Aedermannsdörfern, Heimweh-Aedermannsdörfern und Unternehmern.»

Seit 1983 der «Löwen» abbrannte, ist das Gasthaus zum Schlüssel das letzte Restaurant im 560-Seelen-Ort Aedermannsdorf – und dieses schliesst Ende August 2017 seine Pforten. Denn das Wirtepaar Chantal und Heinz Bieli, das den «Schlüssel» 32 Jahre lang führte, geht in Pension. «Die Vereine hätten dann keinen Treffpunkt mehr», sagt Gemeindepräsident Bruno Born.

Das wäre in seinen Augen verheerend: «Das Dorfleben ist extrem abhängig von einer Wirtschaft.» Aus diesem Grund hob er vergangenen Dezember zusammen mit Franz Koch, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Balsthal-Laupersdorf, und Thomas Altermatt, Gemeinderat in Aedermannsdorf, den Verein «Freunde Gasthaus Schlüssel» aus der Taufe. Dieser hat sich die Rettung des Gasthauses auf die Fahnen geschrieben.

Beiträge im fünfstelligen Bereich

Der Verein verfolgt das Ziel, den «Schlüssel» zu erwerben und diesen an einen geeigneten Gastronomen zu verpachten oder zu verkaufen. Gegenwärtig gehören 15 natürliche Personen, die Gemeinde Aedermannsdorf und die Raiffeisenbank Balsthal-Laupersdorf dem Verein als Gründungsmitglieder an. Die Raiffeisenbank habe einen Betrag «im fünfstelligen Bereich», die Gemeinde selbst 50'000 Franken beigesteuert, so Born. Das Geschäft sei im Gemeinderat auf keinerlei Widerstand gestossen, wie er berichtet: «Wir waren sehr schnell einig, da allen klar ist, dass wir versuchen müssen, den ‹Schlüssel› zu retten.» Das vom Verein anvisierte Startkapital von 400'000 Franken sei zwar nicht ganz erreicht worden, bei genannter Summe hätte man aber noch etwas Spielraum gehabt. «Wir werden in nächster Zeit den Vorvertrag unterschreiben», sagt Born.

Ein abschätzbares Risiko

Schätzungen zufolge, welche die Gemeinde betreffend des Ertragswertes der Liegenschaft vornehmen liess, geht der Verein mit dem Kauf des «Schlüssels» gemäss Born «ein abschätzbares Risiko» ein. Der Verkaufspreis des Gasthauses liegt bei etwas über einer halben Million Franken. Die 370'000 Franken, die der Verein aufbringt, werden durch ein Darlehen der Bank ergänzt. «Der Preis ist für diese Liegenschaft sehr tief», sagt Born. Sollte der Verein entgegen allen Hoffnungen nicht in der Lage sein, die Liegenschaft zu verpachten, könne man diese immer noch veräussern. «Im allerschlimmsten Fall würde der Verein einen Verlust von zehn bis zwanzig Prozent des Kaufpreises einstecken müssen», so Born.

Das Wirtepaar Bieli sei dem Verein sehr entgegengekommen, da es aus dem Verkauf der Liegenschaft finanziell sicher mehr hätte herausholen können, sagt Born. Ihm zufolge wird der Verein das Gasthaus auf den 1. August oder 1. September 2017 erwerben. Die eigentliche Herausforderung steht dann noch bevor: einen geeigneten Pächter zu finden. Und dies, obschon die monatliche Miete von 2000 Franken, die neben dem Gasthaus auch eine sich im Gebäude befindliche 3 1⁄2-Zimmer-Wohnung beinhaltet, günstig ist.

«Wir werden Inserate schalten und Mundpropaganda betreiben», sagt Born. Aber die Pächterfrage sei ein grosses Problem. «Viele Beizen sind eingegangen – es wird wohl nicht ganz einfach werden, ein Betreiberpaar zu finden», weiss er.

Aktuelle Nachrichten