Wahlen 2017 Thal/Gäu
Gemeindepräsidenten von Härkingen und Aedermannsdorf machen weiter

Die Ferienzeit eignet sich offenbar besonders gut, um wichtige Entscheidungen zu fällen. Dies trifft auf die Gemeindepräsidenten Daniel Nützi aus Härkingen und Bruno Born aus Aedermannsdorf zu. Beide Gemeindepräsidenten haben entschieden, noch einmal zur Wahl anzutreten.

Erwin von Arb
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Daniel Nützi (45) will Gemeindepräsident von Härkingen bleiben.

Daniel Nützi (45) will Gemeindepräsident von Härkingen bleiben.

Bruno Kissling

Die zwei Gemeindeoberhäupter hatten vor rund zwei Monaten gegenüber dieser Zeitung erklärt, dass sie noch nicht wüssten, ob sie wieder für das Gemeindepräsidium kandidieren würden. In der Zwischenzeit haben beide Gemeindepräsidenten entschieden, noch einmal zur Wahl anzutreten.

Daniel Nützi, Gemeindepräsident von Härkingen, hatte sich selbst eine Bedenkzeit eingeräumt, weil er die Gewissheit haben wollte, dass die Familie wegen des Gemeindepräsidiums und seines über 70 Prozent grossen Pensums als Lehrer nicht zu kurz kommt.

Nützi ist Vater von vier Kindern im Alter zwischen 11/2 und 13 Jahren. Der jüngste Spross der Familie sei nicht der Grund für die Bedenkzeit gewesen, winkt der 45-Jährige darauf angesprochen ab. «Meine Frau und ich wollten immer schon eine grosse Familie.» Kinder bräuchten in jedem Lebensabschnitt bestmögliche Begleitung und Unterstützung durch die Eltern, so Nützi. Dieser Anforderung gerecht zu werden, sei das primäre Ziel, das er und seine Frau verfolgten.

Aus innerer Überzeugung

Inzwischen hat Daniel Nützi nach familiärer Absprache entschieden, wieder als Gemeindepräsident zu kandidieren. «Die Familie hat mir vollste Unterstützung zugesichert», sagt Nützi mit dem Verweis, dass er gerne weitermache. «Ich bin aus innerer Überzeugung und Freude Gemeindepräsident. Zudem liegt mir als gebürtiger Härkinger die Entwicklung der Gemeinde sehr am Herzen.» Leicht falle ihm der Entscheid auch wegen der guten Zusammenarbeit im Gemeinderat und mit der Gemeindeverwaltung.

Daniel Nützi sitzt seit 2001 für die CVP im Gemeinderat. Die Führung der Gemeinde übernahm er im Januar 2009 in seiner Funktion als Gemeindevizepräsident. Dies als Ersatz für Markus Hofer, der auf dieses Datum hin die Direktion des Busbetriebs Olten-Gösgen Gäu (BOGG) übernommen hatte. Bei einer allfälligen Wahl würde Daniel Nützi bis zum Ende der kommenden Legislatur 2017–2021 insgesamt auf 20 Jahre als Gemeinderat kommen, 12 davon als Gemeindepräsident. «Eine unglaublich lange, aber auch spannende Zeit», bemerkt Nützi.

Als wichtigstes Ziel nennt der Gemeindepräsident ein moderates Wachstum der Gemeinde sowohl in bevölkerungsmässiger wie auch wirtschaftlicher Hinsicht. Von Bedeutung sei in diesem Zusammenhang das sich in Arbeit befindliche Leitbild. Mit diesem würden die Leitplanken für die nachfolgende Ortsplanungsrevision festgelegt.

Ein Ziel vor Augen hat auch der parteilose Aedermannsdörfer Gemeindepräsident Bruno Born. Er will 2017 noch einmal zur Wahl antreten, wie der 63-Jährige bestätigt. Auch er hatte sich Ende Mai dieses Jahres noch nicht definitiv entschieden. Als Hauptgrund für seine Zurückhaltung hatte Born damals die in zwei Jahren anstehende Pension als Lehrer erwähnt.

Nach Gesprächen mit seiner Familie, Born ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, habe sich für ihn die Frage gestellt, welchen Beschäftigungen er nach der Pension nachgehe. «Den Beruf als Lehrer an den Nagel zu hängen und gleichzeitig das Gemeindepräsidium niederzulegen, fand ich etwas gar viel, mir wäre sicher langweilig geworden», meint Born zu den Hintergründen seiner Entscheidung.

Dazu komme, dass Vizegemeindepräsidentin Verena Meister bei den kommenden Wahlen nicht mehr antrete. Ob er bei einer allfälligen Wahl die ganze Legislatur als Gemeindepräsident im Amt bleiben werde, liess Born offen. Das wichtigste Kriterium sei die Gesundheit. In seinem Alter sei das ein hohes Gut.

«Schlüssel» als Restaurant erhalten

Einsetzen will sich Born in seiner Amtszeit als Gemeindepräsident für den Fortbestand des Restaurants Schlüssel. Das Ehepaar Heinz und Chantal Bieli führt diesen Gasthof seit nunmehr 32 Jahren. Altershalber macht sich das Wirte-Ehepaar Gedanken über die Zukunft des «Schlüssels». Das war auch dem Gemeinderat zu Ohren gekommen, der in der Folge Möglichkeiten prüfte, wie die Erhaltung es Gasthauses bewerkstelligt werden könnte.

Beschlossen wurde schliesslich die Gründung eines Vereins auf privater Basis, welcher das Geld auftreibt, um die Liegenschaft käuflich zu erwerben. Die derzeitigen Ferien will Born nutzen, um erste Geldgeber für den Verein zu finden. Der Gemeinderat von Aedermannsdorf hat bereits ein deutliches Zeichen ausgesandt, indem er zugunsten des erwähnten Vereins einen Beitrag 50 000 Franken sprach. «Uns ist wichtig, dass der ‹Schlüssel› dem Dorf erhalten bleibt. Sein Verlust würde noch mehr als eine Post- oder Bankschliessung schmerzen. Ein Dorf ohne ein Restaurant ist ein armes Dorf», so Born.

Wirt begrüsst Vereinsgründung

«Schlüssel»-Wirt Heinz Biel würde es begrüssen, wenn der Verein die benötigte Summe innert nützlicher Frist zusammenbringt und damit das Restaurant ohne Unterbruch weitergeführt werden könnte. Er werde den «Schlüssel» sicher noch bis Ende August 2017 weiterführen, sagt der 64-jährige Wirt. Wenn bis zu diesem Zeitpunkt keine Lösung auf dem Tisch sei, werde er das Restaurant mit einem zusätzlichen halben Wirte-Sonntag weiterführen und zum Verkauf ausschreiben.

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