Die nach dem verheerenden Bergsturz in Bondo GR vermissten acht Personen konnten auch am Freitag trotz intensiver Suche nicht gefunden werden. Inzwischen ist bekannt, dass die Vermissten aus Deutschland, Österreich und aus dem Kanton Solothurn stammen. Besonders betroffen aufgenommen wurde diese Meldung der Polizei in Kestenholz, stammen doch zwei Vermisste aus der 1800 Seelen grossen Gäuer Gemeinde.

Schlammlawine wälzt sich durch Bondo

Nach dem gewaltigen Felssturz vom Mittwoch im südbündnerischen Bergell kommt der Berg nicht zur Ruhe. Eine meterhohe Schlammlawine verwüstet Bondo erneut.

Auf Anfrage bestätigte Gemeindepräsident Arno Bürgi, dass ein 41-jähriger Mann und dessen Lebenspartnerin zu den Vermissten von Bondo gehören. Näheres zur Identität der beiden wollte Bürgi nicht sagen.

Im Dorf sitzt der Schock tief, zumal bereits Ende letzter Woche völlig unerwartet eine Rentnerin aus dem Dorf in Pontresina bei einer Wanderung auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Die 78-Jährige war mit drei weiteren Frauen auf einem schmalen Bergweg unterwegs, als sie ausrutschte und 200 Meter in die Tiefe stürzte. Als sie gefunden wurde, konnte nur noch ihr Tod festgestellt werden.

Diese zwei tragischen Ereignisse und die Ungewissheit, ob die zwei Vermissten aus Kestenholz in Bondo doch noch lebend gefunden werden, drückt spürbar auf die Stimmung im Dorf. So sehr, dass auch die alljährliche Serenade mit musikalischen Formationen und Chören aus Kestenholz und der Region von Freitagabend kurzfristig abgesagt wurde. «Wir fanden es einfach nicht passend, die Serenade unter diesen Umständen durchzuführen, auch aus Respekt gegenüber den betroffenen Angehörigen», sagt Anita Kaufmann.

Dies sei von der für die Durchführung der Serenade verantwortlichen Kulturkommission und der Fasnachtskommission, welcher Kaufmann angehört, so entschieden worden. Die von langer Hand geplante Serenade wurde ersatzlos gestrichen. Eine Neuauflage wird es erst wieder im kommenden Jahr geben, wie Marina Stawicki von der Kulturkommission erwähnt.

Bergsturz erschüttert Bergell (Bericht vom 24. August 2017)

Rund vier Millionen Kubikmeter sind vom Piz Cengalo runtergestürzt. Das Dorf Bondo musste evakuiert werden. Es werden bis zu acht Personen vermisst.