Mümliswil
Die «John Williams Gala» sorgte für viele magische Momente

Die Musikgesellschaft Konkordia Mümliswil widmete ein ganzes Konzert dem erfolgreichen Filmkomponisten John Williams.

Josef Tschan-Studer
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Die Musikgesellschaft Konkordia spielt in der Kirche St. Martin.

Die Musikgesellschaft Konkordia spielt in der Kirche St. Martin.

Josef Tschan-Studer

Kein Spielfilm ohne Musik! Erst die passende Filmmusik macht einen Film zu einem Gesamtkunstwerk. Sie lässt uns all die spannenden, haarsträubenden, traurigen, lustigen Momente in einem Kino so richtig intensiv erleben. Ein wahrer Meister seines Faches ist John Williams. Unzähligen Streifen hauchte er mit seiner Musik erst eine Seele ein und sorgte so seit Jahrzehnten für viele magische Momente in den Kinosälen der ganzen Welt.

Eine Idee erfolgreich umgesetzt

«Seit Jahren bin ich ein grosser Fan von John Williams», erklärte Marco Nussbaumer, Dirigent der Musikgesellschaft Konkordia Mümliswil. Und seit längerer Zeit reifte in ihm die Idee, ein Konzert ganz dem erfolgreichsten Filmkomponisten aller Zeiten zu widmen.

Am Sonntagabend war es dann soweit. Die Kirche St. Martin war bis zum letzten Platz besetzt, als «Konkordia»-Präsident Konrad Bader das erwartungsvolle Publikum begrüsste. «Einem danke aber ganz besonders – Marco Nussbaumer – wie er uns motiviert und mit uns arbeitet, lässt sich nicht in Worte fassen», schloss Bader.

Auf der Bühne hatte bereits das Jugendspiel Platz genommen. Diakon Markus Heil stimmte gekonnt das Publikum auf die Vorträge ein, «was immer noch besser als jede Predigt ist», gab er mit einem Schmunzeln preis.

Als wäre es nur ein Spiel

Die Titelmelodie aus «Superman», das Intro und andere Sequenzen aus «Harry Potter» zogen von Beginn weg die Zuhörer in ihren Bann. Erstaunlich, wie die jungen Musikantinnen und Musikanten auftraten. Keine Verlegenheit bei einem Solo, keine Patzer, präzise und so selbstverständlich, als wäre alles nur ein Spiel. Ein erstes Highlight bot das Jugendspiel mit der Filmmelodie aus «Hook». Unterstützt wurden sie von einem munteren Kinderchor unter der Leitung von Ariane Maurer und Peter Haefeli. «Wir wollen nie erwachsen werden – so wie Peter Pan», sangen sie aus vollen Kehlen und versprühten Lebensfreude pur.

Mit einem fulminanten Auftakt startete die «Konkordia»: Der erste Takt aus «Star Wars» schreckte das Publikum aus den galaktischen Gedanken, in die sie Markus Heil noch eben entführt hatte. Das Kirchenschiff füllte sich mit der ganzen Wucht der vollen Orchestrierung, als wollte die «Konkordia» mit ihrem Spiel die fernen Jedi-Ritter erreichen.

Trost nach Beklemmung

Ganz anders das Thema aus «Schindlers Liste», das Markus Heil als «Verneigung vor den Opfern des Holocaust» ansagte. Melancholisch, ja teils beklemmend kam die Melodie rüber. Das Oboe-Solo wirkte klagend, anklagend gar, als hörte man leise eine Mutter ihr Kind trösten und die Querflöte am Schluss klang, als könne sie vermeintlich diesen Trost bringen.

Von den 27 Filmen, die Williams zusammen mit Steven Spielberg schuf, war «E.T. – der Ausserirdische» der wohl erfolgreichste. Dementsprechend anspruchsvoll ist auch die Musik und alle Register waren von den wechselnden Rhythmen und Themen stark gefordert. «Die Chance, von einem Hai gefressen zu werden steht bei drei zu 15 Milliarden», leitete Markus Heil zum nächsten Stück über. Das geniale Thema aus «Der weisse Hai», fesselte von Beginn weg. Die eindringliche Perkussion liess einen glauben, dass die Gefahr überall lauert und einige rieben sich verstohlen die Unterarme. Gänsehaut?

Alles miteinander verwoben

«Das Reich der Sonne» versetzte in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Begleitet wurde die Konkordia von einem ad hoc zusammengestellten Frauenchor unter Christa Haefely. Ohne eigentlichen Text wurden ihre Stimmen zu einem einzigen, berührenden Musikinstrument, das die Melodie wunderbar trug. Befreundete Musiker unterstützten die Konkordia mit Kontrabass, Harfe oder Glockenspiel. Marco Nussbaumer verstand es meisterlich, alles zu verweben und dem Publikum unvergessliche Momente zu bieten. Das wiederum dankte stehend mit langem Applaus.

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