Brunnersberg
Der allerletzte Schultag in der Bergschule Brunnersberg besiegelt das Ende

Mit einem Dankgottesdienst im Bergschulhaus gedachten Familien, Kinder und Freunde aus dem Thal dem allerletzten Schultag der Bergschule. Die Kinder der Bauernauerfamilien werden im kommenden Schuljahr den Unterricht im Thal besuchen.

Josef C. Haefely
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Die letzte Schulschlussfeier wird im Schulzimmer der Bergschule abgehalten..

Die letzte Schulschlussfeier wird im Schulzimmer der Bergschule abgehalten..

Mit einem Dankgottesdienst im Klassenzimmer des Bergschulhauses begingen die Bauernfamilien den allerletzten Schultag ihrer Kinder, vereint mit Freunden aus dem Tal. In einem einfachen Festmahl wurden die mitgebrachten Gaben solidarisch geteilt, wie zuvor Freud und Leid im Kampf um die Bergschule.

Nach dem erfolglosen Kampf um den Erhalt der Bergschule bleiben Wunden zurück. Dem reformierten Balsthaler Pfarrer Alfred Aebersold fiel die heikle Aufgabe zu, im randvoll gefüllten Bergschulzimmer Anknüpfungspunkte zu suchen und in einem schlichten Abschiedsgottesdienst Hoffnungszeichen für die Zukunft zu setzen. Es gelang ihm im Bild vom biblischen Abraham aus dem Lande Ur. Auf Geheiss von oben verliess der Patriarch mit seiner Familie die vertraute Hochkultur, gestützt allein auf Gottes Versprechen, ihm werde eine neue Heimat geschenkt. So sei diese Feier, betonte Alfred Aebersold, auch keine Abdankung oder Trauerfeier. Vielmehr sei sie ein Dank für hundertjährigen Segen auf dem Berg und ein Segen, welcher die Kinder auch in ihre Zukunft begleiten werde.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von zwei katechetischen Mitarbeiterinnen und der Flötenlehrerin, welche die Bergschulkinder einige Zeit begleitet hatten. Zum Schlussakt gab auch Hauptlehrer Stephan Müller mit den Schülern einen anspruchsvollen Kanon zum Besten, während auf der Wandtafel die programmatischen Worte prangten: «Adieu, liebe kleine Bergschule – willkommen und danke Laupersdorf».

Beim anschliessenden Mittagsbrunch wagte sich Edgar Kupper als Gemeindepräsident des neuen Schulortes Laupersdorf vor die Gemeinschaft. Er war mit seinem Amtskollegen Marcel Allemann von der Bergschulhaus-Standortgemeinde Matzendorf zugegen und informierte über Details zum künftigen Schultransport. Kupper liess dabei das Bemühen der Laupersdörfer Schulbehörden durchscheinen, den Bergkindern den Umstieg möglichst zu erleichtern, auch durch eine entgegenkommende Stundenplanung.

Freundeskreis bleibt

Als Zeichen der Anerkennung für ihre Verdienste um die Schule erhielt das Lehrerpaar Stephan Müller und Eva Hellmann ein Zertifikat des Vereins «Freunde der Bergschule Brunnersberg» aus der Hand des Präsidenten Urs Nussbaumer. Er betonte, der Freundeskreis werde sich nun nicht etwa auflösen, sondern die Interessen der Bergbevölkerung weiterhin unterstützen und sich dafür einsetzen, dass der Brunnersberg als Lebensgemeinschaft erhalten bleibe.

Umgekehrt revanchierte sich das Lehrerehepaar mit einer «Chästeilete» aus einem Bio-Bergkäsekeller bei all jenen, die über all die Jahre die Bergschulkinder und ihre Familien mitgetragen hatten. Dazu gab es ein Zitat von Albert Schweitzer: «Fürchtet euch nicht, das, was ihr denkt, auszusprechen, mag es auch unzeitgemäss gescholten und von denen, die im Geiste der Zeit weise und klug sind, bespöttelt werden.»

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