Balsthal
Chäsikreisel: ein «Providurium»

Aus Kostengründen lehnt der Gemeinderat eine Sanierung knapp ab.

Peter Wetzel
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Der Chäsikreisel mache eine schlechte Falle im Dorfzentrum, sagt Enzo Cessotto.

Der Chäsikreisel mache eine schlechte Falle im Dorfzentrum, sagt Enzo Cessotto.

Bruno Kissling

Enzo Cessotto, Ressortleiter Werke/Tiefbau, vertrat im Gemeinderat die Meinung der Infrastrukturkommission: «Im Zusammenhang mit dem kommenden Deckbelagseinbau in der Goldgasse Nord soll der Chäsikreisel als Abschluss der zentralen Strassensanierungen gleichzeitig einer sanften Sanierung unterzogen werden.» Der Kreisel sei zu einem Dauerprovisorium geworden und mache im Dorfkern eine schlechte Falle.

Man könne im Zusammenhang mit den Abschlussarbeiten an der Goldgasse Nord Geld einsparen, wenn man mit der Sanierung des Kreisels nachziehe. Die Kosten könnten mit der Optimierung des Projektes und dem Verzicht der Wasserleitung von 252'000 Franken auf 70'000 Franken reduziert werden. Dazu aber wäre ein Nachtragskredit nötig gewesen.

Das Vorhaben beim Chäsikreisel wurde unter anderem als «kosmetische» Angelegenheit bezeichnet und somit als nicht dringend nötig. Vor allem aus Spargründen wurde der Nachtragskredit von 70 000 Franken äusserst knapp abgelehnt. Ein Rückkommensantrag zu diesem Geschäft wurde zwar angenommen, aber der Nachtragskredit wurde wiederum abgelehnt.

Wasserleitung wird ersetzt

Noch ist das Lärmschutzprojekt Lindenallee-Falkensteinerstrasse-Herrengasse vom Regierungsrat nicht genehmigt. Mit der Belagsanierung der Lindenallee kann also noch zugewartet werden. Der Gemeinde wurde vom Kanton zwei Jahre Zeit eingeräumt, die Wasserleitung vom Kreisel Thalbrücke bis zum Zollhusgässli zu ersetzen.

Mit in die Projektierung einzubeziehen sind die rechtsgültigen Nutzungspläne der Spuraufweitung Falkensteinerstrasse-Bahnhofstrasse sowie die Aufweitung der Spur bei der Lindenallee-Erschliessung Hunzikerwiese. Der Rat beschloss, an diesen Nutzungsplänen festzuhalten, vorläufig aber im Zusammenhang mit den Belagsanierungen auf den Bau der Spuraufweitungen zu verzichten. Dem Verpflichtungskredit von 800'000 Franken im Budget 2017 für den Ersatz der Wasserleitung wurde zuhanden der Gemeindeversammlung zugestimmt.

Im Bereich des Restaurants Pintli in St. Wolfgang wird als verkehrsberuhigende Massnahme das Gefahrensignal «Spielende Kinder» angebracht, dies nach einer Aussprache mit den Anwohnern der Römerstrasse. Für die Projektierungsarbeiten eines Betriebs- und Gestaltungskonzepts für die flankierenden Massnahmen im Bereich Wasserleitungsersatz im Städtli Klus wurden 32'000 Franken gesprochen. Das Ingenieurbüro BSB+Partner wurde damit beauftragt.

Das neue Leckortungssystem kann für 230'773 Franken gekauft werden. Der Auftrag ging an die Firma von Arx & Partner, Unterentfelden.

Für die Sanierung des Hallenbades wurde eine Baukommission ins Leben gerufen. Der Gemeinderat genehmigte ihr Pflichtenheft.

Die Demission von Fredi Stampfli als Mitglied der Finanzkommission wurde genehmigt. Für den Rest der Legislatur wird kein neues Mitglied gewählt.

Naturinventar gehört dazu

Der Gemeinderat nahm zu Beginn seiner Sitzung Kenntnis vom Abschluss des Naturinventars, das eine wertvolle Planungsgrundlage für die laufende Ortsplanungsrevision darstellt.

Pierino Menna, Präsident der Ortsplanungskommission, lobte die Arbeit der speziell eingesetzten Arbeitsgruppe. Die Projektleitung hatten Monika Kuster und Martin Huber vom Büro BSB+Partner. Auch Huber hob die gute Zusammenarbeit mit den Thaler Fachleuten und Naturkennern hervor.

Er und einige Mitglieder der Arbeitsgruppe stellten dem Rat das Naturinventar ausführlich vor. Von den 173 im Naturinventar von 1992 aufgenommenen Objekten seien 26 entfernt worden. Vom Wegfall seien vor allem Obstgärten («Hosteten»)und Einzelbäume betroffen.

Demgegenüber konnten 24 neue Objekte aufgenommen werden. Dabei gehe es vor allem um Weiher und Feuchtbiotope. Auch wertvolle Weiden und Wiesen nehmen in Balsthal eine grosse Fläche ein.

Hervorgehoben wurden die Waldgebiete Oberberg und Holzfluh, die zum Teil von nationaler Bedeutung sind. Zusammengefasst: Das Naturinventar Balsthal 2015 weist 171 Objekte auf.

Ausserhalb des Siedlungsraumes hat sich der Naturraum positiv entwickelt, innerhalb wurde eine markante Abnahme festgestellt. Erwähnt wurde auch, dass das Naturinventar keine rechtliche Verbindlichkeit habe, soll jedoch bei der Revision der Ortsplanung als Grundlage dienen.

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