Herbetswil
Buchhalterischer Eingriff bringt schwarze Zahlen — hohe Sonderschulkosten belasten weiterhin die Gemeinde

Merken
Drucken
Teilen
Herbetswil verzeichnet für das nächstjährige Budget einen Ertragsüberschuss von exakt 30'651 Franken.

Herbetswil verzeichnet für das nächstjährige Budget einen Ertragsüberschuss von exakt 30'651 Franken.

HR Aeschbacher

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Herbetswil verzeichnet für das nächstjährige Budget einen Ertragsüberschuss von exakt 30'651 Franken. Dieser Betrag sei aber einer rein buchhalterischen Massnahme zu verdanken, informierte Gemeindepräsident Stefan Müller-Altermatt die 28 erschienenen Stimmbürger. «Man schreibt uns laut HRM2 vor, 158'750 Franken an Abschreibungen als ausserordentliches Ergebnis gutzuschreiben. So kommt diese schwarze Zahl zu Stande. Ansonsten müssten wir einen Aufwandüberschuss von rund 128'000 Franken verbuchen.»

Es sei also auf keinen Fall der Zeitpunkt zum Aufschnaufen, für die finanziell strapazierten Herbetswiler, so Müller-Altermatt weiter. «Uns belasten weiterhin die hohen Sonderschulkosten, die wir als Gemeinde seit Jahren alleine tragen müssen.

Im kommenden Jahr ist es zum Glück etwas weniger als in der Vergangenheit.» Da habe es auch nicht geholfen, dass die Gemeinde bei Regierungsrat Remo Ankli vorstellig wurde. Es sei stossend, so Müller-Altermatt weiter, dass durch diese Art der Kostenverteilung gerade in einem so kleinen Dorf wie Herbetswil dieser Umstand letztlich die Stigmatisierung von Kindern und Familien führe. «Doch wir werden beim Kanton nicht lockerlassen», so der Gemeindepräsident.

Gemeindeverwalterin Gabriela Huber machte auf weitere Budgetposten, die für Mehraufwand respektive Minderertrag gegenüber dem laufenden Jahr verantwortlich sind, aufmerksam: weniger Vergütungseinnahmen für die Nutzung der Militärunterkunft, mehr Lohnentschädigung für Kindergarten und Werklehrpersonen, höhere Entschädigung an den Zweckverband Kreisschule Thal, höherer Beitrag an die Spitex Thal, höherer Beitrag an die Sozialregion Thal-Gäu. Hingegen rechne man mit rund 50'000 Franken mehr Steuereinnahmen von natürlichen Personen, da das Dorf in den letzten Jahren kontinuierlich an Einwohnern gewachsen ist.

Als Nachtragskredit wurde die Sanierung der Wasserleitung Steinacker in der Höhe von 70'000 Franken bewilligt. An Investitionen steht die Sanierung der Hofzufahrten Untere Tannmatt, Hinter Flue und Herbetswiler Allmend an. Diese verursachen Bruttokosten in der Höhe von 111'200 Franken, davon subventionieren Bund und Kanton 80 Prozent (Berggebiet). Ebenfalls ins Investitionsprogramm aufgenommen wurde die Sanierung des Vorplatzes Schulhaus für 40'000 Franken. All diese Investitionsbegehren waren unbestritten und wurden einstimmig genehmigt.

Unter diesen Vorgaben wurde einstimmig beschlossen, die Steuern für natürliche und juristische Personen auf 133 Prozent zu belassen. Im Weiteren beschloss die Versammlung, die Revision der Gemeindeordnung aus dem Jahr 1986 zu genehmigen. (frb)