Restaurant
Aedermannsdorf will den «Schlüssel» fürs Dorf retten

Das einzige Restaurant im Dorfkern von Aedermannsdorf steht zum Verkauf - weil das Wirtepaar bald in den Ruhestand geht. Die Gemeinde hofft auf eine Genossenschaft, die das Lokal für das Dorf erhalten soll.

Regina Fuchs
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Restaurant Schlüssel in Aedermannsdorf.

Restaurant Schlüssel in Aedermannsdorf.

Bruno Kissling

In Aedermannsdorf steht der Gasthof Schlüssel zum Verkauf, weil das Wirteehepaar Heinz und Chantal Bieli seinem Ruhestand entgegensieht. Abgesehen von den Bergwirtschaften im Jura ist der «Schlüssel» das einzige Restaurant im Dorf und hat deshalb eine grosse Bedeutung für das Gemeinwesen.

An der Budgetgemeindeversammlung informierte Gemeindepräsident Bruno Born die 22 anwesenden Stimmberechtigten über die Idee, eine Genossenschaft zu gründen, die den Gasthof kaufen und verpachten würde. Zusammen mit Gemeinderat Thomas Altermatt und Franz Koch,
Leiter Raiffeisenbank Balsthal, sucht er Vorstandsmitglieder für diese Genossenschaft; erste Zusagen liegen vor. Mit einem Anteilschein von 10 000 Franken kann jedermann Genossenschafter werden.

Der Gemeinderat wird darüber entscheiden, ob und in welcher Form sich auch die Gemeinde in der Genossenschaft engagieren will. Mit dem Ehepaar Bieli wurde vereinbart, dass die Liegenschaft sicher bis Mitte März 2016 nicht verkauft wird. Bruno Born ist zuversichtlich, bis im März die Finanzierung für den Gasthof Schlüssel sichergestellt zu haben.

NFA sei Dank: Der Steuerfuss sinkt

Haupttraktandum der Versammlung war das Budget 2016. Seit einigen Jahren weist die Gemeinderechnung stets Ertragsüberschüsse aus. Mit dem neuen Finanzausgleich, der im nächsten Jahr erstmals angewendet wird, rechnet die Gemeinde, wie etliche andere Gemeinden im Thal auch, mittelfristig mit mehr Geld.

Dieser Umstand und die Tatsache, dass die Steuereinnahmen auch jährlich anstiegen, haben den Gemeinderat dazu bewogen, der Gemeindeversammlung eine Steuersenkung um 4 Punkte auf 129 Prozent der einfachen Staatssteuer vorzuschlagen. Diese Senkung hat Mindereinnahmen von 35 000 Franken zur Folge.

Die Stimmberechtigten genehmigten diesen Antrag diskussionslos und einstimmig. Der Steuerfuss für die juristischen Personen wurde bei 110 Prozent belassen.

Das Budget für das nächste Jahr wurde nach dem neuen Rechnungsmodell HRM 2 erstellt, was den Vergleich mit Budget 2015 und Rechnung 2014 erschwerte. Finanzverwalterin Sandra Bürki erläuterte Neuerungen und Abweichungen bei Ausgaben und Einnahmen und brachte so Licht in den Zahlendschungel.

Wasserleitung nach Herbetswil

Aufgrund grosser Investitionen im Bereich Wasser weist diese Spezialfinanzierung einen Verlust von rund 25 000 Franken aus. Man sei zuversichtlich, dass im nächsten Jahr endlich die Verbindungsleitung zur Wasserversorgung Herbetswil gebaut werden könne. Das Submissionsverfahren dazu wurde bereits eingeleitet. Diese Ausgaben und ein Leitungswechsel in der Hauptstrasse beim Dorfeingang schlagen in der Wasserrechnung mit 362 000 Franken zu Buche, und es sei nicht auszuschliessen, so Präsident Born, dass die Verbrauchsgebühr für das Wasser erhöht werden müsse.

Die Spezialfinanzierung Abwasser präsentiert sich ausgeglichen, im Bereich Abfall rechnet die Gemeinde gar mit einem Ertragsüberschuss vom 10 000 Franken.

Die Spezialfinanzierungen würden stets im Auge behalten, Gebühren würden angepasst und falls möglich auch gesenkt. Dies die Antwort auf die Frage, ob die Kehrichtgebühr bei diesem Resultat reduziert werden könne.

Aus dem Finanz- und Lastenausgleich erhält die Gemeinde im kommenden Jahr etwa dieselben Mittel wie vorher. Der Ausgleich selber ist höher, dafür erhält die Gemeinde weniger Geld mehr an die Lehrerbesoldung. Dort werden zukünftig Schülerpauschalen ausgerichtet.

Im nächsten Jahr soll die Heizung im Schulhaus für 105 000 Franken ersetzt werden. Diese ist in einem schlechten Zustand, und es musste in den vergangenen Jahren viel Geld in Reparaturen gesteckt werden. Die Idee eines Anschlusses an einen Heizverbund wurde aufgrund von Planungsverzögerungen und hohen Kosten wieder verworfen.

Letztlich wurde das Budget einstimmig genehmigt (Zahlen siehe Kasten). Ebenso diskussionslos genehmigte die Versammlung den Anschluss der Gemeinde Welschenrohr an die ARA Falkenstein.

Statthalterin Verena Meister bedankte sich bei Bruno Born für seine grosse Arbeit als Gemeindepräsident. Er habe über seine Aufgaben hinaus noch Visionen und die Energie, diese auch umzusetzen, zum Wohl der Gemeinde.

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