Superspreader

60 Personen infizieren sich auf einer Flussfahrt mit Corona – das sagt der Solothurner Veranstalter dazu

Superspreader in Solothurn: Flussfahrt endet mit 60 Corona-Infektionen

Superspreader-Event: Flussfahrt endet mit 60 Corona-Infektionen

Auf einer Musikschifffahrtsreise von Passau (D) nach Frankfurt am Main (D) hat sich mehr als die Hälfte der Reisenden mit dem Coronavirus infiziert. Ein Grossteil der Passagierte musste sich in Quarantäne begeben. Selbst den Veranstalter aus Oensingen erwischte es. Gegen ihn hagelt es nun Kritik.

Es war eine schöne Musikflussfahrt mit der MS Swiss Crystal, welche vorletzte Woche durchgeführt wurde. Jedoch gab es ein bitteres Ende: Kaum waren die 92 Passagiere wieder von ihrer Schiffsreise zu Hause, wurden 60 von ihnen positiv auf Corona getestet, darunter auch die Berner Schlagersängerin Monique und der Oensinger Organisator Hanspeter Balsiger.

Balsiger wehrt sich gegen die Vorwürfe, welche im Blick veröffentlich wurden, dass er diese Flussfahrt nicht hätte durchführen dürfen. «Vom Bundesrat hatten wir nicht irgend ein Verbot erhalten, die Reederei hatte grünes Licht und wir waren ständig mit dem Schifffahrtsunternehmen in Kontakt. Aus diesen Gründen konnten wir auf die Flussfahrt gehen. Zudem haben wir das Sicherheitssystem umgesetzt, welches wir hatten», so Balsiger gegenüber Tele M1.

Ansteckung kann auch mit Maskenpflicht erfolgen

An Bord galt eine Maskenpflicht und die Abstands- und Hygieneregeln mussten eingehalten werden. Trotzdem kann es in Innenräumen zu Ansteckungen kommen, wie ein Infektiologe gegenüber dem Regionalsender sagt. «Wenn sich die Passagiere auf dem Schiff draussen aufhalten, dann ist das Risiko von einer Ansteckung gerade mal um den Faktor 10 niedriger, als wenn sich drinnen aufhalten. Zudem reicht eine Maske nicht, wenn sich viele Leute nahe beieinander in einem engen Raum aufhalten, welcher schlecht belüftet ist. Masken reduzieren das Risiko vielleicht um rund 80 Prozent», so Urs Karrer, Chefarzt Infektiologie Kantonsspital Winterthur, zu Tele M1.

Zum Glück musste von den 60 Infizierten nur eine Person – aufgrund von Atembeschwerden – ins Spital. Der Organisator Hanspeter Balsiger fühlt sich im Moment immer noch sehr müde, aber es geht ihm schon besser. 

Balsiger kann sich nicht erklären, wie die Flussfahrt zu einem Superspreader-Event geworden ist. Auf dem Schiff hat niemand Symptome gehabt, auch die Crew nicht. «Die Crewmitglieder sind nachher noch eine Woche gefahren und hatten immer noch keine Symptome. Wir sind auch ab dem Schiff gegangen und niemand von uns hatte irgendetwas. Meine Vermutung ist, dass wir das Virus an der Raststätte in Renchtal aufgelesen haben», so Balsiger zum Schluss.

Für den Oensinger Organisator ist aber jetzt schon klar, dass er die nächste Flussfahrt im März 2021, verschieben wird.

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