Biberist
Steakhouse, Club, Seminare und Workshops – Ideen für die Culturarena gibt es

Beide wollten die Culturarena für sich, beide bekämpten sich: Jetzt spannen die Kontrahenten Patrick Nützi und Peter Ammann plötzlich zusammen, um die marode Culturarena zu retten. Unter dem Namen «Flösserhof» soll es ein Steakhouse geben.

Christof Ramser
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Ein Steakhouse, ein Club, Seminare und Workshops – Ideen für die Culturarena gibt es viele.

Ein Steakhouse, ein Club, Seminare und Workshops – Ideen für die Culturarena gibt es viele.

Felix Gerber

Sie waren Kontrahenten im Ringen um die konkursite Culturarena. Auf der einen Seite Patrick Nützi, Rechtsanwalt mit Kanzlei in Zug, aber ohne Bezug zur Region. Peter Ammann andererseits, ehemaliger Verwaltungsrat der Culturarena Biberist Solothurn AG sowie weiterer Gesellschaften, die mit dem ehemaligen Flösserhof früher oder später in Konkurs gingen. Beide waren Ende 2011 an die Öffentlichkeit getreten und präsentierten Strategien, um den maroden Dampfer wieder auf Kurs zu bringen.

Beide hatten im Grunde dieselbe Idee: Die 56 Grundpfandgläubiger sollen sich zusammenschliessen und die Culturarena ersteigern. Doch die Suche nach den Darlehensgebern gestaltete sich schwierig. Bei sämtlichen Schuldbriefen handelt es sich um Inhaberschuldbriefe. Insgesamt fordern die Gläubiger rund 6 Millionen Franken. Durch den Aufbau der Event- und Kongresszentrum Biberist AG (EKB), so erhofft sich Patrick Nützi, soll der Totalverlust abgewendet werden.

Keine Spezialvereinbarungen

Sowohl Patrick Nützi als auch Peter Ammann versuchten vorerst auf eigene Faust, möglichst viele Gläubiger von ihrem Konzept zu überzeugen. Noch Anfang Dezember 2011, als Nützi seine Strategie an einem Anlass vorstellte, war Ammann explizit nicht erwünscht. Dass der ehemalige Culturarena-Verwaltungsrat offenbar mit einzelnen Gläubigern Spezialvereinbarungen getroffen hat, um ihnen im Ringen um ihr Geld unter die Arme zu greifen, hatte die Zusammenarbeit nicht gerade gefördert. «Das war ausserordentlich schädlich», sagt Patrick Nützi.

 Der Zuger Rechtsanwalt Patrick Nützi (l.) orchestriert die Rettungsbemühungen.(Bild: Hanspeter Bärtschi)

Der Zuger Rechtsanwalt Patrick Nützi (l.) orchestriert die Rettungsbemühungen.(Bild: Hanspeter Bärtschi)

Schrittweise näherten sich die Parteien an. Gestern teilten sie nun mit, gemeinsam um die Culturarena zu kämpfen. Denn als Alternative zur EKB gebe es für die Gläubiger keine Rettungsversuche. «Die Bemühungen sollen konzentriert werden, um eine Zersplitterung der Kräfte zu vermeiden.» Peter Ammann wird der EKB zudem seinen Businessplan zur Verfügung stellen und 100000 Franken einschiessen. «So wird eine Basis geschaffen, damit der Betrieb wieder aufgenommen werden kann», sagt Ammann. Eine Gegenleistung erwarte er nicht. Zudem beteuert er, keine operativen Tätigkeiten zu übernehmen und sich komplett aus dem Geschäft in Biberist zurückzuziehen.

Ein Steakhouse als Magnet

Wie der Betrieb in der Culturarena wieder in Schwung gebracht werden soll, verrät der Businessplan, den Peter Ammanns Sohn Christoph verfasst hat. Demnach soll der ursprüngliche Nutzen der Liegenschaft mit einem Kultur- und Kongresshaus wieder hergestellt werden. Weil der Name Culturarena mit negativen Erinnerungen behaftet sei, soll das Lokal wieder in Flösserhof umbenannt werden.

Gestützt wird das Geschäft durch die fünf Säulen Gastronomie/Catering, Eventmanagement, Seminare, Vermietungen und Dienstleistungen. Ein Steakhouse mit Pizzaofen bildet dabei die Haupteinnahmequelle. Gemäss Businessplan soll das Steakhouse der regional führende Gastrobetrieb in Sachen Steaks werden und mit «aussergewöhnlich gutem Preis-Leistungs-Verhältnis bestechen». Weiter möchten die Initianten einen festen Mieter engagieren, der in einem Nebenraum viermal im Monat ein Klublokal betreibt.

Kauf der «Enge» in Biberist oder des «Helvetia» in Oberdorf?

Auch über die Sanierung des maroden Gebäudes gibt der Businessplan Auskunft. Zudem ist eine so genannte Exitstrategie definiert: So soll der Immobilienwert nach dem Kauf rapide gesteigert werden. Zudem werden Beteiligungen an Anlageobjekten angestrebt, zum Beispiel am «Helvetia» in Oberdorf oder an der «Enge» in Biberist. Ein Verkauf soll die Forderungen der Gläubiger nach einigen Jahren vollumfänglich erfüllen. «Ein hartes Unterfangen mit ambitionierten Vorgaben», steht dazu im Businessplan. «Gleichzeitig aber ein machbarer Weg mit guten Erfolgsaussichten.»

Ob die EKB tatsächlich gegründet wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Bis am 15. März können die Gläubiger Aktien zeichnen. Dazu sollen sie Kapital von je 10000 Franken einschiessen. Die Culturarena kommt voraussichtlich im Mai oder im Juni unter den Hammer. Der Wert der Liegenschaft wird auf knapp 2 Millionen Franken geschätzt. Eine Mindestvorgabe gibt es jedoch nicht.

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